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28.04.2013, 12:43 Uhr

Ein Chinese bucht die verrückteste Reise der Welt

in Kooperation mit DIE WELT

962 Unesco-Welterbestätten hintereinander besuchen? Selbst der Londoner Veranstalter dieser Reise rechnete nicht damit, dass der Trip für 1,1 Millionen Euro verkauft wird. Doch da hat er sich geirrt.

Von Kira Hanser

Da war sogar der Londoner Reiseveranstalter überrascht: Ein chinesischer Student, der anonym bleiben möchte, hat tatsächlich die verrückteste Reise der Welt gebucht.

Erst im April hatte das Reisebüro die exzentrische Reise aufgelegt, bei der wirklich kein Unesco-Welterbe ausgelassen wird: Auf diese Idee muss man erst einmal kommen. Alle 962 Unesco-Welterbestätten hintereinander zu besuchen, nonstop von A wie Aachener Dom bis Z wie Zvartnots, den armenischen, ziemlich unbekannten Tempelruinen.

Für solch eine Reise braucht es viel Zeit und viel Kapital, und man sollte lieber kein Kulturbanause sein. Diese Unesco-Odyssee ist eine reguläre Reise, die der Veranstalter Hurlingham Travel in London anbietet und über den Luxuskanal Veryfirstto.com vertreiben lässt. Sie ist die derzeit kostspieligste Reise der Welt.

"Als wir sie auf den Markt brachten, wussten wir nicht, ob wir sie verkaufen würden", sagt Marcel Knobil, Gründer des Luxuskanals, dem britischen "Guardian". Niemand hatte auch ernsthaft damit gerechnet. Bis das Telefon klingelte.

Zwei Jahre unterwegs

In der Leitung: Ein junger Chinese aus (wie nicht anders zu erwarten) wohlhabendem Hause, der gerade kurz vor dem Erlangen eines wissenschaftlichen Doktorgrades (Ph.D.) sein soll. Er wird zwei Jahre unterwegs sein.

Die Reise führt durch mehr als 150 Länder; übernachtet wird auschließlich in Luxushotels, sofern möglich; geflogen in Business Class. Die Reise kostet 990.000 britische Pfund für zwei Personen im Doppelzimmer, umgerechnet 1.158.790 Euro.

Unter dem Motto "Never done before" werden auf Wunsch und stets in Begleitung auch jene Unesco-Welterbestätten angesteuert, die man eigentlich tunlichst meiden sollte: in Somalia, in Afghanistan, im Kongo. Auf Sicherheit wird geachtet. Aber: Die Reise wird freilich auf eigenes Risiko unternommen – und vermutlich gegen Vorkasse.

1204 Euro pro Unesco-Welterbe

Eigentlich ist es kaum verwunderlich, dass die verrückteste Reise der Welt von einem Chinesen gebucht wurde. Denn Chinesen sind längst die Reiseweltmeister und haben die Deutschen als solche abgelöst – zumindest was die Ausgaben angeht.

Laut der Welttourismusorganisation (UNWTO) gaben chinesische Touristen 2012 insgesamt umgerechnet etwa 75,5 Milliarden Euro aus, mehr als jede andere Nationalität. Und 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das liegt vor allem am enormen Wirtschaftswachstum der Volksrepublik, den Einkommenssteigerungen einiger weniger Bevölkerungsschichten und an den Reiseerleichterungen.

Wenn man die Reisesumme auf die Anzahl der Sehenswürdigkeiten herunterrechnet, klingt die Tour schon fast günstig: Der Kunde zahlt 1204 Euro pro Unesco-Welterbe.

Eine Spende für die Unesco ist im Reisepreis übrigens auch enthalten. Die fällt aber mit knapp 5900 Euro verhältnismäßig mickrig aus.

© DIE WELT

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