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10.01.2013, 12:36 Uhr

Spermien: Qualität hat ihren Preis

Hochwertiges Sperma zu produzieren, geht an die Substanz. Potente Männchen riskieren ihre Gesundheit: Die biologische Investition schwächt das Immunsystem, zeigt eine Tierstudie.

"Bislang ging man immer davon aus, dass Sex und Spermienproduktion die Männchen wenig kostet", erklärt Studienleiter Damian Dowling von der Monash University's School of Biological Sciences in Australien. "Unsere Untersuchung stellt diese Sichtweise erstmals infrage."

Geforderte Männchen

Für ihre Experimente setzten die Wissenschaftler australische Grillen der Art Teleogryllus oceanicus ein. Die Männchen lebten entweder in Gesellschaft von Weibchen, die noch zu jung für die Fortpflanzung waren, oder erhielten Gefährtinnen zugeteilt, die bereits geschlechtsreif waren.

Anschließend untersuchten die Forscher die Spermienqualität der Grillenmännchen. Das Ergebnis: Männchen mit geschlechtsreifen Weibchen legten sich bei der Spermienproduktion deutlich mehr ins Zeug legten, als ihre mit unreifen "Jungfrauen" geschlagenen Geschlechtsgenossen. Ihr Sperma war zumindest zu Beginn der Studie von deutlich höherer Qualität. Das bedeutet: Der Samenerguss enthielt nicht nur mehr Spermien, diese waren auch aktiver und hatten damit bessere Chancen, eine Eizelle zu befruchten.

Schwindende Schlagkraft

Im Laufe der Studie nahm die Spermienqualität jedoch ab - die Kopulationsanstrengungen hatten die Männchen offenbar erschöpft. Noch interessanter war jedoch, dass bei Männchen mit besonders guter Spermaqualität auch die Schlagkraft des Immunsystems schwand. "Männchen, die besonders viel in ihr Sperma investiert hatten, zahlten dafür einen hohen Preis. Sie waren anfälliger für Infektionen", erklärt Studienleiter Dowling. Das ein Zusammenahng zwischen Spermienqualität und Immunfitness auch für den Menschen gilt, ist bislang unbewiesen.

Bislang hatte sich die Forschung überwiegend damit befasst, was die Reproduktion die Weibchen kostet und wie die Fortpflanzung ihre Überlebenschancen schmälern. Dass auch Männchen ihre Gesundheit für größere Chancen riskieren, Nachkommen zu zeugen, war bislang kein Thema. (cf)Quelle: Dowling DK: ,Ejaculate Economics: Testing the Effects of Male Sexual History on the Trade-Off between Sperm and Immune Function in Australian Crickets. PLoS ONE 7(1): e30172. doi:10.1371/journal.pone.0030172

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13 Meinungen zu "Sperma-Qualität hat ihren Preis"

  • SchaSchaSchaLeChat
    Freitag, 10.08.2012, 07:35 Uhr
    Also mal ehrlich: Will ich jedes Mal Kinder, wenn ich mit 'ner Frau ins Bett gehe. Wozu also die Arbeit, hochwertiges Sperma zu produzieren. Meinen Spaß habe ich auch, wenn mein Sperma nicht so hochwertig ist. Und eine bewusste Entscheidung, "jetzt produzier ich mal endlich hochwertiges Sperma", wird sowieso nicht funktionieren. Es ist keine Entscheidung von mir, Natur und Umwelt entscheiden in erster Linie über die Qualität über meines Spermas. Und sowieso: Über was soll ich mir beim Sex und Kindermachen denn noch alles Gedanken machen? Irgendwann klappt's dann doch nicht mal mehr mit der Nachbarin, oder?
  • Drachie
    Donnerstag, 07.06.2012, 08:54 Uhr
    "Der fatale Umkehrschluß: Wer viele Kinder hat, wär´ ein Krüppel..." So ist es doch auch :3
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