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19.02.2013, 10:21 Uhr

BVB-Chef Watzke warnt vor weiteren Werksklubs

Düsseldorf (dpa) - Die Traditionsclubs sind besorgt. Weitere Firmen-Millionen wie in Wolfsburg oder Leverkusen könnten zu einer Gefahr für die gesamte Fußball-Bundesliga werden, glaubt zumindest Hans-Joachim Watzke.

Dortmunds Vereinschef warnt vor noch mehr Werksclubs in der obersten deutschen Spielklasse. "Wir können nicht noch drei Mannschaften gebrauchen, die vor 25 000 Zuschauern spielen und auswärts nur 500 Zuschauer mitbringen. Da kollabiert das System, da ist es vorbei mit der Roadshow im Ausland", erklärte der Vorsitzende der BVB-Geschäftsführung in einer Podiumsdiskussion des SpoBiS. Auf dem Kongress in Düsseldorf tagten Marketing-, Medien- und Sportexperten sowie Sponsoren.

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Unter dem Motto "Clash der Kulturen: Was Werksclubs und Traditionsvereine eint und was sie auseinander bringt" diskutierten Vertreter von Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg teilweise heftig und konträr. Traditionsvereine wie der 1. FC Kaiserslautern oder der 1. FC Köln, die immer ausverkaufte Stadien haben, würden "durch die Werksclubs um drei Plätze zurückgeschoben - bis in die 2. Liga", beklagte Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Auch 1899 Hoffenheim mit Mäzen Dietmar Hopp habe eine Sonderrolle.

Wenn jetzt etwa noch Audi sein Engagement in Ingolstadt intensivieren würde und Red Bull in Leipzig die Anstrengungen für einen Erstligaclub verstärke, könnte noch andere Clubs herausgedrängt werden, fürchtet Bruchhagen: "Wollen wir das?" Watzke ergänzte mit Hinweis auf den besonderen Status, den schon jetzt Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg durch die Zuschüsse ihrer Mütter-Unternehmen genießen: "Ich warne davor, die Reihe noch auszuweiten."

Einem gewissen Geldbetrag würde eine gewisse Leistung gegenüberstehen, bemerkte Thomas Röttgermann, Geschäftsführer des VfL Wolfsburg: "Der Deal mit dem VfL ist für VW ein genialer Deal." Wolfgang Holzhäuser, Sprecher der Geschäftsführung von Bayer 04, verwies auf erbrachte Leistungen: Die 25,2 Millionen Euro pro Jahr wären weniger, als andere Clubs von Hauptsponsoren kassieren würden.

Der Leverkusener Etat sei in der Liga auf Platz fünf oder sechs angesiedelt, "wir machen mit den 25,2 Millionen einen guten Job", meinte Holzhäuser. "Ich bezweifle gar nicht, dass es Neider gibt." Aber Eintracht Frankfurt würde seit Jahren Sponsorengelder vom Flughafenbetreiber Fraport kassieren, an dem die Stadt Frankfurt und das Land Hessen Anteile besitzen. "Das ist auch eine Art Finanzdoping durch die öffentliche Hand", meinte Holzhäuser.

BVB-Chef Watzke regte erneut eine andere Verteilung der TV-Gelder, der Haupteinnahmequelle der Profivereine, an als derzeit festgelegt. Mindestens die Hälfte müsse weiter über sportlichen Erfolg vergeben werden. Doch auch andere Parameter wie Zuschauerzahl, TV-Quoten und landesweite Popularität sollten über die Höhe für den einzelnen Verein mitentscheiden. In Holland etwa werden diese Punkte mit berücksichtigt. Röttgermann hielt dagegen, es sei "immer eine Gefahr festzulegen", ob ein Verein gut oder schlecht sei. Es sei "völlig unmöglich", daraus ein Regelwerk abzuleiten.

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50 Meinungen zu "BVB-Chef warnt vor Werksklubs"

