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17.07.2012, 14:07 Uhr

Diskussionen um Sommerpause - "Katastrophal lang"

Düsseldorf (dpa) - Bayer Leverkusens Geschäftsführer Holzhäuser schob die immer wieder auftretende Diskussion um eine zu lange oder zu kurze Sommerpause neu an. Er sagt, drei Monate wie in diesem Jahr seien "unverantwortlich". Andere sind anderer Auffassung.

Holzhäuser ist ein Mann klarer Worte: "Eigentlich ist ein Sommerloch von drei Monaten unverantwortlich." Eintracht Frankfurts Fußball-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen pflichtet bei: "Diese Sommerpause ist katastrophal lang. Die hat uns allen nicht gut getan." Für Nürnbergs Trainer Dieter Hecking zieht sich die Zeit zwischen dem letzten Bundesligaspieltag der Saison 2011/2012 und dem ersten der 50. Saison der deutschen Eliteliga "wie ein Kaugummi".

Dauert die Sommerpause zu lang?

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111 Tage müssen Manager, Trainer, Spieler und Fans in diesem Jahr auf den Wiederbeginn warten. Vor zwölf Monaten waren es 83, im WM-Jahr 2010 104. Das hat aktuell Nachteile, wie Holzhäuser sie vor allem für die Funktionsteams der Topvereine ausmacht. Seine Frage: Wie beschäftigt man die Menschen im Hintergrund? Holzhäusers Antwort: Dank der "formidablen Terminplanung der allherrlichen Verbände müssten die Betroffenen "länger Urlaub machen als alle anderen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer".

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und andere sind unterschiedlicher Meinung bei einem Thema, das laut Klaus Allofs von Werder Bremen "jedes Jahr" wieder neu zum Gesprächsstoff wird. Rummenigge sieht in der diesmal außergewöhnlich langen Pause nur positive Effekte, speziell für die EM-Teilnehmer und die Chef-Übungsleiter: "Die Zeit, die sie jetzt Urlaub haben, ist genau richtig. Dadurch, dass die Bundesliga so spät beginnt, hat der Trainer ausreichend Zeit, die Nationalspieler vorzubereiten."

Holzhäuser konterte. Seiner Auffassung nach ergeben sich für die Trainer deshalb Probleme, weil sie "die Spannung hochhalten müssen, obwohl nichts Spannendes passiert". Es sei an der Zeit, dass über diese Art der Terminplanung nachgedacht und mehr Rücksicht auf die Profivereine genommen werde. Hoffenheims Trainer-Manager Markus Babbel schlug in einer Befragung der Nachrichtenagentur dpa vor, von März bis Dezember durchzuspielen.

Andererseits warnte Babbel: "Ich wüsste nicht, wie sich die Nationalspieler ohne diese Pause regenerieren sollen. Diese Pause ist lebensnotwendig für die Spieler." Dank der langen Unterbrechung könnten die Protagonisten "total runterfahren und sich komplett wieder neu aufbauen". Im Eishockey sei die Zeit zwischen zwei Spielzeiten noch länger, die Spieler könnten sich "vollständig regenerieren". Mike Büskens, Chefcoach von Neuling Fürth, sieht gleichfalls mehr Vor- denn Nachteile. Letztendlich zählt für ihn indes nur eines: "Wir wollen erreichen, dass die Spieler wieder hungrig auf die Kugel sind."

Bremens Trainer Thomas Schaaf hat für die Zeit zwischen Ende und Neubeginn in diesem Jahr drei zentrale Vorbereitungsmaßnahmen angesetzt und sagt: "Es ist zwar eine ganz schön lange Zeit, aber dennoch finde ich sie gut. Wir können viele Themen ansprechen. Ich bin mir sicher, dass mir am Ende doch wieder die Zeit davonrennt." Sein Manager Allofs betrachtet die Situation pragmatisch: "Irgendwo muss es eine Pause geben." Und: "Großartige Veränderungen, was die Länge angeht, wird es nicht geben. Die Bundesliga funktioniert auch so. Wenn wir drei Monate ohne Heimspieleinnahmen auskommen, ist das auch nicht dramatisch."

Alle News vom: 17. Juli 2012 Zur Übersicht: Sport

63 Meinungen zu "Ist Sommerpause zu lang?"

  • sportm8sauer
    Mittwoch, 15.08.2012, 10:59 Uhr
    liebe sportfreunde, es möchte euch niemand euren spaß verderben! ich hab auch nichts gegen kurze kommentare, so wie es für andere anlässe auch usus ist, ... a b e r ... ich bin ernsthaft am überlegen, wie ich eine der antiraucher-kampagne ähnliche aktion starten könnte, um das ganze wieder in erträgliche bahnen zu lenken. ...oder ich beantrage die übertragung der ungekürzten walküre auf ard/zdf . also... tobt euch auf euren sportsendern aus!!! denn zuviel sportm8sauer
  • Eszett
    Samstag, 04.08.2012, 17:49 Uhr
    Viel zu lang. Da haben die blöden Buyern der DFL schön Honig ums Maul geschmiert, weil sie Muffe um ihre paar Nationalspieler haben. Eine Frechheit. Die restlichen 300 Profis können auf den Beginn warten und letztlich gibts für CL und EL Teilnehmer nur englische Wochen
  • sigi3000
    Samstag, 04.08.2012, 13:25 Uhr
    die sommerpause ist viel zu kurz. ich waere fuer januar bis dezember. diese zwangsberieselung mit fussballinformationen ist eine zumutung fuer leute, die sich nicht fuer fussball begeistern koennen.ich waere fuer eine verbannung des fussballs aus dem oeffentlich-rechtlichen fernsehen. das geld koennte man fuer was wirklich wichtiges ausgeben...
  • burost3
    Dienstag, 24.07.2012, 17:38 Uhr
    Pause hin oder her , leider ist das der Unterschied zwischen Arbeiter und Sportler bzw der anderen Promis. Die wenn eine Leistung vollbracht haben werden diese in Himmel gehoben. Aber ein Arbeiter mit körperlicher Anstrengungen bis 8.0 Std. dem wird noch das Urlaubsgeld gekürzt oder das Weihnachtsgeld gestrichen. Bei Erschöpfung keine Pause oder Prämie -Entlassung-.
  • ricco
    Dienstag, 24.07.2012, 07:50 Uhr
    Wie schon mehrfach angedeutet müssten die Herren das ganze Jahr spielen bei den Gehältern. Wird ein Arbeiter der am Hochofen oder einer der die Strassen asphaltiert nach 111 Tagen Urlaub gefragt. Bekommt der den Lohn? Kann der mit 35 Jahren in Rente gehen? Nein. Bekommt der einen Firmenwagen etc. Nein. Also ran an die Maloche
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