Neuer Trend
Soviel Geld für Garten wie für Backwaren ausgegeben
In diesem Jahr werden die Bundesbürger erstmals so viel Geld für ihren Garten wie für Backwaren ausgeben. Insgesamt sind das 18 Milliarden Euro - rund 30 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Vor allem aber: Gärtnern macht nicht dick wie die süßen Sachen aus der Bäckerei. Eine stolze Summe mussten Ilka und Klaus Soltau in ihr zwei Hektar großes Gartengelände investieren, damit es so einzigartig aussieht wie heute. Früher befand sich auf dem Areal am Altengammer Hausdeich eine Gärtnerei mit mehreren Treibhäusern. Heute funkelt ein gut 200 Quadratmeter großer Schwimmteich in der Sonne, umsäumt von reichlich Schilf. "Das erste, was sich mein Mann gekauft hat, war das hier", sagt die 44-jährige Eigentümerin - und zeigt auf einen gelben Bagger hinter dem Haus. Der hat ganze Arbeit geleistet und den Teich bis auf drei Meter Tiefe ausgebuddelt. Sehr zur Freude der vier Kinder, die gerne in diesem Teich schwimmen. Selbst bei nur 18 Grad warmem Wasser toben die Mädchen und Jungen vereint mit ihren Freunden aus dem Dorf.
Tag des "Offenen Gartens"
Gegenüber stehen die Reste eines alten Treibhauses, das sich derzeit im Umbau befindet. Eine Orangerie soll daraus einmal werden. Drinnen sprießen Bananenstauden und ein Feigenbaum. "Der Garten", sagt Ilka Soltau, "ist eine große Leidenschaft von mir geworden." Angefangen hat das vor mehr als zehn Jahren mit gerade mal zwei kleinen Beeten vor dem Haus. Später kamen stattliche Exemplare von Findlingen dazu, die jetzt überall auf dem Marschlanden-Garten in die Höhe ragen.
2000 Quadratmeter in Norderstedt
Sie unterstützen die Kompostverarbeitung und sorgen für pralles Regenwürmerleben. "Viele dieser Mikroorganismen sind schon lange in der Medizin und bei der Herstellung von Lebensmittel in Einsatz, beispielsweise bei Sauerteig, Sauerkraut, Käse, Joghurt, Wein und Brot", ergänzt die Hamburger Expertin Elsbeth Müller. Beim Tag des "Offenen Gartens" wird Ellen Kruse den Besuchern die Funktionsweise des Komposts ausführlich erklären. Wie bei den früheren Aktionen rechnet sie auch diesmal mit immerhin 200 Besuchern. "Neuerdings kommen viele junge Leute, die von mir Tipps und Anregungen zur eigenen Gartengestaltung haben wollen." Bereits an diesem Wochenende locken die ersten offenen Gärten im Großraum Hamburg zum Kennenlernen. Dazu gehören der 2000 Quadratmeter große Garten von Maike Heinatz in Norderstedt mit den alten und seltenen Gemüsesorten als Mittelpunkt und der grün-weiße Garten von Jutta Schümann in Kaltenkirchen rund um eine Doppelhaushälfte im Friesenstil. Gleich vier Teiche prägen das Bild des 2000 Quadratmeter großen Grundstücks von Renate und Wolfgang Bahls in Ohlstedt. Bei ihnen können die Besucher am 16. und 17. Juni über den Gartenzaun schauen. Am großen Teich mit Wasserlauf, Ministrand und Holzterrassen laden Bänke zum Verweilen ein.
Wildblumen wuchern um die Wette
An den Ufern sprießt Katzenminze; kleine Wildblumen wuchern um die Wette. Das ein Meter tiefe Gewässer hat Wolfgang Bahls in zweijähriger Arbeit allein ausgehoben und gestaltet. Bei so viel selbst geschaffener Romantik zieht es die Ohlstedter Familie kaum mehr in die Ferne. "Wir haben es einfach nur schön hier", sagt Hobbygärtnerin Renate Bahls. Und freut sich auf die diesjährigen Gartengäste und ihre vielen Fragen, aber auch auf die Komplimente für das ungewöhnliche hanseatische Anwesen.
© Axel Springer AG
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