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29.12.2012, 13:35 Uhr

Kretschmann kritisiert Verhandlungen im Fluglärmstreit

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann gibt dem deutschen Verkehrsminister Ramsauer eine Mitschuld am Widerstand in Deutschland gegen das Fluglärm-Abkommen. Direkte Verhandlungen Baden-Württembergs mit den Kantonen auf der anderen Seite der Grenze hätten in seinen Augen Erfolg bringen können.

Ramsauer trage "grosse Verantwortung für das Debakel", sagte Kretschmann in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit den Zeitungen "Tages-Anzeiger" und "Der Bund".

Unterschiedliche Auslegungen

Im Vertragstext seien wichtige konkrete Fragen wie Flugrouten und Flughöhen beim Anflug auf Zürich über Süddeutschland nicht genau geregelt. "Und wenn zwei Seiten einen Vertrag so unterschiedlich auslegen wie Deutschland und die Schweiz, spricht es nicht für dessen Qualität."

Die Eidgenossenschaft habe mit der Bundesrepublik Deutschland verhandelt, kritisierte der grüne Politiker. "Wichtige Dinge habe ich als Ministerpräsident des stark betroffenen Bundeslands Baden-Württemberg aus der Zeitung erfahren. Hätten wir direkt mit den Kantonen auf der anderen Seite der Grenze verhandelt, hätten wir es hingekriegt."

Den Flugbetrieb mit einer einseitigen Verordnung einzuschränken, ist für Kretschmann keine Option. "Dazu sollten wir es auf keinen Fall kommen lassen," sagte er auf die entsprechende Frage.

Botschaft bei den Räten

Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer kündigte nach heftigem Widerstand aus Baden-Württemberg an, mit der Ratifikation zuzuwarten, bis gewisse Fragen geklärt sind. Deutschland will noch einmal nachverhandeln. Die Schweiz zeigte sich offen für die Klärung von Fragen, hielt Nachverhandlungen aber nicht für nötig.

Der Bundesrat übergab im Dezember die Botschaft zum Fluglärm-Abkommen dem Parlament. Verkehrsministerin Doris Leuthard rechnet aber damit, dass die Räte nicht entscheiden, so lange Deutschland den Ratifizierungsprozess nicht einleitet.

Damit der im September von Leuthard und Ramsauer unterzeichnete Staatsvertrag in Kraft treten kann, müssen ihn die Parlamente beider Länder ratifizieren. In der Schweiz untersteht er dem fakultativen Referendum.

© sda

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1 Meinungen zu "Kretschmann übt Fluglärm-Kritik"

  • Patrick197600
    Samstag, 29.12.2012, 15:40 Uhr
    Dieser Beitrag,beweist einfach nur wieder einmal mehr,wie unfähig Politiker sind!!!Ich hab es ohnehin bis heute nie begreifen können,warum Flugzeuge die in Zürich-Kloten landen und dabei von Norden her kommen,über deutsches Gebiet fliegen müssen.Ich weiss nicht,wieviele Kilometer der Flughafen Zürich von der Grenze entfernt ist.Auf jeden Fall nicht nur wenige Kilometer!Man hätte bereits Anfang der 90 er Jahre,wo der Flugverkehr stärker zu wachsen begann,damit beginnen sollen,den Fluglärm gerecht zu verteilen!Man hat dies nie gemacht und dass alles ist jetzt sozusagen das Endergebniss!
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