"King Arthur 2 - The Roleplaying Wargame" im Test
Von Herbert AichingerDie Saga um Artus, sein sagenhaftes Schwert Excalibur und den Heiligen Gral lag dem Neocore-Spiel "King Arthur" aus dem Jahr 2010 zugrunde. Nun spinnen die Entwickler die Geschichte fort und entfernen sich damit weit von der überlieferten Legende: Arthus liegt krank darnieder, der Heilige Gral ist zerbrochen, die Ritter der Tafelrunde sind zerstritten und sein einst stolzes Reich wird von allen Seiten überrannt: von Wikingern, Pikten und einer mysteriösen Dämonenschar, gerufen von der Hexe Morgana. All diese Gruppierungen kämpfen um die Vorherrschaft, und es ist die Aufgabe des Spielers, mit Helden und Heeren die Ordnung in Britannien wiederherzustellen.
In einer ausgedehnten Kampagne - allein der Prolog dauert etliche Stunden - gilt es, auf einer Übersichtskarte rundenbasiert Städte einzunehmen, Truppen auszuheben, die Infrastruktur auszubauen und eine Vielzahl von Aufgaben und Missionen zu absolvieren, in deren Verlauf man immer wieder Entscheidungen treffen muss, die den Fortgang des Abenteuers beeinflussen. Das liest sich aufregender, als es ist. Denn solche Aktionen bestehen zum großen Teil darin, spröde Textfenster durchzuklicken, deren Inhalt ein Sprecher vom "Typ Märchenonkel" in epischen Worten schildert. Abhängig davon, welchen Weg man wählt, kommt es immer wieder zu gewaltigen Schlachten, die sich entweder zeitsparend auswürfeln oder in Echtzeit austragen lassen.
Das Prozedere erinnert dabei deutlich an Segas "Total War"-Reihe: Man rekrutiert Helden und stellt eine Armee aus verschiedenen Waffeneinheiten zusammen, optimiert die Formation auf dem Schlachtfeld und bläst dann zum Angriff. Anders als in "Total War" bekommt man es in "King Arthur 2" jedoch immer wieder mit mächtigen Boss-Gegnern zu tun. Drachen und gewaltige Käferkreaturen nehmen dann den gesamten Bildschirm ein. Es lohnt sich zudem, wichtige Punkte auf der Karte zu kontrollieren, die den eigenen Einheiten einen deutlich spürbaren Vorteil verleihen. Aber auch die mitgeführten Helden profitieren von eroberten Türmen und Bollwerken, die die Regeneratonszeiten von Feuerstürmen reduzieren oder Schilde stärken. Dennoch machen die Schlachten nur begrenzt Spaß. Das liegt vor allem an der schwerfälligen und viel zu niedrig eingestellten Kamera, mit der man insbesondere in hügeligem, bewaldetem Terrain zu kämpfen hat.
Zudem machen der Verkaufsversion von "King Arthur 2" lange Ladezeiten, Bugs und massive Performance-Probleme zu schaffen. Über die Online-Vertriebsplattform "Steam" wurde bereits ein erster Patch bereitgestellt, der aber bei Weitem noch nicht alle Schwächen ausmerzen konnte. So ist es nach wie vor keine Seltenheit, dass man mitten in der Schlacht unversehens wieder auf dem Windows-Desktop landet.
Fazit: "King Arthur 2" bietet anspruchsvolle Strategiekost, in der man seine Streitkräfte und Helden wie in einem Rollenspiel mit der Zeit immer weiter hochpäppeln kann - ein Titel für ausgesprochene Spezialisten und weniger für den Massenmarkt. Was jedoch noch fehlt, ist ein weiterer Feinschliff, vor allem in Sachen Performance und Stabilität.
Wertung
| Grafik | gut |
| Sound | gut |
| Steuerung | befriedigend |
| Spielspaß | befriedigend |
| Gesamt | befriedigend |
Datenblatt
| Titel | King Arthur 2 - The Roleplaying Wargame |
| Genre | Strategie |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene |
| Plattform | PC (getestet) |
| System | Minimum CPU mit 2 GHz, 2 GB RAM, 3D-Grafikkarte mit 512 MB RAM, 16 GB Festplattenspeicher |
| Mehrspieler | nein |
| Entwickler | Neocoregames/Paradox |
| Anbieter | Koch Media |
| Preis | ca. 40 Euro |
| EAN | 4020628088460 |
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