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04.04.2009, 13:12 Uhr

Discounter Lidl führte offenbar geheime Krankenakten

(cfl) - Es klingt ein bisschen wie einem schlechten Krimi: Eine ungenannte Quelle will in einer Autowaschanlage brisante Unterlagen von Lidl entdeckt und sie weitergeleitet haben. Inhalt: Dubiose Protokolle über den Krankheitszustand von Mitarbeitern.

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Allerdings brachte der ominöse Entdecker seinen Fund angeblich nicht zur Polizei oder Staatsanwaltschaft, sondern zum "Spiegel". Das Nachrichten-Magazin berichtet in seiner Online-Ausgabe über die spektakulären Papiere, die in einem Mülleimer einer Autowaschanlage in Bochum aufgetaucht sein sollen.

Die Vorwürfe sind gravierend: Nach Informationen von "Spiegel" setzte Lidl offenbar bundesweit Formulare ein, in denen der "Grund der Krankheit" von Mitarbeitern eingetragen werden sollten. Das ist arbeitsrechtlich bedenklich. "Spiegel" zufolge reagierten Datenschützer auf den Mülleimer-Fund empört.

Über den Zustand einer Angestellten, die sich im Juni 2008 krank gemeldet habe, soll in den Formularen zu lesen sein: "Will schwanger (werden). Befruchtung nicht funktioniert". Bei einer anderen Lidl-Mitarbeiterin sei als Krankheitsgrund nur "Psychologe" eingetragen. Zusätzlich stehe dort: "Kündigung zum 31.7.08".

Doch die 300 Seiten der angeblich sorglos weggeworfenen Formulare enthielten noch andere brisante Details. Demnach sind dort Namen, Personalnummern und Überstundenkonten wie auch Kündigungsschreiben von Mitarbeitern, Personalstammblätter mit Adresse, Telefonnummer und dem Gehalt einzelner Lidl-Kräfte, Aufhebungsverträge, Arbeitszeugnisse, Spesenabrechnungen und Kopien von Sozialversicherungsausweisen festgehalten.

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  • tigerlily2010
    Freitag, 12.03.2010, 08:24 Uhr
    Warum sollte sich bei LIDL, Schlecker und Co was ändern? Bisher ist doch die Firmenstrategie immer voll aufgegangen. Mitarbeiter unter Druck setzen, ausspionieren, feuern- der Arbeitsmarkt gibt doch genug "Humankapital" her. Die Politik sieht wie immer keinen Handlungsbedarf, wenn es irgend möglich ist, sollte man solche Geschäfte meiden, Preisvergleiche lohnen sich jedenfalls. Wir hatten bei LIDL sogar Sprechverbot!
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