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04.07.2012, 20:34 Uhr

Heynckes will Bayern-Stars "Feuer" machen

München (dpa) - Jupp Heynckes will um ein triumphales Ende seiner Trainerkarriere kämpfen. Den Vize-Frust habe er überwunden, mit Matthias Sammer als neuem starken Mann an seiner Seite will der 67-Jährige den Bayern-Stars "Feuer unterm Hintern" machen und sie zu Titeln treiben.

"Wir müssen alle dahin kommen, wieder mehr Hunger auf Erfolg zu entwickeln", sagte Heynckes in München. Den Schulterschluss mit Sammer müssen der Trainer und der neue Sport-Vorstand des deutschen Fußball-Rekordmeisters noch mit Leben füllen - Heynckes glaubt aber an eine fruchtbare Kooperation. "Ich bin felsenfest überzeugt, dass wir konstruktiv zusammenarbeiten werden und versuchen, das Optimum für den FC Bayern zu erreichen."

Heynckes möchte als sichtbares Zeichen der Gemeinsamkeit, dass Sammer bei den Spielen auf der Bank sitzt: "Ich empfehle ihm, unten Platz zu nehmen." In den ersten Gesprächen habe er gemerkt, "dass wir ähnliche Vorstellungen vom Fußball haben". Sammer habe ihm schon als Spieler "imponiert", aus diesem Grund: "Er hat nie verlieren können."

Verlieren - gegen Dortmund oder Chelsea - davon hat auch Heynckes genug. "Das sage ich ganz ehrlich. Ich habe lange damit zu tun gehabt", sagte er zur schwierigen Frustbewältigung nach drei zweiten Plätzen. Doch am Mittwoch präsentierte sich der Trainer-Senior der Bundesliga kämpferisch: "Jetzt habe ich wieder die Kraft, die Lust und die Freude, diese Saison anzugehen", versicherte Heynckes, der seinen noch ein Jahr laufenden Vertrag "erfüllen" möchte.

Wie tags zuvor Sammer bei seiner offiziellen Vorstellung verkündete Heynckes einen sofortigen Stopp für Ausreden. Nach der Rückkehr der EM-Teilnehmer werde es "keine Alibis" mehr geben, ab sofort zähle nur noch die Leistung. Der "substanziell verstärkte" Spielerkader gebe ihm die Möglichkeit, den Konkurrenzkampf mehr zu schüren und die Zügel anzuziehen: "Wir sind breiter aufgestellt." Kommen soll noch der spanische Europameister Javier Martinez von Athletic Bilbao, aber nicht für die geforderten 40 Millionen Euro.

Die bisherigen Neuzugänge wie "Straßenfußballer" Xherdan Shaqiri oder die Millionenmänner Mario Mandzukic (VfL Wolfsburg) und Dante (Borussia Mönchengladbach) sollen "Dampf machen", betonte Heynckes. "Ich habe immer großes Vertrauen zu Mario Gomez gehabt und habe es nach wie vor. Aber wenn wir im Champions-League-Finale einen Pizarro oder Mandzukic auf der Bank gehabt hätten, hätten wir das Spiel vielleicht noch gewinnen können", sagte Heynckes speziell zur größeren Konkurrenz im Angriff: "Ich habe Alternativen."

Ein Spezialfall ist für Heynckes der bei der EM ausgelaugt wirkende Mittelfeldchef Bastian Schweinsteiger. Der Nationalspieler hatte sich zudem wieder am rechten Sprunggelenk verletzt. Zweimal hat Heynckes mit Schweinsteiger bereits telefoniert und sich zu einem weiteren Gespräch in dessen letzter Urlaubswoche verabredet: "Für mich ist wichtig, dass Bastian wieder die Fitness kriegt wie im ersten Drittel der letzten Saison. Darum werde ich mich in erster Linie kümmern."

Auch Heynckes ist persönlich beim neuen Angriff auf Rivale Borussia Dortmund zum Erfolg verdammt, wenn er seinen bis 2013 laufenden Vertrag erfüllen will. Sammer sagte ihm seine "ganze Unterstützung" zu. Er stehe nicht als Notfall-Trainer bereit, versicherte der Sport-Vorstand: "Ich werde dem Trainer in keine Dinge der Tagesarbeit hereinreden. Ich werde ein Partner für ihn sein."

Mit der längst eröffneten Nachfolge-Diskussion will Heynckes "locker und gelassen" umgehen. "Wir werden uns in aller Ruhe darüber Gedanken machen", sagte Vorstandchef Karl-Heinz Rummenigge. Man werde "zum Thema Trainer bis zum Weihnachtsfest von Bayern München keine Aussage mehr bekommen", ergänzte er. Präsident Uli Hoeneß, der einen Trainerwechsel 2013 angedeutet hatte, äußerte sich nun in ähnlicher Richtung: "Jetzt wollen wir alles tun, dass Jupp Heynckes hier gut arbeitet. Das Thema sollte man auf der Agenda nicht auf Platz eins setzen." Um Platz eins geht es vor allem wieder in der Tabelle.

Alle News vom: 4. Juli 2012 Zur Übersicht: Sport

137 Meinungen zu "FCB: Heynckes brennt auf Erfolg"

  • hanet972
    Montag, 09.07.2012, 13:33 Uhr
    Der Trainer sollte mal die Laufwege und Sprinteinlagen von Pirlo dem Schweini u.Kroos zeigen. Und dann auf dem Platz umsetzen. Wenn die 2 Bayernspieler 100 m in 15 Sek.schaffen und dann noch die nötige Kondition mitbringen, fehlt bis Pirlo nicht mehr viel. Aber im Mittelfeld muss man auch mal 50 m "jagen" können und nicht spazieren gehen.
  • wikileaks55
    Sonntag, 08.07.2012, 16:56 Uhr
    Da Breno nun vom Hofe ist, dürfen dort ja wieder Feuerzeuge rumliegen. Den Medizinschrank sollten sie aber nicht vergessen abzuschließen, wenn die deprimierten Nationalspieler aus dem Urlaub kommen.
  • DoktorPusteblum
    Sonntag, 08.07.2012, 15:27 Uhr
    @BigDaddyCool """ na vieleicht wird Bayern Meister dann gibs noch mehr zuschreiben und die Neider platzen hi hi """ Im Moment scheinen die Neider doch mehr im Süden zu platzen, oder? Mit dir zusammen kommen da schon etliche tausend Platzer pro Stunde zusammen!!
  • DoktorPusteblum
    Sonntag, 08.07.2012, 15:20 Uhr
    @Chris82 """ Und ultimativ letzte Chance für Schweinsteiger? Ich wusste garnicht dass der schon 35 ist.... """ Wenn du mit mir diskutieren möchtest, dann halte dich an DAS, was ich geschrieben habe. NATÜRLICH hatte Schweinsteiger gegen Chelsea die unangenehme Aufgabe treffen zu müssen. Da er vor Drogba der LETZTE Schütze der Bayern war, plagt er sich am meisten mit schlechten Gefühlen. Und Schweinsteiger ist soviel Leitbulle, dass er das Versagen einfach mehr bei sich als bei den anderen sieht. Ich schätze Schweinsteiger sehr und ebenso schätze ich T. Müller und ich brauche keine große Menschenkenntnis um zu sehen, dass diese beiden Jungs psychisch sehr angeschlagen sind. Ich weiß ja nicht als was DU die Jungs deines FCB siehst: Bei aller Rivalität sehe ich in ihnen besonders jetzt den MENSCHEN.
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