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21.06.2012, 16:23 Uhr

Ecclestone nach Geständnis: Nichts zu verbergen

Valencia (dpa) - Das Lebenswerk von Bernie Ecclestone könnte nach dem Geständnis des ehemaligen BayernLB-Vorstands Gerhard Gribkowsky ins Wanken kommen.

Auch wenn der Geschäftsführer der Formel 1 darauf beharrt, dass er "nichts zu verbergen" hat, könnte die Staatsanwaltschaft München noch Anklage gegen den 81 Jahre alten Herrscher der Motorsport-Königsklasse erheben. Unterdessen rief die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland die Unternehmen auf, ihr Engagement in der Formel 1 zu überdenken.

Für den eigenen Bereich würden umfangreiche Kontrollprogramme eingeführt, "aber weiterhin das offensichtlich unseriöse Geschäftsgebaren der Formula One Group und von Herrn Ecclestone zu unterstützen, passt nicht zusammen", sagte Vorstandsmitglied Sylvia Schenk in einer Mitteilung. Die ehemalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer ergänzte: "Aufklärung und eine grundlegende Reform der Formula One Group sind überfällig."

Ecclestone sagte der britischen Zeitung "Daily Telegraph", dass Gribkowsky nur versucht habe, "sich selbst zu retten". Der ehemalige Risiko-Vorstand der BayernLB hatte eingeräumt, 44 Millionen Dollar von Ecclestone erhalten zu haben. Er habe das Geld nach jahrelangen Verhandlungen über den Verkauf der Formel 1 angenommen. Heute sei ihm klar, dass er Fehler gemacht habe und es sich um Bestechungsgeld gehandelt habe.

Vor rund einem Jahr hatte Ecclestone bereits eingeräumt, das Geld gezahlt zu haben. Allerdings fühlte er sich nach eigener Darstellung erpresst. Gribkowsky habe ihm indirekt mit der britischen Steuerbehörde gedroht. "Er hat mich erpresst und ich wollte kein Risiko eingehen. Bei der Investmentgesellschaft war nichts falsch. Gar nichts", hatte Ecclestone zum Verkauf der Formel 1 an CVC gesagt.

Von dem britischen Unternehmen war Ecclestone als Formel-1-Geschäftsführer installiert worden. Das Reich des Multi-Milliardärs blieb praktisch dasselbe, nachdem sich Ecclestone Ende der 70er Jahre die Werberechte an den Rennstrecken und anschließend die TV-Rechte gesichert hatte. Ecclestone machte die Formel 1 in über drei Jahrzehnten zum weltweiten Spektakel.

Ein Ende der Ära Ecclestone ist für ihn selbst nicht in Sicht, über mögliche Nachfolger herrscht komplette Ungewissheit. "Ich habe derzeit nicht die Absicht zu sterben. Und ganz sicher werde ich nicht in Rente gehen, ehe ich meine Pläne für die Formel 1 umgesetzt habe", sagte er in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa vor Saisonbeginn. Er wolle noch viele generelle Dinge in der Formel 1 ändern, "das möchte ich abschließen. Ich denke also, für ein paar Jahre bleibe ich noch."

Wie sich die Lage entwickelt, bleibt nun abzuwarten. Die Staatsanwaltschaft München hat noch nicht über eine mögliche Anklage gegen Ecclestone entschieden. Das Strafverfahren gegen Gribkowsky und das Ermittlungsverfahren gegen Ecclestone seien zwei getrennte Vorgänge, sagte ein Sprecher. Im Fahrerlager beim Großen Preis von Europa dürfte es ein Thema bleiben. "Ich bin in dem Fall nicht so drin. Ich weiß nicht, welche Auswirkungen das hat oder was da genau passiert", sagte Rennfahrer Nico Hülkenberg. Er will sich aber noch schlaumachen.

Alle News vom: 21. Juni 2012 Zur Übersicht: Sport

19 Meinungen zu "Geständnis bedroht Formel 1"

  • karlnapp66
    Freitag, 22.06.2012, 14:12 Uhr
    nur betrüger diese bonzen.
  • nevella
    Freitag, 22.06.2012, 12:49 Uhr
    Dass Ecclestone schon immer die Fäden gezogen hat und weiter zieht ist doch hinlänglich bekannt. Wenn der sein „Büchlein“ veröffentlich wer schon alles wie viel Geld für „was auch immer“ bekommen hat, würde die Öffentlichkeit wohl lange staunen. Würde mich nicht wundern wenn Gribkowsky doch noch auf einem Stück Seife ausrutscht.
  • pinbot
    Freitag, 22.06.2012, 12:12 Uhr
    @monello Hier schlumpft immer irgendein Komiker rum und drückt auf jedes Minus, aus Spass an der Freud. Gar nicht beachten, das Kerlchen. Zu Bernie: bin gespannt, ob er sich nochmal in D blicken lässt...er müsste wohl mit seiner Verhaftung rechnen.
  • Vancry
    Freitag, 22.06.2012, 11:16 Uhr
    die superreichen haben doch alle dreck am stecken, da sie mit wachsendem vermögen immer gieriger werden...
  • monello
    Freitag, 22.06.2012, 11:00 Uhr
    Wer hat mir den da einen Daumen runter gegeben? Wieso. Kann man da anderer Meinung sein? Also melde dich und begründe es.
  • Mausebeenchen
    Freitag, 22.06.2012, 10:45 Uhr
    Nach wie vor gegiert Geld die Welt und das Volk wird immer der "Beschissene"sein! ...schon den Spendenskandal von unserem heutigen Finanzminister vergessen? Im Sport wie in der Politik,wir ändern es nicht......
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