Jeder Zehnte verdient zu wenig
Der Anteil an Tieflohnstellen am gesamten Arbeitsplatzangebot der Unternehmen belief sich auf 10,5 Prozent. Das BFS spricht von Tieflohnstellen, wenn der auf der Basis eines Vollzeitpensums von 40 Wochenstunden berechnete Lohn weniger als zwei Drittel des standardisierten Bruttomedianlohnes ausmacht. Im Jahr 2010 galt ein Lohn unter 3986 Franken als tief.
Mehr als zwei Drittel der Tieflohnstellen (68,4 Prozent) haben Frauen inne. Mit anderen Worten: Fast jede fünfte Frau (19,1 Prozent) muss mit einem tieferen Lohn auskommen; bei den Männern sind es hingegen nur 6,9 Prozent. Besonders betroffen sind zudem Personen ohne Schweizer Pass. Der Anteil der Tieflohnbezügerinnen und -bezüger ist bei Angestellten ausländischer Nationalität mit 18,5 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Schweizer Staatsangehörigen
Auch zwischen den Branchen sind die Unterschiede gross: So beträgt beispielsweise in der Gastronomie der Anteil an Tieflohnstellen 42,1 Prozent. Rund die Hälfte aller Tieflohnstellen verteilt sich auf die vier Wirtschaftszweige Detailhandel, Gastronomie, Beherbergung und Gebäudebetreuung/Garten- und Landschaftsbau.
Die Grösse des Unternehmens spielt ebenfalls eine Rolle: Über die Hälfte der Tieflohnstellen (52,9 Prozent) wurden in kleinen Firmen mit weniger als 50 Angestellten gezählt. Im Allgemeinen nehme der Anteil der Tieflohnstellen mit zunehmender Grösse des Unternehmens ab, schreibt das BFS dazu.
Einen starken Einfluss hat zudem das Dienstalter: Über die Hälfte der Angestellten im Tieflohnbereich arbeiten seit weniger als 3 Jahren im gleichen Unternehmen. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) sieht sich mit den vom BFS veröffentlichten Daten in seiner Einschätzung bestätigt. Es brauche Gesamtarbeitsverträge und einen staatlich festgelegten Mindestlohn, wie ihn die Anfang Jahr eingereichte Mindestlohn-Initiative fordert.
© sda
4 Meinungen zu "Jeder Zehnte verdient zu wenig"
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rolste
Donnerstag, 21.06.2012, 10:58 Uhr @almosa Warum nichts dagegen unternommen wird ? Der Schweizer hat nie gelernt um sein Recht zu kämpfen. Er ist und bleibt ein Feigling und Hosenschweisser welcher zwar am Stammtisch eine grosse Klappe schwingt, im entscheidenenden Moment unsicher wird und kuscht. Auf die Strasse gehen ? "Um himmelswillen, nein. " Was würden andere von mir denken ? Das ist das typisch schweizerische Denkschema. Seine Meinung bezieht er aus dem Wischiwaschi-Geschwätz von TV-Swendungen wie "Arena" und Konsorte, Boulevardpresse, bestimmte linksangehauchte private Radiosender und betrachtet sie schlussendlich als seine eigene. Immer schön brav sein, ja keine Opposition machen und zähneknirrschend alles akzeptieren was einem vorgesetzt wird. So wurden wir eerzogen und so werden wir sterben. Pflegeleicht und ein leichter Spielball für einschlägige Interessengruppen. Und wer dagegen aufmupft wird tadelnd mit dedr obligatorischen Bemerkungen zurechtgewiesen wie: "Wenn man aber ins Ausland schaut, geht es uns doch ganz gut oder?" Nun liebe Schweizer. Wenn ihr das so wollt, dann ist das euer Bier, aber meckert nicht stetig herum. -
alamosa
Donnerstag, 21.06.2012, 10:22 Uhr Und da wundern wir uns, warum wir im Gastgewerbe eine grose Mehrheit an ausländischen Arbeitnehmern haben, denn die (leider) verdienen in der Schweiz immer noch mehr als z.B. in Deutschland, wo für eine gute Position netto weit unter EUR 2000.- pro Monat bezahlt wird. Die Löhne in der Gastronomie in der Schweiz sind ein Skandal, wobei ich nicht die Löhne der Manager im Gastgewerbe anspreche. Dies wäre ein anderes Thema. Ich verstehe aber nicht, warum die Gastro-Gewerkschaften nicht mehr gegen solche Tioefstlöhne unternehmen (Arbeitsniederlegung usw)? Es gibt halt leider Situationen, wo dieses letzte Mittel angewandt werden muss. -
schriftzeichen
Donnerstag, 21.06.2012, 09:51 Uhr Erschreckend, nicht wahr? Die weiter sich daraus entwickelnden Forderungen sind nicht der Torheit letzter Schluss. Ich war meistens unterbezahlt bis heute, mir wäre nie in den Sinn gekommen mehr Lohn zu fordern, oder gar politische Forderungen zu stellen. Wir haben eine Familie mit vier Kindern sehr gut durchgebracht, und keines der nun erwachsen gewordenen Kinder hat je dabei gemeckert, wir waren glücklich mit dem was wir hatten. Gleich zweimal wurde ich arbeitslos, fand jedesmal eine Arbeit, wenn auch nicht diejenige, die ich mit Vorliebe gehabt hätte. Die fortgesetzten Forderungen an den Arbeitgeber und an die Gesetzgeber verschlimmern die Situation, Forderungen sind immer mit unangenehmen Mehrkosten verbunden, die wiederum von der Allgemeinheit getragen werden müssen, und zu dieser Allgemeinheit gehören Sie und ich dazu. Zufrieden mit dem, was man hat ist der Schlüssel zum Lebensglück! Es wäre für die Politiker höchstens zu überlegen, ob nicht endlich der Luxus höher besteuert werden sollte. Macht doch mal einen Katalog, wo der Luxus beginnt und dann handelt danach. Es wäre auch zu überlegen, ob man nicht einmal die Grundnahrungsmittelpreise so ansetzen müsste, dass alle zu Essen haben. Allgemein müssten sämtliche Preise runtergesetzt und eingefroren werden, und dann müssen zwangsläufig die Löhne ( auch der Mehrverdienenden ) danach neu festgelegt werden. Fazit: Es gibt Alternativen unseren Staat wieder auf Vordermann zu bringen! Frage: Braucht man einen BMW, einen AUDI, einen Mercedes um leben zu können? Das ist Luxus für die meisten, die immer nach "noch mehr " verlangen. -
karo12
Donnerstag, 21.06.2012, 09:01 Uhr Und was soll daran so aussergewöhnlich sein? Wenn man die Politik der von Somaruga geleiteteten Migrationsbehörde und die damit verbundene Einwanderungswelle und die von der Industrie geförderte Lohndrückerei anschaut, ist nichts mehr verwunderlich. Wenn man so dumm ist den eigenen Nebenbuhler seiner Frau vorzustelen, muss man sich nicht wundern wenn die Frau die Chance ergreift. Selber schuld ? Ja! Besser wieder mal den eigenen Kopf zu Nachdenken einschalten, als alles nachzuplappern was gewisse politischen "Selbstdarsteller" in einschlägigen Talksendungen an Ratschlägen von sich geben.
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