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28.02.2013, 16:31 Uhr

Meditation: Mehr emotionale Stabilität, weniger Depression

Regelmäßige Meditation führt zu Veränderungen in der Gehirnfunktion und bewirkt, dass Gefühle anders verarbeitet werden. Diese Wirkung hält auch an, wenn man gerade nicht meditiert. Zu diesem Schluss kommen US-amerikanische Wissenschaftler des Massachusetts General Hospital und der Boston University.

Früher Studien hatten bereits gezeigt, dass regelmäßige Meditation die Gefühlskontrolle verbessert. Hirnscans konnten nachweisen, dass vor allem die Aktivität der sogenannten Amygdala - jenes Teil des Gehirns, der für die Weiterverarbeitung von Erinnerungen und Gefühlen eine Rolle spielt - abnimmt. Eric Schwartz und Team wollten nun herausfinden, ob diese Veränderungen nicht nur während der aktiven Meditation sichtbar sind, sondern auch langfristig.

Trainingsziele: Achtsamkeit und Mitgefühl

An der Untersuchung nahmen insgesamt 36 gesunde Erwachsene teil, welche die Forscher in drei Gruppen zu je zwölf Personen einteilten. Keiner der Probanden hatte bislang Erfahrungen mit Meditation. Gruppe eins absolvierte ein achtwöchiges Programm zur Achtsamkeitsmeditation. Dabei lernt man, den Atem, die Gedanken und Gefühle besonders aufmerksam und ohne Wertung zu beobachten. Gruppe zwei führte ebenfalls ein achtwöchiges Meditationstraining durch. Hier lag der Fokus allerdings darauf, gegenüber sich selbst und anderen Menschen Mitgefühl und Güte zu entwickeln. Die dritte Gruppe diente als Kontrollgruppe, deren Teilnehmer einen achtwöchigen Gesundheitskurs besuchten. Zudem wurden alle Probanden vor und nach den Kursen nach Symptomen einer Depression oder Angststörung gefragt.

Drei Wochen vor Beginn des jeweiligen Trainings sowie drei Wochen nach Kursende führten die Wissenschaftler bei jedem Probanden eine funktionelle Magnetresonanztomografie durch. Damit lässt sich die Aktivität des Gehirns bildlich darstellen. Die Gehirnscans entstanden, während die Untersuchten eine Serie von 108 Bildern betrachteten. Darauf waren Menschen abgebildet, die sich entweder in einer emotional positiven, negativen oder neutralen Situation befanden.

Weniger Gefühlsstress, weniger Niedergeschlagenheit

Wie sich herausstellte, bewirkte die Achtsamkeitsmeditation eine verringerte Aktivität in der rechten Amygdala, egal welche Bilder die Probanden sahen. Nach Meinung der Wissenschaftler stützt das die Theorie, dass Meditation die emotionale Stabilität und die Stressreaktion verbessert. Auch in der "Mitgefühlsgruppe" nahm die Aktivität der rechten Amygdala ab - allerdings nur als Antwort auf emotional positive oder neutrale Bilder. Bilder mit negativem emotionalen Hintergrund dagegen führten eher zu einer Aktivierung. Zudem waren hier Symptome einer Depression seltener. Offenbar bringt das Mitgefühl für andere also auch für das eigene Wohlbefinden Vorteile. In der Kontrollgruppe waren keine Veränderungen festzustellen.

Dauerhafte Veränderungen im Gehirn

Offenbar fördern die verschiedenen Meditationstechniken tatsächlich auch verschiedene Aspekte unseres Geistes. "Alles in allem bestätigen die Ergebnisse die Annahme, dass regelmäßige Meditation dauerhafte Veränderungen im Gehirn auslöst, die vor allem die Gefühlskontrolle verbessern und emotionale Stabilität verleihen", fasst Mitautorin Gaelle Desbordes die Studienergebnisse zusammen. (kr)

Quelle: Schwartz EL et al. Effects of mindful-attention and compassion meditation training on amygdala response to emotional stimuli in an ordinary, non-meditative state. Frontiers in Human Neuroscience, 2012; 6 DOI: 10.3389/fnhum.2012.00292

Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von NetDoktor.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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7 Meinungen zu "Meditation stoppt Gefühlsstress"

  • TomiFR
    Montag, 19.11.2012, 12:34 Uhr
    Da ist echt was dran. Im Zuge meiner Kampfkunst meditieren wir regelmäßig und seit dem ich das mache gehts mir echt besser und ich kann die Gedanken in meinem Kopf viel besser ordnen und Probleme ruhiger angehen. Allerdings muss man da auch sehr aufpassen und bloß nicht alles glauben was im Internet geschrieben wird. Gerade wenn man bei der Meditation noch Mantras und Mudas mit einbezieht kann der Schuß auch schnell nach hinten los gehen. Da ist die Anleitung eines Fachmannes, einer Fachfrau auf jeden Fall einzuholen.
  • YogaTester
    Samstag, 17.11.2012, 12:10 Uhr
    Hi zusammen, ich habe am Anfang auch gedacht, Yoga, alles Quatsch, dieser esoterische Kram. Seid einem Jahre mache ich Hatha-Yoga und "normales Yoga", jeweils 1x Woche 1,5h lang. Mental bin ich durchaus entspannter, gelassener, vor allen nach dem Freitag Abend, das WE wird immer schön, keine beruflichen Altlasten mitnehmen ins WE :-) Körperlich ist es oft sehr anstrengend, Muskelkater incl. meistens ist duschen danach erforderlich ! Aber, und das ist das gute daran, man lebt besser und intensiver. MANN darf sich nicht scheuen, in einem "von Frauen belegten" Kurs als einziger Mann mit zu machen. Man muss viele Kurse ausprobieren, welcher zu einem passt, die Trainerin muss einem sympathisch sein. Wer sich darauf bewusst einlässt, hat was davon :-))) lg guido
  • Historiefakten
    Samstag, 17.11.2012, 11:59 Uhr
    Die alten Kulturen in Asien (China und Indien) wissen und praktizieren seit mehr als 3000 Jahren die Meditationen und ähnlichen genazheitlichen Übungen. Die Westen tun mehr als schwer zu akzeptieren, ohne sie selber vorher über die sehr enge Sicht der westlichen Wissenschaftskriterien diese Methoden und ihre Wirkungen einwandfrei "zu beweisen". Wahnsinn, muss ich sagen. Immer weit weit hinterher in dem ganzheitlichen Lebensstilln und Lebensphilosophie sowie Wissenschaft.
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