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20.05.2012, 21:21 Uhr

Oppositionsführer Nikolic gewinnt Präsidentenwahlen in Serbien

Belgrad (dpa) - Neuer Staatschef Serbiens wird Tomislav Nikolic. Völlig überraschend konnte sich der Oppositionsführer am Sonntag bei der Stichwahl ums Präsidentenamt gegen den langjährigen Amtsinhaber Boris Tadic durchsetzten.

Noch am Wahlabend räumte Tadic die Niederlage ein und beglückwünschte seinen Nachfolger. "Ein klarer Sieg, die Wahlen waren fair", sagte der Unterlegene.

"Es gibt doch eine göttliche Gerechtigkeit", jubelte dagegen Wahlsieger Nikolic in der Parteizentrale seiner Fortschrittspartei (SNS). In vielen Städten des Landes feierten seinen Anhänger den Sieg bis tief in die Nacht auf den Straßen mit Autokorsos und Feuerwerk.

Wie die staatliche Wahlkommission mitteilte, erreichte der 60-jährige Nikolic 49,8 Prozent der Stimmen. Auf den sechs Jahre jüngeren Tadic entfielen demnach 47,2 Prozent. Basis war die Auszählung von 76 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Die Wahlbeteiligung war außergewöhnlich niedrig. Nur rund 45 Prozent der 6,8 Millionen Wahlberechtigten waren an die Urnen gegangen. Daneben soll es nach inoffiziellen Informationen bis zu 100 000 ungültig gemachte Stimmzettel gegeben haben.

Nikolic bemühte sich noch in der Wahlnacht, Zweifel an seinem politischen Kurs zu zerstreuen. "Serbien wird nicht vom europäischen Weg abweichen", sagte er vor seinen jubelnden Anhängern. "Das ist der Gipfel meiner Karriere und ein Wendepunkt für Serbien". "Sieg, Sieg", skandierten seine Parteigänger.

Alle Kommentatoren begründeten den völlig unerwarteten Wahlausgang mit der schweren Wirtschaftskrise im Land. Auch der serbische Analytiker Ognjen Pribicevic machte die soziale Misere für Tadics Niederlage verantwortlich: "Eine große Zahl der Bürger hat ein schweres Leben, mit Einkommen von 20 000 oder 25 000 Dinaren (181 bis 227 Euro)."

Das Staatsfernsehen RTS sprach von einem "politischen Erdbeben". Tadic forderte Nikolic auf, die zu erwartete Kohabitation konstruktiv anzugehen. Denn nach allen Ankündigungen wird die DS-Partei von Tadic wie bisher auch die neue Regierung bilden. Bereits am Montag solle damit begonnen werden, kündigten Tadic und seine Koalitionspartner an. Tadic strebt dabei nach eigenen Angaben aber nicht das Amt des Ministerpräsidenten an.

Vor zwei Wochen hatte die SNS von Nikolic die Parlamentswahlen zwar gewonnen, mangels Bündnisgenossen kann sie aber keine Regierung bilden. Die wird wie bisher von der DS und den Sozialisten (SPS) des früheren serbischen Autokraten Slobodan Milosevic gebildet. Die SPS bestätigte in der Wahlnacht noch einmal, sie wolle mit der Tadic-DS die Regierung bilden und nicht ins Nikolic-Lager umschwenken.

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36 Meinungen zu "Überraschung in Serbien"

  • newadigaseki
    Montag, 28.05.2012, 13:09 Uhr
    @ sorgenfrei noch dummer geht es gar nicht. aber verstehen kann ich dich teilweise schon, denn wer sich von deutschen medien informieren und aufklären lässt kann die wahrheit gar nicht erfahren. versuch mal beim lesen zwischen die zeilen zu lesen und schalte dein tv ab mitternacht ein und sehe zu, wenn die medien nach beendeten aktionen ( kriegen) selbst zugeben wie sie gelogen haben. damaligen "gräultaten" der securitas in rumänien haben sich als aktionen der französischen und amerikanischen geheimdiensten entpupt. die haben damals leichen aus verkehrsunfällen und normal gestorbenen gesammelt, in lange reihen gelegt, grausame filmreportagen gemacht und tagelang um den globus gesendet. die velt war schockiert, das rumänisce volk aufgestachelt. warum wohl ist der tschauschesku gleich und ohne prozess hingerichtet worden. solange er gebraucht wurde, hat man ihn im westen hofiert und gelobt. dass er als einziger von den roten zaren sein land ohne schulden hinterlassen hat sagt keiner. seit wann, bitte schön, wollen die serben in die eu? das will nur dortige -vom westen unterstützte- a la timoschenko mafia. und wieso will europa ach so primitive, mörder, verbrecher und krieger in eigenem haus unbedingt haben? nein, die werden mit druck nach europa gezwungen. bleibt nur zu hoffen dass der verein eu vorher auseinander fällt. die aussichten sind nicht schlecht.
  • newadigaseki
    Dienstag, 22.05.2012, 09:09 Uhr
    das erste was die neue regierung machen sollte, grenze dicht machen, die allte korrupte regierung und ihre mafiafreunde festsetzen, geraubtes und geklautes weg nehmen. neue strukturen in der verwaltung aufbauen und aufpassen dass keine komunistenkinder und enkelkinder eine funktion bekommen. denn, deren väter und grossväter haben das land dahingeführt wo es heute steht. europa vergessen und neue orientierung suchen. diejenige die nach europa wollen mit pässen ausstatten. man soll nur nach griechenland schauen. europabefürworter ahnen nicht was europa mit ihnen vor hat. alles wird von aussen inszeniert und organisiert. natürlich wird europa es nicht kampflos aufgeben, aber es were ein versuch wert. mann soll nur die nachbar fragen wie glücklich sie in europa sind.
  • methusalix123456
    Montag, 21.05.2012, 16:48 Uhr
    "Der ganze Balkan ist nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert" Otto von Bismarck, ca 1860. Wie wundert nur, dass man Deutschland damals nicht auch die Schuld an den Balkankriegen 1912/13 aufgebürdet hat, die die Vorstufe zum WW I waren
  • Logan10
    Montag, 21.05.2012, 15:06 Uhr
    Fackt ist wer Serbien, Kroatien usw nicht mit eigenen Augen gesehen hat der weis nichts um die Schönheit des Balkans. Die Wahl sehe ich jetzt selber als einen Rückschlag da sich nach all den Versprächen die gemacht wurden gar nichts erreicht ist. Auser das sich wieder jemand bereichert hat im Namen des Westens und den Preis dafür werde ich nicht nennen da dieses wieder nur zu weiteren Sinnlosen piksereien führt. Ich tippe mal das die jungen Wähler kein Interesse hatten und somit die verbitterten wieder einmal gewonnen haben.
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