Pferdefleisch-Skandal: deutsche Lieferanten im Visier
Es enthalte undeklariertes Pferdefleisch. Das Nudelgericht war am Freitag vom Discounter Lidl aus den Regalen entfernt worden. In Berlin berieten die Verbraucherminister von Bund und Ländern über Konsequenzen aus dem Skandal.
Lidl hat am Montag noch mehr Fertiggerichte mit Pferdefleisch in seinem Sortiment gefunden. Der Verkauf von drei weiteren Produkten sei gestoppt worden, teilte der Discounter mit. Nun sei Pferdefleisch auch in "Rinder-Gulasch" des Herstellers Dreistern sowie in "Ravioli in pikanter Sauce" von William Saurin und "Penne Bolognese" der Copack und Schröder KG festgestellt worden. Die Anteile von Pferdefleisch entdeckte Lidl den Angaben zufolge im Rahmen eigener Untersuchungen.
Nach Aldi Süd hat inzwischen auch Aldi Nord Pferdefleisch in Fertiggerichten gefunden. In "Tiefkühl Penne Bolognese 750 g" und "Gulasch 540 g Dose, Sorte Rind" seien Anteile von Pferdefleisch nachgewiesen worden, teilte Aldi Nord in Essen mit. Das Gulasch des Lieferanten Omnimax aus Brandenburg sei nur in den Aldi-Nord-Regionalgesellschaften Meitzendorf (Raum Magdeburg), Mittenwalde (Raum Süd-Ost-Berlin, Süd-Ost-Brandenburg) und Hoyerswerda (Raum Süd-Ost-Brandenburg, Nord- und Ost-Sachsen) vertrieben worden.
Omnimax wiederum bekommt die Produkte vom Konservenhersteller Dreistern in Neuruppin in Brandenburg. Eine Dreistern-Sprecherin betonte, in dem Gulasch seien nur Spuren von Pferde-DNA gefunden worden. "Auch wir sind Opfer von Etikettenschwindel. Wir sind nicht Täter", sagte sie. Auch Aldi Süd war von Omnimax beliefert worden und hatte dies bereits am Freitag mitgeteilt.
Die Tiefkühl Penne Bolognese eines anderen Lieferanten sei in allen deutschen Filialen von Aldi Nord verkauft worden, teilte das Unternehmen mit. Aktuell bestünden keine Hinweise auf ein gesundheitliches Risiko. Die Lieferanten hätten gebeten, die Artikel vorsorglich aus dem Verkauf zu nehmen.
Die Firma Hilcona berief sich auf Untersuchungen in Schweizer Labors. "Die Analysen haben ergeben, dass der Lieferant Vossko aus Deutschland die falsch deklarierte Ware geliefert hat", erklärte das Liechtensteinische Unternehmen. Hingegen sei von der zuvor ähnlich wie Vossko verdächtigten Schweizer Firma Suttero nur reines Rindfleisch an Hilcona geliefert worden.
Ein Sprecher der Firma Vossko aus Ostbevern in Nordrhein-Westfalen bestätigte, dass Hilcona die Zusammenarbeit mit Vossko aufgekündigt habe. "Wir lassen gerade durch zwei Labore Proben unserer vier Lieferanten von Rindfleisch aus dem vergangenen neun Monaten untersuchen. Frühestens Dienstagabend werden wir erste Ergebnisse haben", sagte ein Vossko-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Bei den Lieferanten handele es sich um drei deutsche Partner und einen aus dem europäischen Ausland. Näheres wollte der Sprecher nicht sagen.
Bei Hilcona im liechtensteinischen Ort Schaan war für Lidl das Nudelgericht "Combino Tortelloni Rindfleisch" unter dem Markennamen Gusto hergestellt worden. Darin hatten die österreichischen Gesundheitsbehörden Spuren von Pferdefleisch entdeckt. Das Produkt wurde inzwischen aus den Regalen genommen.