  • naumburg
    Donnerstag, 21.02.2013, 12:27 Uhr
    Arroganter geht's nimmer, Herr Watzke! Gegenüber den kleineren Vereinen eine Respektlosigkeit hoch 3. Als Dortmund pleite war, waren Sie auch nicht für die Bundesliga tragbar, schon vergessen! Aber kaum ein wenig Erfolg, steigt der Herr Watzke auf einen Thron und meint, er wäre der König!
  • Stepke
    Mittwoch, 20.02.2013, 13:14 Uhr
    @HolgerGalumbe schreibt auf Seite1 Traditionsklubs sterben deswegen ja auch nicht aus. --------------------------------------------------- Und wenn, ist man vielleicht auch selbst mit daran Schuld. Beispiel RB Leipzig. Mit Gründung des "Retorten"- Vereins hat man versucht, einen der ansässigen "Traditionsclubs" (FC Sachsen und 1. Lok- Leipzig) zur Zusammenarbeit zu bewegen. Beide Vereine dümpelten nach einst grandiosen Erfolgen im Fußballniemandsland und hätten in vielen Belangen von einer Zusammenarbeit profitieren können. Angefangen von überlassenem Spielermaterial, bis hin zu dem einen oder anderem Euro, der bestimmt hängen geblieben wäre. Doch man hielt eisern die "Traditionsfahne" hoch. Mit dem Ergebnis,dass es den FC Sachsen Leipzig seit einigen Jahren nicht mehr gibt und Lok Leipzig auf dem allerletzten Loch pfeifft. Beide Vereine haben es über ettliche Jahre, während dessen sie von der Stadt unterstützt wurden, nicht geschafft, sich auf eine gesundes Fundament zu stellen. An den "Traditions-Fans" hat es bestimmt nicht gelegen. Genauso wenig wie an RB- Leipzig. Nun hat der Osten evtl. noch eine gewisse "Sonderstellung" inne. Trotz vieler "Traditionsclubs ist man in der 1.Bundesliga nicht mal mehr mit einem Verein vertreten. Woran liegt das? Können die auf einmal nicht mehr Fussball spielen? Oder fehlts hier nur am Notwendigsten, am Geld? Und das bringt nun RB- Leipzig mit. In eine Region, in der man nach hochklassigem Fußball lechtst, in der man nicht von einem Bundesliga-"Traditionsvereins"- Stadion ins nächste zu Fuß gehen könnte. Herr Watzke, wie sah ihre "Tradition" im Jahr ihrer Gründung aus? Oder fünf Jahre später? Konnte man da schon ganze Stadien bei Auswärtsspielen füllen? Tradition muss wachsen und braucht Zeit.
  • moritzH
    Mittwoch, 20.02.2013, 08:53 Uhr
    Geldgeber oder genug Geld hätten Vereine ja wie Leverkusen oder Wolfsburg. Ach SAP Hoppenheim fehlt. Sehe ein Problem das z.B Leverkusen mit knapp 30.000 Fassungsvolumen ein recht kleines Stadion hat.
  • chaos0335
    Mittwoch, 20.02.2013, 08:32 Uhr
    Vielleicht hat der FC Bayern den BVB nicht vor der Pleite gerettet, aber wohl vor der Eröffnung des Insolvernzverfahrens, was ja m.E. einen Zwangsabstieg zur folge hätte. Insolvent ist man, wenn man seine Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen kann (auch Lohn- und Gehaltszahlungen). Wenn also durch den längerfristigen Kredit des FC Bayern die kurzfristigen Verbindlichkeiten des BVB gedeckt werden konnten, wäre damit also der Tatbestand der Abwendung der drohenden Insolvenz gegeben. (Der BVB hat übrigens Glück, inzwischen müsste der Verein/die AG schon bei drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden). Wenn hier schon alle gegen "Werksklubs" schreiben, dann müssen aber auch Vereine wie der HSV und Nürnberg absteigen. Beim HSV werden Spieler von Privatinvestoren bezahlt, die sonst nie leistbar gewesen wären (ähnlich wie beim VfL Wolfsburg), Nürnberg hing Jahrelang am Geldhahn eines Teppichhändlers. So ließe sich wahrscheinlich bei jedem KLubein Makel finden, wenn man danach sucht.
  • cb750fourk6
    Mittwoch, 20.02.2013, 07:58 Uhr
    @roland Seite 5 Ich bin HSV Fan, dort hat Hoppenheim am Freitag abend 127 Auswärtsfans mitgebracht, -- das sind immerhin 4% der Gesamteinwohner von Hoffenheim (da müssten im Vergleich ca. 80 Tsd. HSV Fans unterwegs sein) Am Freitag.. Es Menschen die Freitags arbeiten müssen.. um 16 Uhr Feierabend und noch ca. 6 Stunden Fahrzeit nach Hamburg .. dann wird es eng rechtzeitig zu Spielbeginn dort zu sein.. Van der Vart /Westermann usw. wurden die aus den Eintrittsgeldern bezahlt oder hat da nicht ein Herr Kühne die Privatschatulle geöffnet.... ". Wenn wir das fortführen wollen, willkommen in der Buli für Audi Ingolstadt, Red Bull Leipzig & Co. - ich gehe dann nicht mehr ins Stadion !" Ich gehe eigentlich wegen meiner Mannschaft ins Stadion egal wer der Gegner ist.. aber jeder wie er halt möchte
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