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27.12.2012, 11:27 Uhr

USA wieder vor Schuldengrenze

Washington (dpa) - Die USA steuern im Haushaltsstreit immer weiter auf die sogenannte Fiskalklippe zu. US-Präsident Barack Obama hat seinen Weihnachtsurlaub auf Hawaii abgebrochen, um am Donnerstag in Washington in das Tauziehen mit den Republikanern einzugreifen.

Gelingt bis zur Silvesternacht in den Bemühungen um ein Programm zum Defizitabbau kein Kompromiss, droht der Sturz von der "Fiskalklippe". Auf die Amerikaner kämen dann vom 1. Januar an Steuererhöhungen und automatische massive Ausgabenkürzungen zu. Experten warnen vor einer neuen US-Rezession und schweren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Viel Bewegung wurde am Donnerstag nicht erwartet, da Obama erst im Laufe des Tages nach einem längeren Flug in Washington erwartet wurde. Und der Senat wollte erst am Abend (Ortszeit) zusammentreten, berichtete die "Washington Post".

Zusätzliche Komplikationen könnte es dadurch geben, dass die USA ausgerechnet am Jahresende erneut ihr Schuldenlimit erreichen. Finanzminister Timothy Geithner teilte am Mittwoch dem Kongress mit, dass der derzeitige Rahmen von 16,4 Billionen Dollar (12,4 Billionen Euro) am 31. Dezember ausgeschöpft sei. Zwar will Geithner nach eigenen Angaben durch Etat-Umschichtungen etwas zeitlichen Spielraum gewinnen, aber er machte zugleich deutlich, dass auch hier die Uhr tickt - sonst können die USA spätestens in zwei Monaten ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen.

Der US-Nachrichtensender CNN sieht das Tauziehen indes gelassen und meint, dass spätestens in zehn Tagen - aber nicht unbedingt vor dem Stichtag 1. Januar" - eine Einigung wahrscheinlich sei. Dann aber würden in der Einigung Punkte aus Vorschlägen stehen, die bisher von den Republikanern in den vergangenen zwei Jahren abgelehnt wurden. "Hier geht es nur um politische Punkte", zitiert CNN die republikanische Abgeordnete Ileana Ros-Lehtinen, die das politische Ringen um einen Kompromiss definiert. "Ich weiß, dass das amerikanische Volk von uns schon genug hat."

Obama und die Senatoren hätten "einen letzten Versuch", schrieb die "Washington Post" am Donnerstag. Allerdings meinte das Blatt unter Berufung auf Mitarbeiter beider Parteien, dass ein Scheitern "nicht nur eine Möglichkeit, sondern der wahrscheinlichste Ausgang" sei. Hauptstreitpunkt sind Steuererhöhungen für die Reicheren. Obama will, dass Haushalte mit einem Jahreseinkommen ab 250.000 Dollar (knapp 190.000 Euro), zumindest aber ab 400.000 Dollar künftig stärker zur Kasse gebeten werden. Steuererleichterungen für die Mittelschicht will er dagegen beibehalten.

Der republikanische Verhandlungsführer John Boehner hatte zuletzt eine Grenze von einer Million Dollar Jahreseinkommen für Erhöhungen angeboten. Er war dann aber auf massiven Widerstand radikal-konservativer Abgeordneter der Tea-Party-Bewegung gestoßen, die jegliche Steuererhöhungen ablehnen. Das hat die Verhandlungen zusätzlich erschwert. Über Weihnachten fanden überhaupt keine Gespräche statt.

Weil der Zeitdruck so enorm ist, wird vor Jahresende nun allenfalls noch eine "kleine" Lösung erwartet. Obama selbst hatte am vergangenen Freitag seine Bereitschaft zu einem Kompromiss in mehreren Schritten bekundet. Demnach ist es sein Hauptziel, noch vor Silvester Steuererleichterungen für die Mittelschicht sowie Arbeitslosenleistungen zu verlängern, die sonst zum Jahresende auslaufen würden. Die drohenden automatischen Ausgabenkürzungen vom kommenden Jahr an könnten in einer Art Rahmenvereinbarung erst einmal ausgesetzt und dann im Januar Einzelheiten eines Kompromiss-Sparplans ausgearbeitet werden.

