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15.07.2012, 12:21 Uhr

Mopsrennen in Berlin: Emma rast allen davon

Berlin (dpa) - Von wegen kurzatmig und träge: Beim Mopsrennen am Samstag in Berlin kam so manch ein mitlaufendes Frauchen und Herrchen eher ins Hecheln als sein oder ihr Hund. Das 50-Meter-Rennen war der Höhepunkt des 3. Internationalen Berliner Mopstreffens in Lankwitz.

Das Attribut "international" war allerdings nicht ganz wörtlich zu nehmen. "Für uns gelten schon Bayern und Nordrhein-Westfalen als Ausland", sagt Organisator Thomas Zupan mit einem Augenzwinkern. Weil das Treffen zufällig am Geburtstag der Französischen Revolution stattfand, nannte Zupan es "Mopsolution".

Rund 100 dieser kleinen, kräftigen Vierbeiner mit den großen Kulleraugen waren mit ihren Besitzern aus ganz Deutschland angereist. Sie heißen Diego, Donna, Eddy, Coco oder Goethe und entsprechen oft längst nicht mehr dem Klischee vom dicken, röchelnden Ringelschwanzträger mit eingedrücktem Gesicht.

"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber nicht sinnvoll", hat der im vergangenen Jahr gestorbene Komiker und Mopsliebhaber Loriot einmal gesagt. Die viele hundert Jahre alte Rasse kommt ursprünglich aus China und hatte schon viele prominente Anhänger, darunter Napoleons erste Frau Josephine de Beauharnais, Königin Charlotte Mecklenburg-Strelitz und Wilhelm I. von Oranien.

"Möpse sind heute wieder stark im Kommen", sagt Zuchtleiterin Inge Weßling vom Deutschen Mopsclub in Köln. Die Mops-Mode habe aber auch ihre Schattenseiten. Manche Züchter seien aufs schnelle Geld aus und achteten weniger auf die Gesundheit der Welpen.

"Der Trend geht wieder zur längeren Nase und längeren Beinen", weiß Hobbyzüchter Zupan. Lange seien Möpse so gezüchtet worden, dass sie kaum noch sichtbare Nasen und viel zu kurze Beine haben. Das führte zu Atembeschwerden und Trägheit. Beim Schaulaufen auf einem großen Hundesportplatz ist alles zu beobachten: Lange Nasen und Beine, platte Nasen und kurze Beine, dicke und dünne Hunde.

Das Rennen im wahrsten Sinne des Wortes macht am Samstag dann ein schwarzer Mops: Emma. In gerade einmal 7,1 Sekunden legte die Hündin die 50 Meter zurück. Sie verteidigte den Titel vom Vorjahr, als sie mit 6,8 Sekunden noch schneller war.

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