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31.01.2013, 11:33 Uhr

Online-Shops gehen offline

Kommt der Trend aus den USA nun auch in Europa an? Trotz florierenden Online-Handels machen immer mehr Online-Shops zusätzlich zu ihrem Internetauftritt Ladengeschäfte auf. Und dies, obwohl die Händler zusätzliche Kosten für Mitarbeiter und Ladenmieten auf sich nehmen müssen. Warum tun sie es trotzdem?

Von GMX Redaktionsmitglied Liliana Pfister

Mehr als 50 Prozent der Internetnutzer in Deutschland informieren sich im Netz und vergleichen Angebote, bevor sie sich für ein neues Produkt - etwa ein neues Smartphone oder einen neuen Mantel - entscheiden. Haben sie das Objekt ihrer Wahl gefunden, kaufen es laut einer aktuellen Google-Studie zum Kaufverhalten jedoch nur rund 16 Prozent auch im Netz ein. Darauf reagieren nun immer mehr Online-Shops und bieten auch Produkte in lokalen Ladengeschäften - in sogenannten Showrooms - an. So auch der Online-Händler Ebay, der im Dezember 2012 in Berlin einen Kaufraum eröffnet, in dem der Kunde die Ware begutachten und kaufen kann. Dafür prangt auf jedem Artikel ein QR-Code, der mit dem Smartphone eingelesen werden und dann online bezahlt werden kann.

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O2O - das Geschäftsmodell der Zukunft?

Internethändler, die ihre Ware auch offline anbieten, nehmen für die Miete eines stationären Ladens und für geschultes Personal zusätzliche Kosten auf sich. Und dennoch nutzen immer mehr das neue Geschäftsmodell O2O (Online-to-Offline). Schließlich kauft eine Mehrheit von 38 Prozent der Konsumenten, die das Produkt online gefunden haben, am Ende doch offline. Um diese Kunden nicht zu verlieren, versuchen die Onlinehändler mit ihren Kaufräumen die Brücke zwischen Online- und Offline-Handel zu schlagen und wollen mit ihren stationären Läden auch das anbieten, was Kunden am Offline-Handel schätzen.

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Offline-Handel bietet was zum Anfassen

So können Online-Händler, die zudem einen Laden führen, auch die Verbraucher bedienen, die ausprobieren wollen, wie sich etwa das Smartphone-Modell in der Hand anfühlt oder wie es sich auf dem neuen Sofa sitzt. Durch Berühren lässt sich auch die Beschaffenheit und Qualität des Stoffes leichter ermitteln als durch eine Abbildung oder eine möglicherweise irreführende Produktbeschreibung im Internet. Und gerade wer sich mit neuer Technik ausstatten möchte, hat oft einen erhöhten Bedarf nach persönlicher Beratung. Zudem bekommt der Kunde im Laden seine Ware sofort und muss nicht bis zu mehrere Tage auf die Postsendung warten. Schließlich kommen auch die auf ihre Kosten, die sich das Einkaufserlebnis im Laden durch alleinige Online-Bestellungen nicht nehmen lassen wollen.

Welche Unternehmen ziehen mit?

In Deutschland gehen neben Ebay zahlreiche weitere Online-Unternehmen offline. In Berlin tut dies beispielsweise der Schuhhändler Shoepassion.de und das Shoppingportal Zalando. Auch Möbelunternehmen haben das neue Geschäftsmodell für sich entdeckt. So präsentiert das Online-Startup "Fashion for Home" in seinem Showroom Designermöbel und im Laden des Unternehmens Sitzfeldt.com können Interessierte Sofas Probe sitzen.

Auch außerhalb der Hauptstadt verbreiten sich die Offline-Shops von Online-Anbietern. In Koblenz zum Beispiel stellt sich das Shoppingportal Stylebop.com auf festem Boden dar, in Landau kombiniert der Mobilfunkanbieter Mobilebomber.de den Internethandel mit einem Beratungsangebot im Ladengeschäft. Bundesweit findet sich ein Netz an Läden, in denen Online-Anbieter E-Zigaretten verkaufen.

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Auch in der Online-Partnervermittlungsbranche fasst das Geschäftsmodell Fuß. So will E-Darling Ende 2013 mit einer Beratungsstelle offline gehen, da es bei ihrer Zielgruppe, den 30- bis 60-Jährigen, "mehr Berührungsängste oder auch Online-Verweigerer" gibt. Mit dem Zusatzdienst hoffen sie, deren Misstrauen gegenüber dem Internet abzubauen und sie an die Benutzung der Internetplattform heranzuführen.

Dem Portal "onlineeconomy.org" zufolge sieht der Ebay-CEO John Donahoe in dem Online-to-Offline-Handel eine enorme Geldquelle. Es gehe um 10 Billionen US-Dollar, die damit noch verdient werden könnten.

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