Alle News vom: 27. Dezember 2012 Zur Übersicht: Finanzen

29 Meinungen zu "US-Etat: Die Zeit wird knapp"

  • warumwiesoweshalb
    Freitag, 28.12.2012, 16:29 Uhr
    Harka | 5887 Beiträge @ warumwiesoweshalb Du hast nicht wirklich verstanden, wie der Laden funktioniert. Keine US-Bank würde auch nur einen Dollar hergeben, wenn sie nicht mehr zurück bekämen. Die US-Banken sind keine gemeinnützigen Vereine. Die wollen und müssen Profit erwirtschaften ------------ Mag sein, ich bin nicht allwissend. Allerdings bezweifel ich ernsthaft dass es nur US-Banken sind die Gewinne erwirtschaften muessen und keine gemeinnuetzigen Vereine sind. Das gilt wohl fuer jedes Privatunternehmen weltweit. Und Griechenland in den Vergleich mit den USA hinsichtlich der Schuldensitiation zu bringen mag zwar populaer sein, sachliche Richtig ist es gewiss nicht. Hier sei nur an die wirtschaftliche Leistungskraft beider Laender erinnert. Wie dem auch sei, fuer mich ist das ein Waehrungskrieg, ernsthaft von den USA vorangetrieben - beginnend bei einem Kursverhaeltnis 1,6:1 des Euros zum USD. Das war der Zeitpunkt als der Euro Leitwaehrung werden sollte und die OPC - Laender ihre Verkaeufe in Euronen abrechnen wollten. DAS ist aber nur meine Meinung, das hat nix zu sagen.
  • Harka
    Donnerstag, 27.12.2012, 17:52 Uhr
    @ warumwiesoweshalb Du hast nicht wirklich verstanden, wie der Laden funktioniert. Keine US-Bank würde auch nur einen Dollar hergeben, wenn sie nicht mehr zurück bekämen. Die US-Banken sind keine gemeinnützigen Vereine. Die wollen und müssen Profit erwirtschaften. Die USA haben letztlich genauso auf Pump gelebt wie Griechenland und jetzt holt sie diese Sünde ein. Die USA haben nur den Vorteil, dass der US-$ in vielen Ländern auch die Staatsreserven darstellt, insbesondere in den reichen Ölstaaten. Diese werden nun alles tun, um den Dollar zu stützen, denn eine Staatspleite der USA würde fast alle Nationen welche ihre Reserven in Dollar anlegen mit in den Abgrund ziehen. Das wiederum kann nicht im Interesse Europas sein, dass kein Land der Welt mehr die EU-Produkte bezahlen kann.
  • checken
    Donnerstag, 27.12.2012, 15:36 Uhr
    Die über 500 Mrd. für europäische Banken denkst du war ein "Geschenk"? Du wirst niemals den Tag erleben an dem eine Bank wie Goldman Sachs jemanden locker 500 Mrd. überweist aus nächsten Liebe. Solche Transaktionen werden getätigt um eigene Interessen zu wahren. Ein Vergleich wäre "ein gieriger Herrscher gibt seinen Untertanen und Sklaven etwas Notverpflegung (die 500 Mrd.) damit sie weiter für Ihn arbeiten können und nicht alle sofort wegsterben". Eine andere Frage ist, wie kam es denn das die europäischen Banken plötzlich diese Hilfe brauchten? Doch nicht etwa, weil die Wall Street das ganze verzapft hat und alle die im Boot saßen nun ein Problem haben. Das ist als wenn du jemand Dank zollst weil er dir beim Aufbau deines Hauses bissl mithilft, er es aber zuvor ruiniert hat. Solche Aussagen leben davon, dass man einzelne Aktionen aus dem Großen und Ganzen reißt und isoliert für sich betrachtet. Es sollte immer Ursache und Wirkung betachtet werden und dann wirst du feststellen, woher die Probleme kommen kommen und was infolge dessen dann unternommen wurde um sie zu retuschieren und glatt zu bügeln.
  • Allaire
    Donnerstag, 27.12.2012, 15:35 Uhr
    Wieso steht da "wieder"? Die waren noch nie fern der Schuldengrenze, man hat die Grenze nur nach oben verschoben... Frei nach dem Motto, wenn ich mir die Augen zuhalte, dann sehe ich nichts und somit kann auch nichts passieren... Ansonsten, lasst'se halt stürzen... nicht der amerikanische Bürger stürzt damit ab... die Banken stürzen nur ab... und die haben es sich redlich verdient...
  • Schwabe61
    Donnerstag, 27.12.2012, 14:43 Uhr
    Was eine Ansammlung Rechtsextremer erreichen kann, sieht man hier! Es wird nicht mehr lange dauern und die Welt steht vor dem 3. Weltkrieg, der in seinen ganzen Ausmaßen noch schlimmer werden wird, als der 2. Weltkrieg. Dass die USA dies wollen, sieht man daran, dass bis heute das KZ auf Kuba nicht aufgegeben wurde und immer wieder versucht wird, neue Kriege anzuzetteln.
  • warumwiesoweshalb
    Donnerstag, 27.12.2012, 14:41 Uhr
    checken | 19 Beiträge warum nicht einfach ein kontrollierten und gelenkten Staatsbankrott. Letzendlich wird es darauf hinauslaufen. Aber es gibt sicher ein paar Banken die noch offene Forderungen haben... etc..etc.. ---------------- Meinst Du mit den offenen Forderungen z.B. die > 500 milliarden USD die die USA ausgaben um europ. Banken zu retten ? Nun...da haben sie allerdings eine gewisse Sicherheit, ebenso wie die Siegermaechte Frankreich und GB. Die deutschen Goldreserven. Was mich bei der ganzen Diskussion nur wundert ist die Schwarzmalerei.... Versucht es doch mal SO zu sehen...: Inside Wall StreetWhite (House) Christmas Ein Sturz über die Fiskalklippe wäre weder für die USA, noch für den Präsidenten eine Katastrophe. Im Gegenteil: Obama würde damit von den Republikanern ein regelrechtes Weihnachtsgeschenk erhalten....... .........und breit verteilt auf alle möglichen Sektoren: Soziales, Bildung, Infrastruktur, Militär... für alles was weh tut, kann Obama guten Gewissens die Republikaner beschuldigen, die sich auch nach einer verlorenen Wahl im November tapfer und blind jedem Kompromissangebot aus dem Weißen Haus widersetzt haben. Alles Positive hingegen, dürfte sich Obama selbst zuschreiben, und da gäbe es vor allem zwei Aspekte: ein Sturz über die Klippe wäre ein guter erster Schritt in Richtung eines ausgeglichenen Haushalts. Und: Obama könnte locker mit einem neuen Gesetzentwurf eine Steuersenkung für die Unter- und Mittelschicht durchsetzen, für die 98 Prozent, an denen die Politik der Republikaner vorbeischrammt. ............einfach mal lesen..... http://www.teleboerse.de/kolumnen/insidewallstreet/White-House-Christmas-article9858256.html Das ist EINE Meinung...von mehreren Meinungen...........
  • hkmr308
    Donnerstag, 27.12.2012, 14:21 Uhr
    Deutschland sollte aber unbedingt seine Goldreserven aus den Staaten holen, .....aber die sind sicherlich schon längst weg....
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