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11.07.2012, 21:36 Uhr

Eltern brauchen bei Erziehungsratschlägen dickes Fell

Gauting (dpa/tmn) - "Ich würde sie jetzt mal schreien lassen" oder "Du warst mit zwei Jahren ja schon längst trocken" - Solche Sätze hören junge Eltern von ihren eigenen besonders gern. Die Grenzen für oft gutgemeinte Ratschläge aufzuzeigen, ist laut Experten wichtig.

Eltern sollten sich bei Erziehungsratschlägen von Großeltern und Freunden ein dickes Fell zulegen. "Für junge Eltern ist das ein großer Stress. Gerade wenn es das erste Kind ist, ist es nicht selten, dass man viele gut gemeinte Tipps bekommt", sagt Kinderpsychologe Holger Simonszent aus Gauting in Bayern. Wenn Mütter oder Väter sich wirklich unsicher seien, sollten sie andere gezielt ansprechen. Ansonsten sei es ihr gutes Recht zu sagen: "Darüber möchte ich jetzt nicht reden."

Für Kinder seien unterschiedliche Erziehungsstile - etwa von Eltern und Großeltern - kein Problem. "Die können sich sehr schnell darauf einstellen", sagt Simonszent, der Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen ist. Wichtig sei, dass die Eltern sich untereinander einig seien und konsequent bei dem blieben, was sie unbedingt durchsetzen wollen.

Alle News vom: 11. Juli 2012 Zur Übersicht: Gesundheit

4 Meinungen zu "Bloß nicht reinreden lassen"

  • AnneSchmidt
    Freitag, 13.07.2012, 09:19 Uhr
    "Zur Erziehung eines Kindes braucht man ein ganzes Dorf." - Afrikanisches Sprichwort Junge Eltern haben Zugang zu unglaublich vielen Informationen über "gute" Kindererziehung, alle wollen nur das Beste für ihren Nachwuchs und müssen daraus auch ihren eigenen Erziehungsstil entwickeln. Und ganz bestimmt sind die Tipps der älteren Generation nicht immer "zeitgemäß", aber dennoch sollten sie Gewicht haben. Die Erziehung von Kindern ist selten so von der Gemeinschaft abgekoppelt gewesen, wie heute. Ich teile die Bemerung von "alias13" insofern, als dass die Gefahr besteht, dass das Wissen und die Erfahrung der älteren Generation (und damit auch sie selbt) nicht mehr respektiert werden. Alle Erfahrungen sind wichtig und ergeben erst in der Summe eine gesunde Basis für das Heranwachsen der Kinder.
  • thisnamestaken
    Freitag, 13.07.2012, 07:39 Uhr
    Es kommt immer darauf an, wie die ältere Generation ihre Erfahrung weitergibt. Wenn man als Eltern ständig als unfähig hingestellt wird, weil man eine andere Einstellung zu Erziehungsfragen hat, dann macht man irgendwann dicht. Ich möchte eben nicht ständig hören, dass es "die Lungen stärkt" wenn man ein Neugeborenes Nächte lang schreien lässt - weil das nachgewiesenermaßen nicht stimmt, sondern im Gegenteil sogar schwere Folgen für das Kind haben kann. Ich möchte nicht ständig hören, wie abartig das Stillen eines Kindes ist, oder dass Kinder durch häufiges Tragen oder Trösten "verwöhnt werden". Dazu habe ich z. B. einfach eine andere Einstellung als meine Eltern/Schwiegereltern. Da gibt es viele Beispiele, die ich selbst aus Erfahrung nennen könnte. Es ist manchmal schwierig genug, sich als Elternpaar auf einen Erziehungsstil zu einigen - da kommt die aufdringliche Meinung der (Schwieger)Eltern eben nicht immer gelegen. Für mich gilt da: Erfahrungen dürfen geteilt werden, reinreden in die Erziehung meiner Kinder verbitte ich mir aber! Insbesondere aber, wenn es sich um fremde Leute handelt. Da sind es ja immer gern die Älteren oder Kinderlosen, die am besten zu wissen scheinen, wie man Kinder heutzutage richtig erzieht. Und wenn ich mir heute ansehe, mit wie wenig Respekt viele ältere oder kinderlose Menschen Kindern im Alltag begegnen - dann habe ich ehrlich gesagt auch keine Lust mehr, mir deren Besserwisserei über Erziehungsfragen anzuhören.
  • IchArgumentiereNie
    Donnerstag, 12.07.2012, 10:04 Uhr
    @alias13: Du hast schon Recht das man die Erfahrung älterer Generationen in Dt. verkommen lässt. Aber bedenke die Unterschiede in der Zeit. Meine eigene Oma erzählt mir oft wie meine Eltern bzw. Tanten / Onkel mit 16-17 schon aus dem Haus waren. Heutzutage ist das schwer möglich ... Man braucht immer mehr Bildung, mehr mehr mehr ... Einige Tipps der Alten sind aber notwendig egal ob es das rerste Kind ist oder nicht.
  • alias13
    Donnerstag, 12.07.2012, 08:21 Uhr
    Sicherlich sollen junge Eltern ihre eigenen Erfahrungen machen.Aber Grundsätzlich auf den Rat der Eltern und Großeltern zu verzichten,halte ich für sehr fragwürdig. Leider wird hier in Deutschland auf die Ehrfahrungen der älteren Generation verzichtet.Die "Alten" werden total ins Abseits gestellt.Traurig!!
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