Nationalrat segnet Steuerabkommen ab
Die Abkommen sind auch in der Schweiz umstritten: Die beiden grössten Fraktionen - jene der SVP und jene der SP - stellten sich dagegen. Da die SP-Fraktion gespalten war, reichte dies jedoch nicht für ein Nein.
Das Abkommen mit Deutschland passierte im Nationalrat mit 108 zu 81 Stimmen bei 2 Enthaltungen, jenes mit Grossbritannien mit 109 zu 81 bei 1 Enthaltung und jenes mit Österreich mit 138 zu 51 bei 2 Enthaltungen. Die Abkommen unterstehen dem fakultativen Referendum. Sollte dieses ergriffen werden und zustande kommen, würde die Abstimmung voraussichtlich am 25. November stattfinden.
Pragmatische Lösung
Kernstück der Abkommen ist die Abgeltungssteuer. Diese soll gewährleisten, dass andere Staaten die ihnen zustehenden Steuergelder erhalten, ohne dass die Schweiz das Bankgeheimnis aufgeben muss. Die Banken ziehen ausländischen Kunden einen pauschalen Steuerbetrag von nicht deklarierten Vermögen und künftigen Kapitalerträgen ab. Die Schweiz überweist das Geld dann an die Behörden im Ausland, ohne die Steuersünder zu verraten.
Die Mehrheit im Nationalrat sah darin eine pragmatische Lösung für das Schwarzgeldproblem. "Der Unmut ist zwar gross, aber die Vernunft obsiegt", resümierte Lucrezia Meier-Schatz (CVP/SG). Die Banken bräuchten eine akzeptable Lösung für die Vergangenheit und für die nahe Zukunft.
Umsetzung nicht geregelt
Nein sagte der Nationalrat zum Gesetz über die internationale Quellenbesteuerung, das die Umsetzung der Steuerabkommen in der Schweiz regelt. Der Entscheid fiel mit 89 zu 85 Stimmen bei 5 Enthaltungen. Den Ausschlag gaben die Stimmen der SVP und der SP.
Die SP hatte erfolglos versucht, ihre Anliegen im Gesetz zu verankern. So verlangte sie etwa, dass die Schweiz auch Entwicklungsländern solche Abkommen anbieten soll. Ausserdem wollte sie festhalten, dass die Abgeltungssteuer eine Ergänzung zum automatischen Informationsaustausch darstellt.
Das Gesetz geht nun zur Differenzbereinigung zurück an den Ständerat, der es am Dienstag gutgeheissen hatte. An der Zustimmung zu den Steuerabkommen ändert dies nichts. Nehmen die Abkommen auch die weiteren Hürden, treten sie nächstes Jahr in Kraft. In Deutschland bleibt der Widerstand jedoch gross.
© sda
2 Meinungen zu "Nationalrat: Ja zu Abkommen"
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EUKritiker
Donnerstag, 31.05.2012, 11:30 Uhr Jaja, böse böse Schweiz... Wenn jemand Geld anlegen will ohne es zu versteuern sollte er nach Deutschland gehen. Sämtliche angefragte Banken in De haben sich bereit erklärt unversteuerte 100´000Sfr. anzunehmen, ohne weitere Fragen... guckst du hier: http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/deutsche-banken-buhlen-um-schweizer-schwarzgeld Soviel zur Doppelmoral DE´s. Aber immer schön weiter auf die Schweiz einprügeln mit Peitsche und Kavallerie ;-) -
vespa125px
Donnerstag, 31.05.2012, 08:45 Uhr Herr Levrat, welcher mit seiner SP den Kapitalismus abschaffen will und mit einem EU-Beitritt liebäugelt, wurde vom Parlament sehr deutlich abgestraft. Offensichtlich hat die Mehrheit unserer Parlamentarier/-innen begriffen, dass ja insbesondere Deutschland Geld von uns will, um den gescheiterten EURO durchzufuttern. Die deutschen Politiker (Steinbrück und Co.) sollten sich vielleicht einmal Gedanken darüber machen, warum ihre Bürger das Geld ins Ausland verschieben.
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