Das mit dem Fliegen ist so eine Sache - sogar Genies wie Leonardo da Vinci haben sich an der Konstruktion eines praxistauglichen Fluggeräts die Zähne ausgebissen. Doch glaubt man der Geschichte von "Lost Chronicles of Zerzura", war er nicht der Einzige, der in der Renaissance versuchte, die Schwerkraft zu überwinden. Der junge Feodor und sein Bruder Ramon werkeln in ihrer Erfinderwerkstatt nahe Barcelona ebenfalls an einem ambitionierten Flugapparat und haben schon mehrere schmerzhafte Bruchlandungen hinnehmen müssen. Und sie haben ein zusätzliches Problem: Für die Kirche sind die Flugversuche Teufelswerk - und sollte sie von den Experimenten Wind bekommen, heftet sich die spanische Inquisition an die Fersen des Erfinderduos. Tatsächlich wird Ramon schon bald vom Großinquisitor verschleppt, der auch noch andere Pläne zu verfolgen scheint: Er sucht Zerzura, die legendäre weiße Stadt, die mit immerwährender Gesundheit lockt. Feodor nimmt die Verfolgung auf ...
Das Abenteuer führt den Spieler von Barcelona aus übers Mittelmeer bis in die Wüstenlandschaften Afrikas. Bei der Gestaltung der Schauplätze beweist Cranberry viel Stilgefühl - jeder Ort ist liebevoll und detailliert in Szene gesetzt und erinnert tatsächlich an alte Darstellungen aus der Zeit Albrecht Dürers und Leonardo da Vincis. Aber auch die Spielfiguren, allen voran Feodor und die Korsarentochter Jamalia, mit der er sich bissige Wortkabbeleien liefert, sind flüssig animiert und überzeugen durch natürliche Bewegungen ebenso wie durch die ausgezeichneten Synchronsprecher. Vom ersten Moment an taucht der Spieler ein in eine abwechslungsreiche Fantasiewelt mit glaubwürdigen Charakteren und rundum gelungener Renaissance-Atmosphäre.
Die Point&Click-Steuerung lässt keinen Komfort vermissen - eine versteckte Menüleiste am unteren Rand des Monitors hält kombinierbare Gegenstände und in Dialogen verschiedene Gesprächsoptionen bereit. Per Leertaste lassen sich alle wichtigen Hotspots auf dem Bildschirm sichtbar machen. Ein Tagebuch protokolliert automatisch das Geschehen mit und dient als Gedächtnisstütze für anstehende Aufgaben. Die Rätsel selbst sind durchweg logisch und mit gesundem Menschenverstand zu knacken. Ungewöhnlich, aber leider nur selten genutzt: Neben den obligatorischen "Wende Gegenstand X auf Y an"-Aktionen gibt es auch die Möglichkeit, Erfindungen auf dem Reißbrett zu skizzieren oder diverse Mini-Games zu absolvieren.
"Lost Chronicles of Zerzura" ist ein rundes und technisch ausgereiftes Spiel geworden, das Freunden guter Geschichten viele unterhaltsame Stunden bereiten kann. Wer die Spiele der "Black Mirror"-Trilogie schon mochte, darf sich auf die Suche nach Zerzura begeben. Allein die etwas spärlichen und karg inszenierten Zwischensequenzen und der niedrige Schwierigkeitsgrad kann man den Machern ankreiden.
Wertung
| Grafik | gut |
| Sound | gut |
| Steuerung | gut |
| Spielspaß | gut |
| Gesamt | gut |
Datenblatt
| Titel | The Lost Chronicles of Zerzura |
| Genre | Adventure |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Schwierigkeit | Für Einsteiger und Fortgeschrittene |
| Plattform | PC (getestet) |
| System | Minimum CPU mit 1,4 GHz, 512 MB RAM, Grafikkarte mit 128 MB RAM und Shader Model 2, 6 GB Festplattenspeicher |
| Mehrspieler | nein |
| Entwickler | Cranberry Production |
| Anbieter | dtp |
| Preis | ca. 40 Euro |
| EAN | 4017244028512 |
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