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20.02.2013, 12:50 Uhr

Sorgen vor Krise in Tunesien

Paris/Tunis/Berlin (dpa) - Mit dem Rücktritt von Ministerpräsident Hamadi Jebali hat sich die politische Krise in Tunesien dramatisch verschärft.

Noch für heute ist nach Berichten tunesischer Medien ein Treffen von Präsident Moncef Marzouki mit dem Chef der größten Regierungspartei Ennahda, Rachid Ghannouchi, vorgesehen. Dabei sollte es unter anderem um eine mögliche Nachfolge für Jebali gehen.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte sich besorgt über die Lage in Tunesien. Das nordafrikanische Land befinde sich in "kritischen Tagen", sagte Westerwelle in Berlin. "Ich rufe alle politischen Kräfte dazu auf, jetzt im Geist des Dialogs aufeinander zuzugehen und die Gräben zu überwinden, die das Land zur Zeit trennen." Der Präsident des EU-Parlaments, der SPD-Politiker Martin Schulz, rief die Verantwortlichen in Tunesien auf, gemeinsam und verantwortungsvoll für das Wohl des Landes zu arbeiten.

Hamadi Jebali

Die Krise in dem Land verschärft sich damit noch weiter. >

Der als gemäßigt geltende Regierungschef Jebali war am Dienstagabend zurückgetreten. Zuvor war er mit seiner Forderung gescheitert, eine Regierung nur aus Experten zu bilden.

Gegen ein solches Kabinett ohne Politiker sprach sich vor allem Jebalis eigene Partei Ennahda aus. Die islamistische Ennahda ist stärkste politische Kraft in der Regierungskoalition.

Am Mittwoch wurde in Tunesien spekuliert, Jebali könne auch im nächsten Kabinett der Regierungschef werden. Für einen solchen Weg hatte der Politiker bereits Bedingungen gestellt, unter anderem einen festen Wahltermin gefordert. Außerdem verlangte er, die politische Gewalt zu bekämpfen.

Mit dem Plan für eine Kabinettsumbildung hatte Jebali auf die Ermordung des Oppositionspolitikers Chokri Belaïd reagiert. Nach der Bluttat hatte es in Tunesien Massenproteste von Regierungsgegnern gegeben. Tunesien ist das Ursprungsland des Arabischen Frühlings.

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11 Meinungen zu "Sorgen vor Krise in Tunesien"

  • Wahlviech
    Freitag, 22.02.2013, 17:22 Uhr
    Seit ewigen Zeiten liegt mir eine Einladung nach Djerba vor. Vorläufig (in diesem Leben) werde ich wohl keinen Gebrauch davon machen. Attentate von Islamisten gehören nicht zum Unterhaltungsprogramm meiner Wahl.
  • Wahlviech
    Freitag, 22.02.2013, 17:20 Uhr
    Diese Sorge ist total unbegründet. Die Krise ist schon da.
  • tensing007
    Donnerstag, 21.02.2013, 17:27 Uhr
    ....und wenn Bundesaussenministerchen Westerwelle schon die Sturn runzelt, bedeutet das erfahrungsgemäss soviel wie ein - viertel Mäusefurz! :)
  • Nitty
    Donnerstag, 21.02.2013, 17:23 Uhr
    @ahah ...nicht unbedingt um Demokratie, sondern einfach nur um die Verbesserung der eigenen wirtschaftlichen Lage. Ich glaube, die wären auch mit einer Diktatur zufrieden, wenn es ihnen halt wirtschaftlich gut geht ---------------- Sehe ich auch so und egal wer dort eine Wahl gewinnt, hat das Problem Arbeitsplätze und einen Aufschwung zu Organisieren. Sonst stehen die alle mit Plakaten wieder auf der Straße. Nicht einfach. Nitty
  • Nitty
    Donnerstag, 21.02.2013, 17:14 Uhr
    @aequartor5 Sicher sind dort nahezu alle Bürger Moslems, aber eben keine Islamisten. Die Tunesier werden das alleine schaffen. ------------------- Das Problem ist, dass dort nur die Islamisten gut organisiert sind und dann auch die Wahlen gewinnen. Die Demokraten dort verteilen sich auf zu viele Parteien und zum Schluss sind wieder die falschen am Ruder. Nitty
  • ahah
    Donnerstag, 21.02.2013, 17:13 Uhr
    wer glaubte, dass sich irgendwo in arabien ein demokratie nach unserem vorbild durchsetzen würde, war ziemlich naiv. Eine demokratie lebt immer von demokraten, sonst kann man sie vergessen. Das beste beispiel dafür ist ja die weimarer republik. Ein land, das jahrzentelang autoritär regiert wurde, wird nicht innerhalb kurzer zeit automatisch zur Musterdemokratie. Der Bevölkerung ging es im arabischen Frühling wahrscheinlich gar nicht unbedingt um Demokratie, sondern einfach nur um die Verbesserung der eigenen wirtschaftlichen Lage. Ich glaube, die wären auch mit einer Diktatur zufrieden, wenn es ihnen halt wirtschaftlich gut geht
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