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18.06.2012, 13:04 Uhr

Samaras bekommt Auftrag für Regierungsbildung

Athen (dpa) - Nach der Schicksalswahl in Griechenland verweigert sich die radikale Linke einem breiten Regierungsbündnis. Für Konservative und Sozialdemokraten hat sich damit der Druck erhöht, sich auf eine Koalition zu einigen.

"Wir werden in der Opposition sein", sagte Syriza-Chef Alexis Tsipras nach einem Treffen mit dem Chef der konservativen Nea Dimokratia, Antonis Samaras, am Montag. "Wir werden Gegner bleiben", fügte Tsipras hinzu.

Wahlsieger Samaras kündigte an, er werde seine Bemühungen zur Bildung einer Koalition fortsetzen. Am Nachmittag um 16.00 Uhr wollte er sich mit dem Chef der Sozialisten treffen, dem früheren Finanzminister Evangelos Venizelos. Konservative und Sozialisten verfügen nach der Wahl im griechischen Parlament über eine komfortable Mehrheit von 162 der 300 Sitze. Davon entfallen 33 Sitze auf die Pasok. Die radikale Linke war am Sonntag zweitstärkste Partei mit 71 Sitzen geworden.

Samaras sicherte zwar zu, dass seine Partei das mit den internationalen Geldgebern ausgehandelte Sparprogramm im Grundsatz umsetzen wolle. "Das griechische Volk will unsere europäische Politik. Wir halten das Versprochene ein", betonte er nach dem Treffen mit Tsipras. Gleichzeitig will er Griechenland mehr Luft verschaffen und Änderungen am Sparprogramm durchsetzen - vor dem Hintergrund der "quälenden Realität der Arbeitslosigkeit und anderer unglaublich schlimmer Schwierigkeiten, die jede griechische Familie erlebt".

Bundeskanzlerin Angela Merkel wertete den Ausgang der Parlamentswahl als gute Nachricht für den Euro, die Eurozone und Europa. Den konservativen Wahlsieger mahnte sie in einem Telefonat aber auch, jetzt schnell eine Regierung zu bilden. Sie gehe davon aus, dass sich Athen an seine europäischen Verpflichtungen halte: "Jetzt ist nicht die Zeit für irgendwelche Rabatte", sagte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) deutete dagegen an, dass sich auch die Bundesregierung mit einer Verlängerung der Fristen um mehrere Woche einverstanden erklären könnte. "Die Wahlkämpfe in Griechenland haben Zeit gekostet, wertvolle Zeit. Wir müssen sehen, wie wir damit umgehen", sagte Westerwelle in Berlin. "Entscheidend ist, dass an der Substanz des Programms keine Abstriche gemacht werden können."

Das Europaparlament versprach einer neuen griechischen Regierung seine "konstruktive Zusammenarbeit bei einer möglichen Feinabstimmung seiner Reformstrategie und seiner wirtschaftlichen Ziele". "Wenn Griechenland zu seinen Verpflichtungen steht, dann kann die EU prüfen, was noch weiter getan werden kann, um die Krise zu überwinden", heißt es in einer Erklärung des EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz (SPD) vom Montag in Brüssel.

Die Märkte ließ der Wahlausgang in Griechenland am Montag etwas aufatmen: Der Dax lag gegen 14.30 Uhr 0,3 Prozent im Plus. Für die Politik war die Verschnaufpause kurz. Die Euro-Schuldenkrise dürfte auch das beherrschende Thema des G20-Gipfels in Mexiko sein.

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964 Meinungen zu "Aufatmen nach Griechen-Wahl"

  • methusalix123456
    Montag, 25.06.2012, 13:50 Uhr
    Und jetzt sagen sie:LmaA . Sie pfeifen auf die getroffenen Vereinbarungen und werden weiter Schulden machen, bis die Schwarte kracht. Bleibt der Teuro, fällt Europa, fällt der Teuro, kann Europa einen zweiten Anlauf einer einheitlichen Währung mit den Staaten versuchen, die andere nicht belügen werden.
  • Pedro1938
    Montag, 25.06.2012, 12:45 Uhr
    Erleichtert? Das ich nicht lache. Jetzt stellt man von der griechischen Regierung neue "Forderungen" und erscheint wegen angeblicher Krankheit weder mit Regierungschef als auch Finanzminister zum bevorstehenden EU-Gipfel. Ein neuerlicher Beweis dafür, dass man dort nicht verstanden hat, worum es eigentlich geht. Man sollte bei uns den Schritt wagen und das Thema Euro zu den Akten legen, sonst gibt es ein Schrecken ohne Ende und wir geraten mit in diesen Strudel.
  • Vorhernachdenken
    Montag, 25.06.2012, 12:24 Uhr
    An Alle !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Neue Währungseinheit für Griechenland und später für Europa Die neue griechische Währung heisst : FIASKO 1 Fiasko = 100 Debakel 100 Debakel = 1 Desaster
  • Boss7ification
    Dienstag, 19.06.2012, 17:02 Uhr
    Samaras bildet Regierung, Deutschland zahlt das Regierungsgebäude.
  • GasGerd
    Dienstag, 19.06.2012, 16:44 Uhr
    AmiriBaraka | 4532 Beiträge Die Griechen müssen jetzt den Grundsatz des Walther von der Vogelweide folgen, welcher heißt: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!" ___________________ Nein, sie hatten doch noch einen genialen Schachzug auf Lager: "Antonis Samaras, der designierte Premierminister Griechenlands, hat angekündigt, dass sein Land nun doch freiwillig aus dem Euro austreten will. Anschließend soll aber nicht wieder die als eher weich geltende Drachme eingeführt werden, sondern eine Währung, die sich über Jahrzehnte als stabil erwiesen hat und somit einen hervorragenden Ruf genießt: die "gute alte" Deutsche Mark (DM). ... Der Ökonom Lukas Papadopoulos erklärt, warum dies möglich ist: "Da Deutschland derzeit den Euro als offizielles Zahlungsmittel nutzt, ist die Deutsche Mark - oder wie wir sie nennen: Δοιτσέ Μάρκ - sozusagen verfügbar. Hier gilt: Wer zuerst kommt, prägt zuerst."" http://www.der-postillon.com/2012/06/griechenland-steigt-aus-euro-aus-und.html
  • pete80
    Dienstag, 19.06.2012, 15:59 Uhr
    wow ein Wunder, daß es hier so viele Kommentare zu lesen gibt. Dachte, die meisten wären mit den Kommentaren zu Özils Anzeige beschäftigt. Wie ich aber sehe, sind hier kaum Beleidigungen oder Beschmipfungen gegen die Griechen anzutreffen. Komisch. Andere Völker werden für jeden Mist beschimpft, aber hier bleibt der Deutsche gelassen, wenn man bedenkt, daß seine Steuern den anderen in den Allerwertesten geschoben werden, während sie selbst immer mehr sparen und höhere Steuern zahlen müssen. Obendrein lassen sie sich von den Griechen beschimpfen. Aber geht es um Türken oder Araber, dann sieht es gleich anders aus. Ich kann nur auf die schwachsinnigen Kommentare an anderer Stelle verweisen. Hier werden die Griechen aber unterstützt, als hätten sie die Deutschen nicht belogen und dann auch noch beleidigt. Was seid ihr nur für Gutmenschen?
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