Rückkehr der "Lustseuche"? Wieder mehr Syphilis in Deutschland
"Es hat uns schon sehr überrascht, denn die Zahlen waren in den vergangenen Jahren stabil und 2010 sogar relativ niedrig", sagt Viviane Bremer, Syphilis-Expertin am Robert Koch-Institut in Berlin. Doch mit rund 3700 Neuerkrankungen im vergangenen Jahr ist nun wieder das Niveau von 1986 erreicht. Vor allem in Großstädten wie Köln, Frankfurt/Main und Berlin schnellten die Zahlen hoch, bundesweit waren es 22 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr.
"Die genauen Gründe dafür kennen wir nicht", sagt Bremer. Ein Teil des Anstiegs rühre sicherlich daher, dass mittlerweile öfter getestet würde. "Es sind hauptsächlich Männer betroffen, die Sex mit Männern haben. Aber daraus nun zu schließen, dass sich ein sorgloseres Verhalten ausbreitet, ist Spekulation."
Syphilis ist zwar meldepflichtig - aber nur anonym, so dass kein Rückschluss auf die Entstehung möglich ist. "Das zu ändern, ist auch nicht sinnvoll. Denn bei einer Namensnennung wäre für viele die Hemmschwelle zu hoch, sich überhaupt testen zu lassen", sagt die Medizinerin. Bei den HIV-Zahlen schlage sich der Anstieg der Syphilis-Fälle bislang nicht nieder. "Das können wir erst mit Zeitverzögerung einschätzen, in ein bis zwei Jahren."
Fakt ist: Die Syphilis-Bakterien schädigen die Schleimhaut, so dass auch HIV-Erreger leichter eindringen können. Umgekehrt sind die durch Syphilis hervorgerufenen Geschwüre und Hautläsionen hochansteckend - und das eben nicht nur bei Sexualkontakten. "Kondome sind wichtig, geben aber keinen 100-prozentigen Schutz", sagt Bremer.
"Bei den sexuell übertragbaren Krankheiten haben wir nicht nur Syphilis im Blick, aber diese Krankheit birgt mit Blick auf HIV das höchste Risiko", sagt auch Armin Schafberger von der Deutschen Aids-Hilfe. Zwar sei es normal, dass es bei der Syphilis eine gewisse Wellenbewegung gebe, doch die positive Entwicklung bei den HIV-Zahlen will man sich nicht kaputt machen lassen. "Wir werden die Bestrebungen der letzten Jahre nochmals verstärken". Soll heißen: mehr Aufklärung und auch mehr Syphilis-Testaktionen. Wer häufig wechselnde Partner hat, solle sich ein- bis zweimal pro Jahr testen lassen, sagt Schafberger. "Das geht ganz einfach mit einem Bluttest."
Die Therapie der Syphilis ist - falls die Diagnose früh genug erfolgt - zumeist schnell erfolgreich. "Die Krankheit kann sich ja über Jahrzehnte hinziehen. Nur noch in Einzelfällen wird sie so spät erkannt, dass dauerhafte Hirnschäden bleiben", sagt Bremer. Zudem ist der Syphilis-Erreger einer der wenigen, der problemlos auf Penizillin anspricht. Nicht zu vergleichen also mit den brachialen Behandlungsmethoden, die Erkrankte früher über sich ergehen lassen mussten: giftige Quecksilber-Salben, -Dämpfe und -Injektionen.
202 Meinungen zu "Rückkehr der "Lustseuche"?"
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Freakshow
Montag, 16.07.2012, 15:26 Uhr @AmoLaMiaVida: "@DATKauder: "Mal genauer drüber Nachdenken. Die Teilnahme am Gangbang ist eher eine disqualifizierende Handlung." __________ Für wen? Sofern alle Beteiligten freiwillig und mit Spaß bei der Sache sind, ist doch nichts dagegen zu sagen. Über die Kondomfrage muss man hierbei wohl nicht wirklich diskutieren..." Wie ist das Praktikabel? Verschiedene Farben für wechselnde Partner?? Manche wollen ja Zwischendurch wechseln. Ich denke nicht, dass das so gemacht wird ... Da wird vermutlich einfach drauflos gerammelt ... -
Alinghi
Montag, 02.07.2012, 13:14 Uhr Ich sage ja immer wieder: Kein Sex vor der Silberhochzeit! Macht nur Ärger und Flecken! (c; -
MM2012
Montag, 02.07.2012, 12:00 Uhr @tommitulpe: ""Kondome sind wichtig, geben aber keinen 100-prozentigen Schutz", sagt Bremer." Das ist vollkommen richtig. Blöd ist es trotzdem, einen ONS ohne Lümmeltüte zu machen. Es ist nichtmals hundertprozentig sicher, eine vollkommen monagame Beziehung zu führen und gesund zu bleiben. Es gibt auch noch andere Ansteckungswege. -
tommitulpe
Montag, 02.07.2012, 10:44 Uhr @MM2012: "Leute, benutzt die guten alten Lümmeltüten, dann haben Aids & Co. keine Chance." ------------- Hast Du den Artikel nicht gelesen? Der Arzt sagt doch ausdrücklich: "Kondome sind wichtig, geben aber keinen 100-prozentigen Schutz", sagt Bremer. Und auf den Beipackzetteln der Kondome steht auch: "Schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten". Kondome reduzieren das Risiko. Es bleibt aber ein erhebliches Restrisiko. -
MM2012
Montag, 02.07.2012, 10:15 Uhr Wenn man Dir von hinten zärtlich die Eier krault, Dir also Gutes wiederfährt .... das ist schon einen Asba** Ura*t wert. Grins. Leute, benutzt die guten alten Lümmeltüten, dann haben Aids & Co. keine Chance. Was anderes ist es, wenn ich in einer vertrauensvollen, festen Beziehung lebe. Aber auch da kann es einem passieren, dass man sich anstecken kann. Die Wertevorstellungen der heutigen Generation haben sich eben verändert. Monogamie war gestern. -
Eis701
Montag, 02.07.2012, 08:27 Uhr immer gleich beissen...tstststst
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zu Gesundheit





























