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28.02.2013, 16:32 Uhr

Darmentzündungen: Probiotische Bakterien als Helfer

Manche Milchsäurebakterien können Entzündungen lindern und sind gut für den Magen und Darm. Forscher von der TU München deckten nun den Mechanismus auf, der hinter der bakteriellen Schutzwirkung steckt.

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Die Milchsäurebakterien produzierten das Enzym Lactocepin, das gezielt entzündungsfördernde Botenstoffe abbaue, bewiesen die Forscher im Tierversuch. Angriffspunkte sind die sogenannten Chemokine. Sie sind Teil des normalen Immunsystems und locken Abwehrzellen zu den Infektionsherden im Körper. Bei chronischen Darmerkrankungen wie Morbus crohn und Colitis ulcerosa ist der sonst so effektive Abwehrmechanismus gegen Infektionserreger aber gestört. Chemokine wie das IP-10 tragen dann dazu bei, dass das angegriffene Gewebe chronisch entzündet bleibt und nicht heilen kann.

Probiotische Joghurts

Milchsäurebakterien stecken auch in Joghurt, weshalb ihm eine gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen wird. "Lactocepin ist in der lebenmitteltechnologischen Forschung ein alter Bekannter", sagt Prof. Dirk Haller von der TU München. "Überraschend ist jedoch dessen biomedizinischen Wirkung, also die Kraft mit der das Enzym ganz bestimmte Entzündungsbotenstoffe angreift und abbaut."

Auf der Grundlage dieses Wirkungsmechanismus ließen sich neue Ansätze für eine gezielte Prävention und Therapie von chronischen Darmerkrankungen und sogar von Hautkrankheiten entwickeln, ist sich Haller sicher: "Der entzündungshemmende Effekt von Lactocepin ist lokal begrenzt, Nebenwirkungen sind bislang nicht bekannt."

Bakterien im Test

Jetzt soll die pharmazeutische Anwendung des Enzyms in einer klinischen Studie geprüft werden. Und auch bei der „Herstellung“ von Lactocepin durch die Milchsäurebakterien sind noch Fragen offen. Manche Bakterienstämme wie der von Dirk Haller untersuchte Lactobacillus paracasei produzieren hochpotente Lactocepine, bei anderen Mikroorganismen steht der Nachweis der Wirksamkeit noch aus. Der Wissenschaftler warnt deshalb vor falschen Versprechen: "Nicht jedes Produkt, das als ‚probiotisch’ bezeichnet wird, hat diesen Namen auch verdient." (im)Quelle: von Schillde, M.-A. et al.: „Lactocepin Secreted By Lactobacillus Exerts Anti-Inflammatory Effects By Selectively Degrading Proinflammatory Chemokines”, Cell Host & Microbe, doi: 10.1016/j.chom.2012.02.006;

Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von NetDoktor.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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3 Meinungen zu "Joghurt hilft Magen und Darm "

  • Greaea
    Freitag, 27.04.2012, 17:14 Uhr
    Das weiß man doch eh schon lange. Es ging doch eher darum , das zb. Actimel und Co. so getan haben als würden ihre Produkte die das doppelte wenn nicht sogar das dreifach eines "normalen" Joghurts kosten. Das die auch einen Mehrwert haben. Und das stimmt nicht, ob man nun Actimel und Co, oder ein ein ganz "normales" Joghurt nimmt ist egal. Die wirkung ist die gleiche. Nur zahlt man bei den einen die Deppensteuer, und anderswo nicht.
  • dersmut
    Freitag, 27.04.2012, 16:38 Uhr
    Und diese Erkenntniss kommt genau passend zu dem neuen Werbegesetz, nach dem man keine Werbung machen darf mit Aussagen die nicht stimmen. Also doch weiter nur Act.v.a für Frau Vera int V..n
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