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03.02.2012, 19:13 Uhr

Iran und Afghanistan beschäftigen Sicherheitskonferenz

München (dpa) - Der Konflikt um Irans Atomprogramm, das Sterben der Opposition in Syrien, das Ende des Einsatzes in Afghanistan - vor allem diese Brandherde werden die Münchener Sicherheitskonferenz beherrschen.

Zum Auftakt der 48. Auflage am Freitag versammelten sich mehr als 350 Spitzenpolitiker, Militärs, Manager und Wissenschaftler aus rund 60 Ländern in der bayerischen Landeshauptstadt.

Bis Sonntag geht es auch um die Rolle Deutschlands im globalen Machtgefüge, den Klimawandel, eine sichere Energieversorgung, die atomare Abrüstung, den Streit zwischen Russland und der Nato um eine Raketenabwehr in Europa sowie die Folgen der Finanzkrise auf die Sicherheitspolitik.

Die Außenminister der USA, Russlands und Deutschlands - Hillary Clinton, Sergej Lawrow und Guido Westerwelle - waren ebenso geladen wie US-Verteidigungsminister Leon Panetta, Weltbank-Chef Robert Zoellick und NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen.

Gastgeber des dreitägigen Treffens im Hotel Bayerischer Hof ist der deutsche Spitzendiplomat Wolfgang Ischinger. Die privat organisierte Veranstaltung ist keine Regierungskonferenz. Beschlüsse fasst sie nicht. Die Polizei bot angesichts geplanter Proteste ein Großaufgebot auf.

In seiner Eröffnungsrede ging Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) auf die wachsende strategische Bedeutung Europas in der weltweiten Sicherheitsarchitektur ein. Man müsse Europas Stimme in der Nato stärken und die europäischen Streitkräfte müssten leistungsfähiger werden, mahnte er. "Wir müssen mehr können und wir müssen mehr gemeinsam können." Deutschland leiste seinen Beitrag und müsse sich nicht verstecken.

Auch wenn die Lage in Afghanistan kein offizielles Thema der Konferenz war, kritisierte Ischinger die Debatte über einen früheren Abzug der internationalen Schutztruppe Isaf als militärisch falsch. "Man sollte möglichst dem Gegner, in diesem Fall den Taliban, nicht das Datum mitteilen, ab dem sie wieder freies Schussfeld haben", sagte er im ARD-"Morgenmagazin". Die Debatte über einen Abzug schon 2013 in den USA und in Frankreich sei reiner Wahlkampf.

US-Präsident Barack Obama und sein französischer Kollege Nicolas Sarkozy müssen sich in diesem Jahr der Wiederwahl stellen. Beide spekulieren offensichtlich mit einem früheren Ende des kostspieligen und für die Soldaten riskanten Einsatzes, um bei den Wählern punkten zu können.

Die Nato hatte sich bei ihrem Lissaboner Gipfel 2010 darauf verständigt, den Kampfeinsatz 2014 zu beenden und bis dahin die Verantwortung an die afghanische Armee und Polizei zu übergeben.

Westerwelle sprach sich in München dafür aus, am Fahrplan festzuhalten. Allerdings räumte er ein: "Wenn sich die Sicherheitslage und die Fortschritte in Afghanistan entsprechend entwickeln, dann haben wir natürlich auch Spielräume."

Dramatisch stellt sich den Konferenzteilnehmern der sich immer mehr hochschaukelnde Konflikt um das iranische Atomprogramm dar. Iran streitet vehement ab, am Bau der Atombombe zu arbeiten.

Der geistliche Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, warnte die USA und Israel eindringlich vor einem Krieg. Er reagierte auf Berichte, dass Israel in diesem Frühjahr Atomanlagen bombardieren könnte.

Der "Washington Post" zufolge geht Panetta von einer "starken Wahrscheinlichkeit" aus, dass Israel den Iran im April, Mai oder Juni angreift. Auch der Fernsehsender CNN berichtete entsprechend.

