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17.09.2012, 09:30 Uhr

Asthmamedikamente: Selbst dosiert hilft genauso gut

Tägliches Inhalieren von Steroiden gilt derzeit als beste Asthmatherapie, um Entzündungen der Atemwege und eine Verschlechterung des Krankheitszustandes zu vermeiden. Was bislang als die beste Behandlungsmöglichkeit galt, könnte jetzt der Vergangenheit angehören. Wie US-amerikanische Forscher der Universität Texas herausgefunden haben, ist die täglich verschriebene Steroiddosis nicht besser als die Bedarfs-Inhalation nur bei entsprechenden Symptomen.

Inhalationsbehandlung selbst dosiert

An der Studie nahmen insgesamt 342 Erwachsene teil, die milde bis mittelschwere, anadauernde Asthmabeschwerden hatten. Eine Gruppe stellte sich alle sechs Wochen bei einem Arzt vor, der die Inhalationstherapie an den aktuellen Bedarf anpasste, indem er die Patienten nach ihrem aktuellen Gesundheitszustand befragte. Bei der zweiten Gruppe basierte die Einstellung auf dem gemessenen Anteil an ausgeatmetem Stickoxid - ein Biomarker, der Hinweise auf Entzündungen der Atemwege gibt. Die dritte Gruppe dosierte ihre Inhalationsbehandlung täglich je nach Bedarf und aufgetretenen Symptomen.

Keine Unterschiede im Behandlungserfolg

Insgesamt neun Monate lang untersuchte das Team um William J. Calhoun, welchen Einfluss die verschiedenen Behandlungsstrategien auf die Reaktionsfähigkeit der Bronchien, die Lungenfunktion, die Anzahl der Fehltage bei der Arbeit und die Verschlechterung des Krankheitszustandes hatte.

Das überraschende Ergebnis: Zwischen der Wirksamkeit der drei Therapiemethoden waren keine Unterschiede festzustellen. Zudem verbrauchten die Bedarfs-Inhalierer um die Hälfte weniger Medikamente, als die Teilnehmer der anderen beiden Gruppen. Ein weiterer Vorteil der Symptom-basierten Behandlung: Im Herbst, wenn die meisten Asthmapatienten verstärkt Probleme haben, klagten weniger der selbstkontrollierten Patienten über eine Verschlechterung ihrer Symptome.

Symptome direkt behandeln

"Diese Erkenntnisse könnten das bisherige Vorgehen bei der Asthmatherapie verändern: Die Behandlung wäre nicht nur billiger, für den Patienten wäre auch die Anwendung einfacher", so Studienleiter Calhoun. Denn die Betroffenen hätten mit dieser Methode die Möglichkeit, ihre Asthmakrankheit - ähnlich wie Zuckerkranke ihren Diabetes - selbst zu kontrollieren und Symptome direkt zu behandeln. Das könnte zum Beispiel verhindern, dass sich leichte Beschwerden zu einem schweren Asthmaanfall entwickeln, der einen Klinikaufenthalt nötig macht.

Asthmapatienten sollten allerdings nicht eigenmächtig zur selbstkontrollierten Therapie übergehen, sondern erst ihren behandelnden Arzt aufsuchen, so die Empfehlung von Calhoun. (kr)

Quelle: Calhoun WJ et al. Comparison of Physician-, Biomarker-, and Symptom-Based Strategies for Adjustment of Inhaled Corticosteroid Therapy in Adults With Asthma. The BASALT Randomized Controlled Trial. JAMA. 2012;308(10):987-997. doi:10.1001/2012.jama.10893

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Alle News vom: 17. September 2012 Zur Übersicht: Gesundheit

3 Meinungen zu "Symptome direkt behandeln"

  • manfredatwork
    Montag, 17.09.2012, 17:14 Uhr
    praktiziere ich bereits seit Jahren so - mit absolutem Erfolg :-)
  • talunga
    Montag, 17.09.2012, 12:38 Uhr
    wow ich bin diesen forschern doch tatsächlich 20 jahre voraus. seit ich zurück denken kann, leide ich an asthma. die ärzte meinten auch immer 3x täglich das zeug inhalieren. irgendwann wars mir zu blöd und ich inhalierte nur noch bei atemnot. somit etwa 2-3x weniger pro tag. ich habe nicht täglich atemnot.
  • Bidudu
    Montag, 17.09.2012, 12:27 Uhr
    Ist gut möglich, dass das stimmt. Aber es fehlt noch eine richtige Langzeitstudie. 9 Monate sagen nicht genug aus.

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Sie lesen gerade: Symptome direkt behandeln. Die tägliche Dosis von Asthma-Arzneien kann man sich offenbar sparen.