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13.06.2012, 10:07 Uhr

Schönheit auf den zweiten Blick - Streifzug durch Mannheim

Mannheim (dpa/tmn) - Baden-Württembergs zweitgrößte Stadt Mannheim hat an ihrem Image einer öden und grauen Industrie- und Arbeiterstadt zu knabbern. Doch in Sachen Musik mischt Mannheim ganz groß mit.

Michael Herberger steht im betonverkleideten Foyer der Mannheimer Popakademie und breitet seine Arme aus: "Ich habe in Mannheim alles, was ich brauche" sagt er. Dass Zugereiste sich nur selten auf den ersten Blick in die Stadt verlieben, weiß er. "Man braucht Zeit und muss dem Ganzen hier eine Chance geben", erklärt der Mitbegründer und Keyboarder der Söhne Mannheims. "Mannheim ist eine Stadt, die man entdecken muss. Sie ist auf den ersten Blick keine Schönheit."

Gegenüber der Popakademie, die jüngst um zwei Stockwerke erweitert wurde, liegt der Containerhafen am Rhein und auf der anderen Seite des Flusses der Chemieriese BASF. In Mannheim lernte das Auto dank Carl Benz rollen, Karl Freiherr von Drais entwickelte hier das erste Zweirad. Die Spuren davon sind bis heute unübersehbar. Industrieromantik pur für Liebhaber.

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Wer's anders mag: Unweit entfernt liegt das Mannheimer Barockschloss, in dem heute die Universität untergebracht ist, oder der Friedrichsplatz mit dem Wasserturm - eine der schönsten Jugendstilanlagen Europas.

Mannheim ist eine Stadt der Gegensätze. Alles sei in Bewegung, sagt Herberger - vor allem in Sachen Kunst und Kultur. Dass Mannheim eine Musikstadt ist, zeige sich nirgends besser als in der Popakademie - der einzigen in Deutschland.

Die Musikschmiede steht mitten im Jungbusch, einem Problemviertel, das sich in den kommenden Jahren zum kreativen Mittelpunkt der Stadt mausern soll. In das ehemalige Hafenviertel pumpt die Stadt Geld für den Strukturwandel. Szenekneipen, Theaterprojekte für Migrantenkinder und Kreativbüros liegen neben türkischen Gemüseläden und Kulturvereinen.

Doch nicht nur wegen der Musik ist Mannheim bekannt. Das 1799 von Kurfürst Carl Theodor gegründete Nationaltheater ist das älteste kommunale Theater der Welt, unter anderem wurden hier Friedrich Schillers "Die Räuber" uraufgeführt. Die Universität hat sich vor allem in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zu einer der ersten Adressen gemausert. Ihre Herberge, das Barockschloss, bietet Besuchern nach einer Komplettsanierung seit einigen Jahren wieder Einblicke in das Leben am kurfürstlichen Hof.

Wenn er entspannen will, zieht es den zweifachen Vater Herberger am Wochenende mit den Kindern in den Mannheimer Luisenpark, die Pfalz oder nach Heidelberg. Alles einen Steinwurf entfernt.

Ob die Söhne Mannheims den Ruf der Stadt aufgepeppt haben? Herberger winkt ab. Aber er gibt zu: Es sei schon ein unglaubliches Gefühl, wenn tausende Fans bei ihren Konzerten den Refrain der Mannheim-Hymne mitsingen. Egal wo. "Wenn dir dann 15.000 'Mannheim' entgegen brüllen - das ist schon toll."

Informationen:

Tourist Information Mannheim, Willy-Brandt-Platz 3 (am Bahnhofsvorplatz), 68161 Mannheim; Telefon: 0621/293 87 00, E-Mail: touristinformation@mannheim.de.

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3 Meinungen zu "Schönheit auf den zweiten Blick"

  • surfertyp
    Mittwoch, 13.06.2012, 15:52 Uhr
    @neotic Das waren damals bei mir berufliche Gründe. Hätte ich mich nach einem schlimmen Absturz dort wiedergefunden, wäre ich wieder draußen gewesen bevor ich nüchtern geworden wäre. Dass Mannheim einen gewissen Charme hat, muss ich hinnehmen. Zumindest ist eine gute Freundin dieser Ansicht. Sie wohnt noch immer dort, und so bin ich ab und an wieder in Mannheim, um sie zu sehen.
  • neotic
    Mittwoch, 13.06.2012, 14:03 Uhr
    @surfertyp: ich wohne selbst in mannheim. man sieht auf den ersten blick das das keine wirklich schöne, geschweige denn saubere stadt ist. warum sind sie dann überhaupt erst nach mannheim gezogen? eines tages wachte ich auf u auf einmal war ich in mannheim... upps...
  • surfertyp
    Mittwoch, 13.06.2012, 13:21 Uhr
    Mannheim ist die scheußlichste Stadt, in der ich je das Vergnügen zu wohnen hatte. Furchtbar! Und von Ludwigshafen gleich daneben nicht zu reden. Der Jungbusch ist kein Szene- sondern ein Rotlichtviertel. Das Barockschloss sieht wunderschön aus, das stimmt. Man sollte eben bloß nicht hineingehen. Drinnen sieht es so "toll" aus wie in irgendeiner deutschen Uni. Popakademie? Macht die Stadt nicht besser. Was der Artikel vergisst zu erwähnen ist eine hohe Arbeitslosigkeit, ein Stadtviertel mit dem sehr passenden Namen "Klein Istanbul", in dem man als Deutscher nur beim Einkaufen willkommen ist (wenn das Ladenschild denn auf deutsch ist) und Dreck, Dreck, Dreck. Ich hab meine Zelte abgebrochen so schnell es ging.
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