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13.08.2012, 10:30 Uhr

Schachmatt oder Knock-out

Trockeneisnebel, dunkelrotes Licht, eine schmale Industrietreppe. Ein Mann in Kapuzenumhang mit Boxhandschuhen steigt über rote Seile in einen quadratischen Ring. Angespanntes Hin-​und-​Herspringen. Der Kapuzenmann schwingt seine Faust empor, der Betreuer schält den jungen Mann aus der Robe, noch ein letzter aufpeitschender Faustschlag in die Höhe -​ und was folgt, ist eine Partie Schach.

Am Anfang war ein Comic

"Ich habe Schachboxen nicht erfunden, aber ich habe es ins Leben gerufen", sagt Iepe Rubingh. Der Berliner Künstler und erste Vorsitzende des Chess Boxing Club Berlin las als Jugendlicher den Comic "Äquatorialkälte" von Enki Bilal. Hier boxte der Protagonist in einem Wettkampf erst, bevor er sich einer Partie Schach stellte. Die Idee "den Denksport Nummer eins mit dem Kampfsport Nummer eins" zu verbinden, faszinierte Rubingh. Als er Jahre später, mit Mitte 20, zu boxen begann, holte ihn die Idee wieder ein. 2003 veranstaltete er schließlich einen ersten Testkampf in Berlin. Es folgten Kämpfe in Amsterdam, London und Los Angeles.

Schachmatt oder Knock-out

Schachboxen ist eine Wettkampf-​Kombination aus vierminütigen Blitzschach-​ sowie dreiminütigen Boxrunden. Maximal werden elf Runden ausgespielt. Der Kampf kann durch ein klassisches Schachmatt oder Knock-​out vorzeitig beendet werden. Eine verstrichene Schach-​Bedenkzeit beendet den Wettkampf ebenfalls frühzeitig. Bei einem Remis im Schach entscheidet der Punktestand des Boxkampfes über den Sieg. Beim unentschiedenen Boxkampf, gewinnt der Gegner der mit den schwarzen Figuren über das Brett gezogen ist. Die Figurenvergabe wird zuvor ausgelost. Seit 2005 gibt es den Chess Boxing Club Berlin. Weitere Schachbox-​Clubs existieren in München, London, Los Angeles und Krasnojarsk.

Wechsel zwischen Physischem und Psychischem

Zu den Wettkämpfen kommen "für einen Kampfsport außergewöhnliche viele Frauen", findet Rubingh. "Frauen mögen, dass es hier nicht nur um Machogehabe, sondern auch um Köpfchen geht." Viele seiner Gäste würden überdies aus der Wirtschaft stammen. "Besonders Führungskräfte können sich mit der Devise ,gleichzeitig stark und stressresistent' gut identifizieren", glaubt Rubingh. Es sei der abrupte Wechsel vom Physischen zum Psychischen, der den Reiz am Schachboxen ausmacht. Rubingh: "Nach einem Kampf ist man voller Adrenalin, hält sich für den Größten. Sich dann am Brett wieder zu fokussieren, ist unglaublich schwierig."

© Axel Springer AG

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2 Meinungen zu "Schachmatt oder Knock-out"

  • sandandmercury
    Mittwoch, 15.08.2012, 14:50 Uhr
    für mich ist schach der knock-out ;-)
  • miregallllll
    Dienstag, 14.08.2012, 14:32 Uhr
    Definitiv Coole Idee.
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