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04.07.2012, 10:02 Uhr

Cern: Panne beim "Gottesteilchen"

Die Wissenschaft feiert einen historischen Erfolg: Eines der grössten physikalischen Rätsel der Gegenwart ist offenbar gelöst. Wissenschaftler am Kernforschungszentrum Cern in Genf haben mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit das auch "Gottesteilchen" genannte Higgs-Boson gefunden.

Die Fehlerwahrscheinlichkeit betrage nur eins zu einer Million, betonten die Forscher. "Wir haben eine Entdeckung - wir haben ein Teilchen gefunden, das konsistent mit dem Higgs-Boson ist", sagte Cern-Generaldirektor Rolf Heuer am Mittwoch im Cern-Auditorium in Genf.

Damit bestätigte er unter donnerndem Applaus und Jubelrufen offiziell, dass die Teilchenphysiker nach mehreren Jahrzehnten der Suche das letzte bislang nicht nachgewiesene Teilchen im Standardmodell der Physik gefunden haben. Übersetzt in die Laiensprache würde er sagen: "Wir haben es", betonte Heuer.

Higgs ist begeistert

Das Higgs-Boson ist ein fundamentaler Baustein unseres heutigen physikalischen Weltbilds. Es gilt als der Urheber für eine der Grundeigenschaften aller Materie: die Masse.

Der britische Physiker Peter Higgs, der die theoretischen Grundlagen für das nach ihm benannte Teilchen legte, zeigte sich begeistert. Er habe kaum geglaubt, dass der experimentelle Nachweis noch zu seinen Lebzeiten gelingen werde, sagte der 83-Jährige in Genf. Das sei ein "gewaltiger Erfolg" und "wirklich grossartig".

Kollision von Protonen

Cern-Forscher haben wahrscheinlich das "Gottesteilchen" gefunden. >

Resultat vorläufig

Die Cern-Forscher bezeichnen ihr Ergebnis noch als vorläufig, da die Auswertungen nicht abgeschlossen seien. Man müsse noch prüfen, ob sich das neu entdeckte Teilchen tatsächlich mit Fermionen, den Teilchen der normalen Materie, verbinde. Denn erst dieser Prozess sei es, der der Materie die Masse verleihe - und der das Standardmodell Higgs-Boson charakterisiere.

"Dazu brauchen wir vermutlich noch dieses Jahr", prognostiziert der Leiter des Instituts für Experimentelle Kernphysik am Karlsruher Institut für Technologie und langjährige Mitarbeiter am Cern, Professor Thomas Müller.

© sda

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