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21.09.2012, 18:20 Uhr

Schlafstörungen deuten auf einen drohenden Burnout hin

Berlin (mom/dpa/tmn) - Man bringt den Stress aus dem Büro mit nach Hause und brütet dann bis spät in der Nacht über den Problemen in des Tages - Ärger mit Kollegen, Abgabetermine, Aufgaben, die anstehen. Darüber in den Schlaf zu finden, fällt vielen Menschen schwer. Wenn es Berufstätigen so geht, ist das ein Alarmsignal: Ein Burnout droht. Was tun?

Schlafprobleme können ein Zeichen für ein drohendes Burnout sein. "Wer nachts plötzlich aufwacht und über unerledigte Aufgaben nachdenkt, sollte dies als Warnsignal betrachten", sagte Julia Scharnhorst vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) dem dpa-Themendienst. Auch wenn Berufstätige merken, dass sie wegen der Arbeit regelmäßig Treffen mit Freunden sausenlassen oder am Feierabend nicht abschalten können, ist das ein Alarmsignal.

Ein Burnout äußert sich durch körperliche und seelische Erschöpfung, erläuterte Diplom-Psychologin Scharnhorst. Verspannungen, Lustlosigkeit und sozialer Rückzug sind typische Anzeichen. "Die Signale werden aber oft übersehen. Man sieht kein Blut, hört keine Schreie. Burnout ist eine stille Krankheit." Betroffene arbeiten oft immer weiter, bis sie irgendwann zusammenbrechen.

Psychische Leiden wie Burnout sorgen für immer mehr Fehlzeiten, wie aus einem aktuellen BDP-Bericht hervorgeht. So geht jeder achte Fehltag in Deutschland (12,5 Prozent) auf seelische Probleme zurück. Damit habe sich der Anteil seit dem Jahr 2000 etwa verdoppelt. Der Verband beruft sich dabei unter anderem auf eine Auswertung der Bundespsychotherapeutenkammer.

Um vorzubeugen, sollten Berufstätige im Arbeitsalltag immer wieder kleine Pausen zum Entspannen einlegen. "Da hilft schon ein kurzer Blick aus dem Fenster oder einfach mal die Treppe auf- und abzugehen", erklärte Scharnhorst.

Abends sofort aufs Sofa und den Fernseher anzuschalten, sei nicht zu empfehlen. "Da ist es schon besser, einfach mal in die Natur zu gehen. Bewegung ist wichtig", sagte Scharnhorst. Das heißt nicht, dass Berufstätige abends für ihr seelisches Gleichgewicht noch einen Halbmarathon absolvieren müssen. "Das kann auch ein Spaziergang sein." Sinnvoll sei, Entspannungstechniken zu lernen - dazu biete sich etwa Autogenes Training, Tai Chi oder Yoga an.

Wie groß das Risiko eines Burnouts für Berufstätige ist, hängt auch vom Typ ab. "Betroffen sind meist ehrgeizige Menschen mit einem hohen Grad an Pflichtbewusstsein", erläuterte Scharnhorst. Beschäftigte müssten lernen, ihre Zeit realistisch einzuschätzen - und auch mal "Nein" zu sagen.

