Studie: Die Familie 2012 lebt im Dauerstress
"Die Eltern sehen sich Leistungsdruck ausgesetzt. Einerseits dem beruflichen Erwartungsdruck, andererseits den gestiegenen Erwartungen an die Mutterrolle", sagt Studienleiter Rüdiger Schulz. "Förderkurse, Musizieren, Sport - man meint, Kindern heute alles bieten zu müssen."
Das führt dazu, dass die Mehrheit der berufstätigen Mütter (55 Prozent) angibt, in der Freizeit nur selten entspannen zu können. Bei den berufstätigen Vätern liegt die Quote der Dauer-Gestressten bei 49 Prozent. Ein Volk am Rande des Burn-outs?
Ein weiterer Faktor: Die Arbeit tritt mittlerweile auch nach Dienstschluss in Konkurrenz zu den Kindern: 29 Prozent der Befragten geben an, im Feierabend für Kollegen, Kunden und Vorgesetzte ansprechbar sein zu müssen. Leitende Angestellte sind davon weit stärker betroffen als etwa Facharbeiter.
Zwar sind die überwiegend in Teilzeit arbeitenden Mütter seltener als die Väter im Feierabend für ihre Firma erreichbar, die Doppelbelastung der Familienarbeit schlägt bei ihnen dafür umso stärker zu Buche. Während die Väter sich mehr Zeit mit der Familie wünschen, hätten die Mütter gerne einfach nur mehr Zeit für sich selbst.
Bei keiner Frage der Demoskopen klafften Anspruch und Wirklichkeit so sehr auseinander, wie bei der Frage nach viel gemeinsamer Zeit der Familie: 83 Prozent halten das für wünschenswert, nur 28 Prozent sehen es als verwirklicht.
Derart in Zeitnot, zeigen sich die Deutschen offen für Lösungsansätze: Das Wohnen verschiedener Generationen unter einem Dach trifft auf enormes Interesse. 76 Prozent halten solche Mehrgenerationenhäuser für eine "gute Sache", nur 14 Prozent lehnen diese Wohnform ab, deren Idee es ist, dass Ältere auf die Kinder aufpassen und die Jüngeren im Gegenzug für die Älteren Besorgungen erledigen. Die Mehrheit der Befragten (51 Prozent) kann sich sogar vorstellen, selbst in einem solchen Haus zu leben.
Bei der Idee einer "Großelternzeit", von Familienministerin Kristina Schröder (CDU) ins Gespräch gebracht, ist das Echo verhaltener: 40 Prozent können sich vorstellen, zugunsten der Enkel im Beruf kürzer zu treten. Für 44 Prozent kommt das nicht infrage.
Nach wie vor erledigen laut Studie Frauen den Großteil der Hausarbeit. Tröstlich: Die Mütter erhalten dafür inzwischen mehr Anerkennung: Sahen 2005 nur 53 Prozent der Frauen ihre Arbeit für die Familie ausreichend gewürdigt, sind es inzwischen 71 Prozent.
Die Familienstudie im Auftrag des Wuppertaler Haushaltsgeräteherstellers Vorwerk ist zum achten Mal erstellt worden. Sie soll jährlich fortgeführt werden.
