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31.10.2012, 16:19 Uhr

Milliardenschäden durch "Sandy"

Washington (dpa) - Nach dem Jahrhundertsturm "Sandy" laufen die Aufräumarbeiten an der US-Ostküste auf Hochtouren. Die Schäden gehen in die Milliarden, Dutzende Menschen starben. Es wird wohl noch Wochen dauern, bis alle Stromleitungen wieder funktionieren.

Auch die New Yorker U-Bahn stand weiter still. Der Präsidentschaftswahlkampf nahm dagegen nach kurzer Sturm-Pause wieder Fahrt auf. Barack Obama wurde in dem schwerbeschädigten Küstenort Atlantic City erwartet. Der republikanische Kandidat Mitt Romney wollte in Florida auftreten.

Die Zahl der Toten stieg nach Medienberichten weiter. Allein in der Stadt New York seien inzwischen 22 Opfer registriert, berichtete die "New York Times" am Mittwoch. Insgesamt gebe es in den Sturmregionen bis zu 50 Tote, heißt es in anderen Quellen. Der TV-Sender CNN sprach von 39 Toten an der Ostküste. Die Sachschäden dürften nach Schätzungen von Wirtschaftsfachleuten bis zu 20 Milliarden Dollar (15,5 Milliarden Euro) betragen.

Zwei Jungs vor den Trümmern

Kurz nachdem Wirbelsturm "Sandy" durch die Millionenmetropole getobt ist, trauen sich die Menschen schon wieder auf die Straßen. >

Die New Yorker bemühten sich am Mittwoch um eine Rückkehr zum Alltag. In höher gelegenen Stadtteilen der Millionen-Metropole kehrte fast wieder Normalität ein. Busse fuhren, Geschäfte öffneten. Der John-F.-Kennedy-Flughafen nahm den Betrieb wieder auf, allerdings wurden zunächst nur wenige Flüge abgewickelt. Auch am Airport in Newark starteten und landeten Maschinen, La Guardia blieb dagegen noch geschlossen.

Nach zwei Tagen Unterbrechung nahm auch die Börse an der Wall Street den Handel wieder auf, Bürgermeister Michael Bloomberg läutete symbolträchtig die Eröffnungsglocke.

Nach dem Durchzug von "Sandy" war der öffentliche Verkehr New Yorks zusammengebrochen, U-Bahnschächte und Tunnel liefen voll Salz- und Brackwasser. Das "Wall Street Journal" berichtete von Plünderungen in einigen Stadtteilen.

US-Präsident Obama wollte sich in Atlantic City im Bundesstaat New Jersey zusammen mit Gouverneur Chris Christie von den Republikanern ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung machen. Christie sprach am Dienstagabend (Ortszeit) von einer "Verwüstung, wie ich sie noch nie gesehen habe".

Bereits an diesem Mittwoch wollte auch der republikanische Präsidentschaftskandidat Romney den kurzen, vom Sturm bedingten "Waffenstillstand" beenden und in Florida Wahlkampfveranstaltungen abhalten. Florida gilt als einer der wichtigsten sogenannten Swing-States, in denen das Ergebnis noch offen ist. Gewählt wird am 6. November.

Bei einem Treffen mit Chefs von Energiefirmen habe Obama betont, dass die Wiederherstellung der Stromversorgung oberste Priorität habe, teilte das Weiße Haus am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Nach CNN-Angaben waren gut 24 Stunden nach dem Durchzug von "Sandy" an der Ostküste weiter sieben Millionen Menschen ohne Strom.

In New York verbrachten Hunderttausende die zweite Nacht ohne Elektrizität. Viele waren auch ohne Wasser, Internet und Telefon. Mehrere tausend Menschen mussten weiter in den 76 Notunterkünften der Stadt schlafen. "Wir arbeiten zur Zeit 15 Stunden am Tag und das jeden Tag", sagte ein Polizist aus dem Stadtteil Brooklyn.

Im Laufe des Mittwochs sollten in der Stadt wieder erste Fähren unterwegs sein. Die Verbindungen nach New Jersey würden teilweise wieder aufgenommen, teilte die zuständige Behörde mit. Bahnbetreiber Amtrak kündigte an, den Fernzugbetrieb wieder zu starten, wenn auch mit großen Einschränkungen.

Die große Halloween-Parade, zu der am Mittwochabend im Viertel Greenwich Village 40.000 Menschen erwartet worden waren, wurde zum ersten Mal in ihrer fast 40-jährigen Geschichte abgesagt.

Die Veranstalter des New-York-Marathons gaben sich dagegen zuversichtlich, den Lauf - einen der berühmtesten Laufwettkämpfe der Welt - wie geplant am Sonntag starten zu können. Erwartet werden 47.000 Sportler aus aller Welt.

Andere Regionen in Nordamerika müssen "Sandy" noch überstehen: In den Höhenlagen der Appalachen in West Virginia brachte der Wirbelsturm bis zu einen Meter Schnee. Nach Berechnungen der Meteorologen soll der Wirbelsturm an diesem Mittwoch auch Kanada erneut bedrohen. Allerdings lasse die Stärke deutlich nach.

Alle News vom: 31. Oktober 2012 Zur Übersicht: Nachrichten

177 Meinungen zu "Plünderungen in New York?"

  • CarstenHein
    Donnerstag, 01.11.2012, 11:19 Uhr
    Ich1967 (Seite 4) Der Name spricht Bände, der Beitrag passt!
  • HSF
    Donnerstag, 01.11.2012, 07:33 Uhr
    Was geht nur in diesen Hirnen vor? Abscheulich! Mit nichts zu entschuldigen! Da wird nicht wegen Hunger ein Apfel und ein Brot gestohlen und um das Überleben gekämpft. Da werden Mitmenschen die in Not sind wegen Habgier ausgeraubt!
  • mausiklausi
    Mittwoch, 31.10.2012, 17:49 Uhr
    Naturkatastrophen sind immer Scheiße, weil unglaublich brutal und unberechenbar. ABER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Sehr viel davon ist hausgemacht. Die Ami´s interessiert doch die Umwelt nicht im geringsten. Hauptsache einen dicken Schlitten vor der Tür mit wahnsinnigen Spritverbrauch. Immense Klimaanlagen, die alle mit Strom "gefüttert" werden wollen,............................. Und das das Haus nun nicht mehr steht ist sehr oft auch kein Wunder,bei den Bretterbuden die da teilweise gebaut werden. Nun habe ich es noch nicht weiter verfolgt, aber es würde mich nicht wundern, wenn die Mehrzahl der Opfer die Ärmsten der Armen sind. Ich bezweifle, das der Amerikaner es jemals begreifen wird. Eigentlich schade.
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