Alle News vom: 21. September 2012 Zur Übersicht: Gesundheit

81 Meinungen zu "Hier droht ein Burnout"

  • Felicitas
    Mittwoch, 24.10.2012, 12:26 Uhr
    Wir brauchen hier doch nicht über Fachbegriffe und wie diese verwendet werden streiten; alle diese Wörter sind nur der Versuch Beobachtungen irgendwie einzuordnen. Letztlich ist der Mensch so wie er heute in unserer Kultur lebt nicht "artgerecht gehalten" ;-) Wir essen schlechtes und falsches Futter, wir haben nicht genug Auslauf und es fehlt uns zunehmend an sozialen Kontakten & Kuscheleinheiten. In Zeiten, wo wir Narung ohne Zusatzstoffe immer seltener verbrauchen, mehr in Räumen sitzen als uns an der frischen Luft bewegen, nicht mehr natürlich aufwachen, sondern durch ein Weckergeräusch -und Körperkontakt auf nahezu Null geht (Schmusen in Kindergärten und Alterswohnanlagen wäre ja ein Zeichen der fehlenden "Professionalität" -dafür müssen dann Hunde angeschafft werden!) müssen wir uns nicht wundern. Burnout - Depression oder einfach "die Schnautze voll haben"... das ist doch eine ganz normale Reaktion auf ein Leben das "Scheisse" ist. Den Tipp doch mal zwischendurch aus dem Fenster zu schauen finde ich makaber. So nach dem Motto: "Sie bekommen keine Luft??? Atmen sie doch ab und an mal!" Ich würde folgendes empfehlen: wenn mein Leben nicht schön ist, würde ich es schlichtweg ändern. Alles käme auf den Prüfstand: Der Job, die Beziehungen, die Wohnumstände, die Arbeitszeit, ... vielleicht statt 40-60 Stunden 20-30 Stunden..., das Umfeld, die Ausgaben... einfach alles "in Frage" stellen. Es gibt Menschen die zum Beispiel wegen schlechter Luft in einem Ballungsgebiet unter Asthma leiden. Statt sich mit Medis vollzupumpen und mehr schlecht als recht weiter dahin zu vegetieren sind sie ans Meer gezogen sind... und strotzen seitdem vor Lebenskraft. Zwar mag das Einkommen dort auf die Hälfte zurückgegangen sein... aber hier ist jeder selbst gefragt seine Prioritäten zu setzen. Ich kann nur jedem Mut machen sich zu trauen das eigene Leben (das was eh leider nur ca. 80 Jahre lang geht) selbst zu gestalten und Fantasie zu entwickeln neue Wege zu gehen.
  • somoell
    Montag, 24.09.2012, 16:38 Uhr
    Könnte auch hieran liegen: http://www.youtube.com/watch?v=Z57uBCcOdvI
  • brieftaube70
    Montag, 24.09.2012, 10:39 Uhr
    Aufgepasst!! Bei mir hatte man ein Burnout diagnostiziert, es stellte sich aber dann heraus, dass ich an einem akuten Vitamin D- Mangel litt. Bitte immer daran denken bei Diagnosen wie Burn out, Erschöpfung und selbst bei Depressionen, diesen kontrollieren zu lassen!!! Die Erkenntnisse sind noch sehr jung und noch nicht allen Ärzten bekannt. Vitamin D erhält man fast ausschließlich durch die direkte Sonnenstrahlung (durch Nahrung kaum). Da heutzutage durch Büroarbeit, Fitnessstudio, getönte Scheiben im Auto, Warnung durch Hautärzte, die Sonne -gerade in der wichtigen Vitamoin D- relevanten Mittagszeit - vernachlässigt wird, darf man sich nicht wundern, wenn man plötzlich einen extremen Mangel hat.
  • Flintshire
    Montag, 24.09.2012, 09:01 Uhr
    @Eurone: Ich gebe Dir so recht. Früher war das Leben nicht nur langsamer, die Leute haben Miteinander gelebt, leben müssen! Ich denke, sie haben auch füreinander gelebt. Heute leben die Menschen gegeneinander - nur die Besten gewinnen und der Rest bildet sich dann vermeintlich ein er sei krank geworden von der Gesellschaft. Ich stelle fest: wenn man alleine den Job von ehemals vier Personen bewältigen muss und man dann auch noch jemanden verliert, der einen sehr viel Halt gegeben hat, dann stürzt man in ein tiefes Seelental, dagegen ist der Grand Canyon eine Lachnummer! Auch die von The Iron angesprochenen "Apps" sind ja nur dazu erfunden worden, dem Benutzer das Leben so zu "optimieren" daß ihm noch mehr Arbeit auferlegt werden kann. Es gibt sicher genug Arbeitgeber, die einem die Toilettenzeiten nacharbeiten lassen...
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