56 Meinungen zu "Familien leben im Dauerstress"
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Eugenchen
Donnerstag, 13.09.2012, 14:45 Uhr Maximum...."ich habe selbst 3 Kinder und wünsche Dir...." Danke für die guten Wünsche. Ich habe auch 3 Kinder und 7 Enkel und hab sehr offene Augen für die Entwicklung unserer Gesellslchaft. -
LorelaiLeigh
Donnerstag, 13.09.2012, 14:44 Uhr Das viele die Lösung Mehrgenerationenhaus befürworten, finde ich durch aus positiv. Ich selbst lebe mit meinem Mann und unseren beiden Kindern in einem eigenen Haus mit Einliegerwohnung. In dieser Einliegerwohnung lebt meine Schwiegermutter, mit der ich eigentlich recht gut auskomme. Leider kann ich trotzdem nicht den ganzen Tag, geschwiege denn, den halben Tag arbeiten gehen, da sich meine Schwiegermutter aussserstande sieht auf die Enkelkinder (6 und 9 Jahre) in der Zeit in der ich arbeiten wäre aufzupassen. Sie sagt sie ist dafür zu alt. Sie ist 73 Jahre. Es funktioniert halt nur, wenn alle an einem Strang ziehen. -
Bambi959
Donnerstag, 13.09.2012, 14:09 Uhr @DerKleineFauch Das Alleinerziehende alles umsonst kriegen ist auch so ein Märchen, dass aus einigen Köpfen nicht rauszukriegen ist. Die müssen genau so zahlen wie alle anderen auch und für die gleichen Dinge. Lediglich im KiGa oder KiTa-Bereich richtet sich der Beitrag nach dem Einkommen und das ist ja bei Alleinerziehenden meist niedriger - kostenlos ist das aber keineswegs. Die Tochter zahlt z.B. für Teilzeit inkl. Mittagessen obwohl alleinerziehend und z.Zt. noch arbeitslos 160 € im Monat - das finde ich verdammt viel für jemanden, der kaum Einkommen hat und keine Chance Arbeit zu finden, wenn er keine Betreuungsmöglichkeit hat. Nicht einfach alles nachplappern, einfach mal informieren. -
Bambi959
Donnerstag, 13.09.2012, 14:05 Uhr @Maximum "@Eugenchen "Deshalb mein Rat, wer "alles" will, sollte keine Kinder bekommen. Irgend einen Verzicht muß man hinnehmen. Dafür sind zig andere Beschäftigungsmöglichkeiten und Vergnügungen geboten und - dank mehr Geld in den Taschen - auch möglich." Ich habe selber drei Kinder und ich wünsche dir, wenn du einmal alt und auf fremde Hilfe angewiesen bist, dass sich dann meine Kinder und die Kinder aller anderen Leute in Deutschland einen Dreck um dich scheren und dich einsam und Elend deinem Ende zu vegetieren lassen." ---------------- Oh man, was ist denn das für ein Kommentar? Die Aussage von Eugenchen ist doch völlig korrekt, woraus schließt du, dass sie/er von sich geredet hat? Was ich aber noch viel schlimmer finde, ist das Anspruchdenken. Ich hoffe sehr, dir ist klar, dass man auch mit drei Kindern im Alter einsam und Elend seinem Ende zu vegetieren kann. Das Risiko ist um so größer, je mehr man den Kindern vermittelt, dass sie sich gefälligst um einen zu kümmern haben - hat man umgekehrt ja schließlich auch getan. Kinder und Familie sind eine Herausforderung und wenn man dann noch dazu arbeiten geht, dann weiß man was man geschafft hat. Allerdings muß ich auch manchmal den Kopf schütteln, wenn ich jungen Eltern zuhöre, wo die Kinder jeden Nachmittag wo anders hingehen und alle von einem Termin zum nächsten hechten. Da denk ich dann immer gut, dass ich dafür keine Zeit hatte, weil ich eben arbeiten mußte. Manche machen sich unnötigen Stress und mit denen hab ich wenig Mitleid. -
Maximum
Donnerstag, 13.09.2012, 13:32 Uhr @Geiervalley Du sprichst mir voll aus der Seele. Kann dir nur absolut zustimmen. -
Geiervalley
Donnerstag, 13.09.2012, 13:30 Uhr Es wäre schön, wenn diejenigen hier, die selbst keine Kinder haben oder großziehen, einfach mal weniger den Mund aufmachen! Denn sie haben keine Ahnung worüber wir hier reden! Ich habe 4 Kinder und kann über den hier verzapften Unsinn nur mit dem Kopf schütteln! -
Geiervalley
Donnerstag, 13.09.2012, 13:20 Uhr Zuerst steckt man alle Kleinkinder in die Krippen, redet allen Müttern ein, sie müssten unbedingt neben der Kindererziehung einen vollen Beruf ergreifen, dann spricht man Eltern die Erziehungskompetenz ab, lässt Familien finanziell ausbluten, wettert gegen das Betreuungsgeld als Anerkennung für häusliche Erziehungsarbeit, diffamiert diese als hinterweltlerisch..... UND DANN WUNDERT MAN SICH, WENN MÜTTER IM DAUERSTRESS AUSBRENNEN UND KEINE ZEIT MEHR FÜR DIE KINDER UND DIE FAMILIE HABEN.....! Lasst die Mütter die ersten drei Jahre bei ihren Kindern, zahlt ihnen ein anständiges Betreuungsgeld, erkennt ihre Arbeit an und hört auf, Mütter schon wenige Wochen nach der Entbindung in den Beruf zu treiben!!! Schafft endlich Rahmenbedingungen, die Familien das auch finanziell möglich machen! Das tut den Familien gut, das tut den Müttern gut und das tut den Kindern gut!
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