Hälfte der Deutschen findet Aidsaufklärung ungenügend
Allen Kampagnen zum Trotz findet fast die Hälfte der Menschen in Deutschland die Aufklärung über Aids und den HI-Virus ungenügend. Es werde nicht genug über die Krankheit informiert, sagten rund 45 Prozent der Befragten in einer Umfrage des Kölner Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa. Rund 48 Prozent der Menschen gaben an, dass genug aufgeklärt werde.
Die Aussagen ließen allerdings keine Rückschlüsse darauf zu, ob Menschen in Deutschland von Kampagnen bereits erreicht würden, gab die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Elisabeth Pott, zu bedenken. Vor rund 25 Jahren startete die Kampagne "Gib Aids keine Chance". "Wir haben einen langsamen, aber kontinuierlichen Zuwachs an Schutzverhalten und wir haben einen ganz hohen Wissensstand", betonte Pott.
Allerdings seien noch vor einigen Jahren Fernsehspots über den Schutz vor Aids zur besten Sendezeit gelaufen. "Wir machen einen großen Teil der Aufklärung über das Internet", sagte Pott. "Daraus kann natürlich grundsätzlich der Eindruck entstehen, es wird nicht mehr so viel aufgeklärt."
In Deutschland leben nach Daten des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) rund 73.000 Menschen mit HIV (Stand: Ende 2011). Etwa 2.700 Menschen infizierten sich 2011 mit dem Virus, etwa 500 Betroffene starben. Das HI-Virus zerstört das Immunsystem, Krankheitserreger können nicht mehr abgewehrt werden.
Fast jeder zweite Befragte (46 Prozent) gab bei der YouGov-Umfrage an, dass er mindestens einmal Geschlechtsverkehr ohne ausreichenden Schutz hatte (seit Aids vor rund 30 Jahren bekannt wurde). Unter den jüngeren Deutschen zwischen 16 und 24 Jahren war es jeder Dritte (33 Prozent) - in der Gruppe der 35- bis 44-Jährigen dagegen mehr als jeder Zweite (56 Prozent).
Diese Zahlen ließen keinen Rückschluss darauf zu, dass sich jüngere Menschen prinzipiell besser schützten, sagte Armin Schafberger, Leiter der Abteilung Medizin und Beratung bei der Deutschen Aids-Hilfe. "Die jüngeren Menschen hatten schließlich weniger Zeit für sexuelle Erfahrungen."
Etwa jeder fünfte Befragte (21 Prozent) hat bei Ereignissen wie Partys oder auf Reisen immer ein Kondom dabei, während rund jeder Dritte (32 Prozent) ein Präservativ nur einsteckt, wenn er keinen festen Partner hat. Rund 40 Prozent der Deutschen packen keinen Gummischutz ein. Vorsichtiger scheinen jüngere Menschen zu sein: Unter den 16- bis 24-Jährigen hat nur rund jeder Dritte (32 Prozent) nie ein Kondom im Gepäck, bei den Menschen ab 45 Jahren fast die Hälfte (45 Prozent).
Angst vor Aids hat laut der Erhebung rund jeder dritte Befragte (30 Prozent). 18 Prozent der Befragten fühlen sich unwohl, wenn sie im direkten Umfeld - wie Arbeit oder Freundeskreis - mit einem HIV-Infizierten zu tun haben.
YouGov ließ für die Erhebung zwischen Ende Juni und Anfang Juli 1.060 Menschen in Deutschland befragen. Nach Angaben des Meinungsforschungsinstitutes sind die Ergebnisse repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren.
HIV
Das Humane Immunschwächevirus (HIV) ist die Ursache für die unheilbare Krankheit Aids. Es wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und infizierte Injektionsnadeln übertragen. Das Virus baut seine Erbsubstanz fest in die DNA des Menschen ein und lässt sich derzeit nicht daraus vertreiben. Das Virus ist sehr wandlungsfähig. Herkömmliche Impfstrategien funktionieren deshalb nicht. Viele Tests für einen Impfstoff schlugen bereits fehl.