Chamenei drohte beim traditionellen Freitagsgebet in Teheran: "Schon das Nachdenken über solche Angriffe wäre für sie von Nachteil. Das Einleiten dieser Angriffe wäre zehnmal so nachteilig für sie."

Auch die Spannungen zwischen Russland und der Nato dürften München weitere Kontroversen auslösen. Nach Ischingers Einschätzung sind die Gespräche rund um das Thema Raketenabwehr festgefahren. "Und ich denke, wir werden einige Kritik aus Moskau hier zu hören bekommen", sagte Ischinger in der ARD.

Einen Vorgeschmack darauf gab der russische Regierungschef und Präsidentschaftskandidat Wladimir Putin (59) in Moskau. "Heute gibt es keine Bedrohungen aus dem Iran und Nordkorea", sagte er. "Nach dem heutigen Stand soll das Raketenabwehrsystem ohne Frage das Atomwaffenpotenzial Russlands neutralisieren."

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10 Meinungen zu "Sicherheitskonferenz beginnt"

  • dragbar
    Montag, 06.02.2012, 12:01 Uhr
    Heuchlerei - die Bezeichnung triffts genau. All die furchtbaren Dinge in den sog. Schwellenländern und Entwicklungsländern geschehen z. B. unter Mitwisserschaft der UNO. Und das über Jahrzehnte hinweg. Es kommt aber den Industrieländern, den Menschen die dort ein sorgenfreies Leben führen oder den profitorientierten Aktionären kaum in den Sinn, an diesen Zuständen etwas zu ändern. Macht wohl "wirtschaftlich" keinen Sinn. Unser aller Wohlstand ist aus fremdem Elend, Blut und Tod gewachsen. Kann man sich noch mehr schämen?
  • Berlin12
    Montag, 06.02.2012, 11:35 Uhr
    jungs macht lieber urlaub die haben bestimmt aus dem sessel schon in 5.000 km entfernung irgendwo massenvernichtungswaffen entdeckt wie weit sind wir eigentlich mit der entsorgung der tausenden tonnen massenvernichtungswaffen aus dem irak? afghanistan - alles bestens - keiner hat da irgendwas erreicht - nur unsere leute sind z.t. leider verreckt, sind in der klapse und wir haben bissel geld verteilt - außerhalb von D - hut ab najut - machen wir ne neue befriedung im iran^^ - wir können machen was wir wollen, die welt retten, die zinnproduktion ankurbeln - irgendwann werden wir doch mal in den vorgarten müssen und harken
  • schnell1972
    Montag, 06.02.2012, 10:15 Uhr
    ...merkt ihr denn gar nicht, wie ihr durch diemedien verarscht werdet? das syrien in den medien niedergemacht wird, damit dort "endlich die westlichen befreier" einmarschieen können???? wie blind seid ihr alle? dies dient nur einem angriff auf den iran. fällt syrien, dann sind die usa kurz darauf in teheran. der iran hat meiner meinung nach gar keine atombomben, genau wie der iran keine biowaffen hatte. alles lügen der usa. selbst wenn sie welche hätten, wer will ihnen das verbieten? warum agen die atommächte nicht: "schau her iran, wir schaffen jetzt alle a b c waffen ab, mach mit! alles heuchler...
  • muggle02
    Sonntag, 05.02.2012, 14:53 Uhr
    Schaut Euch doch mal die vollgefressenen "Säcke" an! Und das alles wieder mal zu Lasten der Steuerzahler, Pfui Teufel!
  • sagitta68
    Samstag, 04.02.2012, 10:33 Uhr
    Da die usa seit 1945 ca. 35 Kriege (weltweit) entweder selbst geführt haben oder führen ließen, tut eine ernsthafte Sicherheitskonferenz wirklich Not. Auch wenn der Friedensnobelpreisträger verkündet hat, dass die usa künftig nicht mehr 2 Kriege gleichzeitig führen wollen, sonder immer schön nacheinander. Ordnung muss sein !
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