116 Meinungen zu "Pferdefleisch aus Deutschland"
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punjabi
Dienstag, 26.02.2013, 13:06 Uhr Was erwartet ihr denn? Was die Politiker vom "Pöbel" halten sieht man doch daran, das belastete und falsch deklarierte Lebensmittel an Arme verteilt werden sollen, anstatt dsafür zu sorgen diese in anständig bezahlte Arbeit zu bringen. http://www.fr-online.de/lebensmittel/hartwig-fischer-und-dirk-niebel-armenspeisung-mit-pferdefleisch,21868140,21916836.html Aber Hartwig Fischer CDU ist ja in guter Gesellschaft mit Henner Schmidt FDP, der seinerzeit Hartz 4er Ratten jagen lassen wollte. http://www.stern.de/politik/deutschland/berlin-arme-sollen-ratten-jagen-649315.html Fressen sollen deirjenigen das, die diese Polit-Schmarotzer noch wählen!!! -
ichhoffeeswirdbesser
Dienstag, 19.02.2013, 16:44 Uhr @ gartenqueen40 (S 15) >>>>>>>>>>>>>>>> bisher hieß es immer, wer billiges fleisch haben will, muß sich nicht wundern, daß alles mögliche verarbeitet wird. was aber ist mit eismann? diese firma ist alles außer billig!!!! <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< Deren Preise nicht, aber deren Produkte. Finde ich zumindest. Bei denen erkenne ich keinen unterschied zu den günstigeren. Einiges vom Preis geht bei denen auch in die Fahrzeuge/den Ausfahr-Service. -
LordOida
Dienstag, 19.02.2013, 15:00 Uhr Bin ich froh, dass meine Eltern einen Bauernhof haben. Da braucht man sich keine sorgen um das Fleisch zu machen. Ebenso Eier und Milch. Langsam sollte der verwöhnte Fleischfresser wieder sein Essen ehren, wie in nicht allzu vergangener Zeit. Andere essen wirklich jeden Tag Fleisch. Fleisch war was besonderes und sollte auch so bleiben. Für wen ist na noch der Sonntagsbraten ein highlight der Woche? Für die Masse ist das Alltag. -
Fragaria
Dienstag, 19.02.2013, 14:52 Uhr Zum einen sollte schlicht drin sein, was drauf steht. Alles andere ist Betrug! Zum anderen bin ich sehr verwundert - gilt doch Pferdefleisch hierzulande als Delikatesse und ist in Spezialmetzgereien sehr teuer. Und dann wird es als billiges Streckungsmittel genommen? Da muss dann doch auch die Qualität sehr schlecht sein..... Aber der Staat spart ja immer an den verkehrten Stellen, wozu brauchts eine gut funktionierende Lebensmittelüberwachung wenns ja auch viel gewinnbringender für die Firmen anders geht...... -
maranelloF1
Dienstag, 19.02.2013, 14:40 Uhr was soll denn diese Aufregung? Ihr sie Kritiker seid ja alle selbst schuld. Bokoytiert doch lieber die ganze verpackte Ware und kocht wieder selber. Nehmt Euch dafür die Zeit, falls Ihr noch kochen könnt. -
newage2010
Dienstag, 19.02.2013, 14:36 Uhr Da haben die gierigen Lieferanten was ganz böses gemacht - und schwupps - ist es keiner gewesen! Das ist wie Räuber- und-Gendarm spielen. Dennoch kombiniert Ilse Aigner messerscharf "kriminelle Energie"- und das ist doch mal was Handfestes. Europa ist groß, Konsumenten gibt es genügend und in der Monotonie des Labor-Alltags verfällt jegliche Pflicht einer prüfenden Sorgfalt. Dieses dekadente Denken gepaart mit unendlicher menschlicher Geldgier ist die Keimzelle dieser Form von großangelegter Wirtschaftskriminalität. Verarscht wird der doofe Verbraucher, der, gelockt durch ein raffiniertes System von Werbung und in künstlich erzeugter Abhängigkeit, sein sauer verdientes Geld in diesen Wirtschaftskreislauf (un)freiwillig einspeist. Ich wünsche mir eine kritische Masse Menschen, die ihre Macht als Verbraucher und rechtmäßige Geldgeber des Kapitalismus endlich erkennt und ihr Recht wahrnimmt, Konsum und Handel, dieses System und seine Volksvertreter durch aktives Bestreiken abzustrafen, um auf diese Weise einen vertrauensvolleren Dialog in einem ehrlicheren System zu finden. Diese Umkehr benötigen wir alle dringend, sonst kollabiert das gegenwärtig existierende Wirtschaftssystem in überschaubarem Zeitrahmen und erstickt an sich selbst. -
Henkerin
Dienstag, 19.02.2013, 14:21 Uhr Es ist ein Skandal das die Verursacher nicht zur Rechenschaft gezogen werden das heißt der Laden muss geschlossen werden. Und es darf kein neuer Betrieb von diesen Leuten geöffnet werden auch nicht von Verwandten oder andere Familien Angehörigen. Das ist ein Mittel um endlich mal einen Riegel diesen Betrügern vor zu schieben. Denn ist nicht damit getan um richtige Kennzeichnung. Man kann alles auf Papier schreiben. Es muss genügend Kontrolliert werden. Aber dafür ist dann mal wieder kein Geld da. Das wird ja für Unnütze Dinge ausgegeben.
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