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06.12.2012, 10:34 Uhr

Erinnerung trickst Hungergefühl aus

(sist) - Der Placebo-Effekt ist in der Medizin ein viel studiertes Phänomen: Kleine Pillen zeigen mitunter Wirkung, obwohl sie keinerlei Wirkstoffe enthalten. Der Körper reagiert offenbar auch, wenn die Wahrnehmung ausgetrickst wird. Britische Forscher haben jetzt herausgefunden, dass dieses Prinzip auch beim Abnehmen helfen kann: Sie stellten fest, dass die Erinnerung an eine scheinbar große, in Wirklichkeit jedoch kleinere Portion Essen das Hungergefühl reduziert. 

Wissenschaftler der englischen Bristol Universität präsentierten 50 hungrigen Freiwilligen eine 300-Milliliter-Portion Suppe, weiteren 50 Probanden wurde eine Menge von 500 Millilitern gezeigt. Jede der beiden Gruppen wurde danach ohne Wissen der Teilnehmer in zwei weitere Einheiten à 25 Probanden unterteilt. Den ersten beiden Gruppen wurde die Menge an Suppe kredenzt, die sie zuvor gesehen hatten. Die Portion der jeweils anderen beiden wurde manipuliert, indem eine versteckte Apparatur die Suppenschalen entweder auf 500 Milliliter auffüllte oder aber den Inhalt bis auf 300 Milliliter abpumpte.

Überraschende Resultate erst nach zwei Stunden

Direkt nach dem Essen kam es zu keinem erstaunlichen Ergebnis: Das verbleibende Hungergefühl entsprach der tatsächlich aufgenommenen Menge an Suppe. Nach dem Verzehr von 300 Millilitern war der Hunger also größer, die Gruppen mit 500-Milliliter-Portionen fühlten sich dagegen satter.

Doch nach zwei und nach drei Stunden wurde dieses Muster durchbrochen: Das Hungergefühl bei den Probanden richtete sich nun nach der wahrgenommenen Menge an Suppe, nicht nach der tatsächlich verspeisten. Teilnehmer, die fälschlicherweise annahmen, sie hätten 500-Milliliter-Portionen verspeist, verspürten demnach deutlich weniger Hunger.

Hoffnung im Kampf gegen Übergewicht

Diese Studie, die im wissenschaftlichen Magazin "PLoS ONE" veröffentlicht wurde, zeigt nach Ansicht der Wissenschaftler erstmals, dass das Gedächtnis bedeutend zum Sättigungsprozess beiträgt. Die Forscher sehen darin eine Chance, Methoden zu entwickeln, um die Energiezufuhr insbesondere von übergewichtigen Menschen zu reduzieren.  

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