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13.06.2012, 10:14 Uhr

Allianz für arbeitsfreien Sonntag

Gewerkschaften, Kirchen, Frauenorganisationen und linke Parteien wollen sich gemeinsam gegen Arbeit am Sonntag engagieren. Sie haben die "Sonntagsallianz" gegründet, um den Sonntag gesetzlich als Tag der Erholung und des sozialen Beisammenseins zu schützen.

Im Auge hat die Allianz "Freier Sonntag Schweiz" vor allem die Entwicklungen im Detailhandel. Doch auch zunehmend flexibilisierte Arbeitszeiten, beispielsweise bei der Post, in der Telekommunikation oder im Buchhandel, will sie nicht hinnehmen. Der Sonntag dürfe nicht Wirtschaftsinteressen geopfert werden, macht die "Sonntagsallianz" in ihrer am Mittwoch in Bern präsentierten Gründungserklärung geltend. Gemäss von der Allianz zitierten Zahlen des Bundes stieg die Zahl der am Sonntag Beschäftigten von 2003 bis 2009 um 12 Prozent auf mehr als 400'000.

2005 entschied das Volk mit hauchdünnem Mehr, Sonntagsverkäufe in grossen Bahnhöfen und Flughäfen nicht einzuschränken. Doch den damals versprochenen nationalen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für das betroffene Personal gebe es noch immer nicht, sagte Vania Alleva von der Geschäftsleitung der Gewerkschaft Unia.

In den vergangenen sieben Jahren seien in den Kantonen und auf Bundesebene etliche Vorstösse für längere Ladenöffnungszeiten eingereicht worden. Doch neun von zehn dieser Vorlagen hätten die Stimmenden abgelehnt. Am kommenden Wochenende wird in den Kantonen Zürich und Luzern über längere Öffnungszeiten abgestimmt.

Unterstützen will die Allianz ein allfälliges Referendum gegen die Einführung von Sonntagsarbeit in Tankstellenshops. Der Nationalrat hiess eine entsprechende Änderung des Arbeitsgesetzes gut. Demnach sollen Läden der Tankstellen an Autobahnraststätten und Hauptverkehrsstrassen rund um die Uhr öffnen können. Die Vorlage ist derzeit im Ständerat.

Keine neuen Stellen

Mit Sonntagsarbeit entstünden keine neuen Stellen, sondern die bestehenden Arbeitsverhältnisse würden schlechter, warnte Kurt Regotz, Präsident der Gewerkschaft Syna. Einsätze würden über längere Zeitspannen verteilt und unter mehr Personen aufgeteilt.

Regotz befürchtet zudem, dass in einigen Branchen bezahlte Zuschläge für Sonntagsarbeit unter Druck geraten könnten, falls Sonntagsarbeit weiter zunimmt. Könnten die Menschen auch an Sonntagen oder nachts einkaufen, würden nicht mehr Waren abgesetzt.

© sda

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5 Meinungen zu "Sonntags soll Ruhe herrschen"

  • AndreaMordasini
    Montag, 24.09.2012, 12:19 Uhr
    Ich frage mich ernsthaft, obes so lange Öffnungszeiten wirklich braucht. Wer bitte geht schon "freiwillig" bereits um 6.00 morgens einkaufen? Sind wir tatsächlich schon so dermassen verwöhnt, dass die jetzigen Öffnungszeiten inkl Abend- und Samstagsverkauf nicht mehr ausreichen? Früher - vor ein paar Jahren, gings doch auch? Ich, als KUNDIN, finde so lange Öffnungszeiten eine Frechheit gegenüber dem eh schon schlecht bezahlten Verkaufspersonal :(. Mit etwas gutem Willen und etwas guter Organisation reicht es jedem/jeder bei den momentanen Öffnungszeiten einkaufen zu gehen, egal ob selbstständig, 100%, Teilzeit oder Schicht arbeitend. Und sonst gibt es ja bereits unzählige Onlineshops, wo man rund um die Uhr Ware, mittlerweile auch Nahrungsmittel, Pflegeprodukte, Haushaltsartikel etc besorgen kann, die erst noch direkt nach Hause geliefert werden - wie zum Beispiel bei leshop oder coop@home. Und jeder, der hier so laut nach verlängerten Öffnungszeiten schreit und sich am liebsten Zustände wie in den USA wünscht - versetzt Euch alle bitte wenigstens einmal in die Situation der Verkäuferinnen und Verkäufer, denen zu wenig Lohn noch mehr an Freiheit genommen wird :(!
  • Mallorca
    Mittwoch, 13.06.2012, 17:04 Uhr
    Was die Öffnungszeiten angeht ist die Schweiz ein Entwicklungsland!! Da müsste Nachgebessert werden. Aber soweit denkt da Oben ja keiner. Hauptsache die Handwerker reissen täglich Ihre 11 Stunden ab damit se im Winter die Kohle wieder drin haben. Wat für ein schwachsinniges System...
  • dopero
    Mittwoch, 13.06.2012, 13:23 Uhr
    Wieder so ein typisch links-grüner mit Religion angehauchter Furz, der an den Bedürfnissen einer weiten Bevölkerungsmehrheit vorbeischiesst.
  • 1Bildung
    Mittwoch, 13.06.2012, 13:16 Uhr
    @vankoch Weil er sonst nicht arbeitet! Könnte ja auch sein, dass sich ehemals berufstätige Leute aus Langeweile in die Kirche verirren ....
  • vankoch
    Mittwoch, 13.06.2012, 11:30 Uhr
    Wenn sich die Kirchen für einen arbeitsfreien Sonntag einsetzen - warum arbeitet dann der Pfarrer am Sonntag?
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