Der Erreger kapert unter anderem bestimmte Immunzellen. Diese Gruppe der T-Helfer-Zellen geht an der Attacke früher oder später zugrunde. Damit können die Zellen ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen, Eindringlinge zu erkennen und das Abwehrsystem zu mobilisieren. In der Folge können sich viele Krankheiten weitgehend ungehemmt ausbreiten - harmlose Infektionen werden zur tödlichen Bedrohung.
Der Ausbruch und die Symptome von Aids ("Acquired Immune Deficiency Syndrome", erworbene Immunschwäche) lassen sich mit verschiedenen Medikamenten inzwischen viele Jahre hinauszögern. In den Industrieländern ist die Versorgung mit diesen Wirkstoffen weitgehend gesichert, in armen Ländern nicht.
59 Meinungen zu "Über Aids genug aufgeklärt?"
-
Noddaba
Mittwoch, 10.10.2012, 17:57 Uhr Kommt darauf an, was man unter "aufgeklärt" versteht. Ich interessiere mich sehr für die molekularen Eigenschaften des HIV, an welche Proteine der Immunzellen das Virus bzw. die Hüllproteine andockt und interagieren, etc. etc. -
jesuschristus777
Sonntag, 12.08.2012, 12:08 Uhr Wer unter einer Latexallergie leidet, ist im Alltag in vielerlei Hinsicht stark eingeschränkt – und vor allem im Liebesleben kann dies zu einer echten Belastung werden. Wer unangenehmste Hautreizungen verhindern möchte, muss zu hypoallergenen oder komplett latexfreien Kondomen greifen. Doch die gelten noch immer als wenig gefühlsecht, weshalb viele Menschen befürchten, dass mit ihnen der Spaß auf der Strecke bleibt. Das aber galt nur für die ersten Generationen dieser Kondome. Nicht jede durch herkömmliche Kondome hervorgerufene Hautreizung ist gleich eine ausgewachsene Latexallergie. Oft reagiert die Haut einfach nur auf Eiweißbestandteile, die noch aus der Verarbeitung des Rohmaterials zum Kondom in Mikromengen übrig geblieben sind. Um solche Reizungen zu vermeiden, reicht bereits der Griff zu sogenannten hypoallergenen Kondomen. Diese werden im Herstellungsprozess speziell behandelt, um diese Eiweiße gänzlich aus dem Material zu verbannen. Der Vorteil: Die Kondome sind zwar teurer als herkömmliche Gummis, aber immer noch günstiger als latexfreie Präservative. Letztere werden in Deutschland vor allem aus Polyurethanen hergestellt. Dabei handelt es sich um miteinander verwandte Kunststoffe, die sich in Form von Kondomen vor allem durch ihre hohe Reißfestigkeit und Undurchlässigkeit gegenüber Sperma und Viren auszeichnen. Zudem sind sie vollkommen geruchslos und physiologisch unbedenklich. Und das Beste: Mittlerweile wird mit Materialstärken von teils nur noch 0,02 Millimetern gearbeitet, wodurch diese latexfreien Gummis sogar gefühlsechter sind als herkömmliche Kondome. Eine Alternative sind Präservative aus synthetischem Polyisopren und aus Nitrilkautschuk. Beides sind Stoffe, die erst seit jüngerer Vergangenheit Verwendung finden, aber bereits von der medizinischen Nutzung her bekannt sind. Bei ersterem handelt es sich um ein synthetisches Latex ohne die Allergene des Naturlatex, das normalen Gummis extrem nahe kommt. Bei letzterem handelt es sich um synthetischen Kautschuk, der ähnliche Eigenschaften zeigen soll. Beide Stoffe sollen irgendwann günstiger sein als Polyurethane, was derzeit aber noch nicht zu beobachten ist. Leider sind es die extrem hohen Kosten von 12,50 Euro bis 8,00 Euro je Kondom, die viele Paare von einer Nutzung von latexfreien Kondomen abhalten, obwohl dies dringend angeraten wäre.
- Versandapotheke
- Sodbrennen
- PKV
- Pilates
- Zahnreinigung
- Laktase
zu Gesundheit

































