Mit einem Klick die Welt retten
Ein Klick, das war's. Mehr braucht es nicht, um bei "boost" gemeinnützige Organisationen zu unterstützen - auch kein Geld. Wer Gutes tun will, geht einfach auf www.boost-project.com, wählt einen Online-Shop aus und kauft dort wie gewohnt ein. Für diese Vermittlungen zahlen Anbieter wie Amazon, Zalando oder DaWanda eine Provision. Je nach Shop sind das meist zwei bis 20 Prozent des Produktpreises.
Affiliate Marketing ist hier das Stichwort. "Boost" spendet dann 90 Prozent der Provision, zehn Prozent behält das Unternehmen zur Deckung eigener Kosten. Der Nutzer entscheidet, an welche Organisation die Spende geht. Mehr als 300 solcher "Charities" stehen zur Auswahl. Erzählt der Nutzer auf Facebook seinen Freunden von der Spende, verdoppelt sie sich.
Gegründet wurde "boost" im Februar dieses Jahres von Frank Eckert, 25, und Benjamin Vahle, 27. Beide haben Erfahrung mit gemeinnütziger Arbeit: Eckert half während seines Studiums bei der "Nightline" in Heidelberg, einem anonymen Sorgentelefon für Studenten. Später gründete er die "Nightline Stiftung" mit, um das Projekt auch in anderen Städten zu etablieren. Vahle rief, ebenfalls als Student, den Verein "Make A Difference e.V." ins Leben, der Freiwilligenarbeit in den USA vermittelt.
Innerhalb weniger Monate haben die beiden Berliner einiges auf die Beine gestellt: 1.000 registrierte Nutzer haben bisher mehr als 5.000 Euro an Spenden erwirtschaftet. Mehr als 350 Online-Shops sind Teil des Projekts. Eckert, Vahle und ihre mittlerweile acht Mitarbeiter haben sich ehrgeizige Ziele gesteckt: Bis zum Ende des Jahres sollen 20.000 regelmäßige Nutzer gewonnen und 100.000 Euro gespendet werden. Langfristig sollen mehrere Millionen Euro jährlich zusammenkommen.
Manchmal sind es eben doch die kleinen Ideen, die die ganze Welt verändern können.
28 Meinungen zu "Mit einem Klick die Welt retten"
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readhead
Donnerstag, 06.09.2012, 11:52 Uhr Die Projekt-Idee an sich finde ich gut. Ist halt alles abgekupfert, denn solche Seiten existieren teilweise schon seit 10 Jahren und es gibt mindestens über ein Dutzend. Mehr Schlagkraft hätten diese Seiten, wenn man sich für die gute Sache mehr zusammentun würde. Aber da steht das eigene Ego der Verantwortlichen wahrscheinlich wieder mal im Weg... Wie man mit einem 10%-Anteil allerdings acht Mitarbeiter finanzieren will, ist mir völlig Schleierhaft. Selbst wenn alle nicht fest angestellt sind und als Freiberufler 30.000 Euro im Jahr bekommen, bräuchte man schon 2,4 Mio. Jahresumsatz pro Jahr. Good Luck ;) Insgesamt mangelt es etwas an Transparenz. Bei vielen solcher Protale weiß man vorher wenigstens, was der einzelne Shop zahlt. Schleierhaft ist mir auch der Hinweis bei Amazon: "Da Bücher der Buchpreisbindung unterliegen, dürfen wir ihre Provision deinem Spendenkonto nicht gutschreiben." Ist Amazon überhaupt dabei? -
StachoJunior
Montag, 03.09.2012, 12:54 Uhr Sagt mal, geht’s noch? Wieso unterstellen hier einige diesen beiden Jungs ohne jede Grundlage Eigennutz, Gier und Hinterhältigkeit? Was bitte ist schlimm daran, wenn sich ein Verein selbst zu finanzieren versucht? Mit 10% der Spendensummen wird dieser Verein mit Sicherheit nicht reich, und die beiden Jungs schon gar nicht! Nur mal als Beispiel: Schulengel.de arbeitet mit demselben Konzept seit 2009. In dieser Zeit wurde eine Gesamtsumme von etwas mehr als 708.000 Euro gesammelt (und das mit mehr als 1100 Partner-Shops). Da Schulengel sogar 20% der Spenden für die eigenen Aufwendungen einbehält, haben sie in 3 Jahren etwa 175.000 Euro für sich eingenommen. Das sind gerade mal 5000 Euro im Monat. Davon müssen die Mitarbeiter bezahlt werden, die laufenden Betriebskosten (Büro, Telekommunikation, Strom, um nur ein paar zu nennen) und das Werbematerial (Flyer etc.). Davon soll einer reich werden? So ein Schwachsinn! Und selbst wenn: Das wäre ihr gutes Recht. Mit einer guten Idee, mit der man anderen helfen kann, darf man durchaus auch selbst Geld verdienen! „Anderen helfen“ ist bei den wenigsten Unternehmen als Geschäftszweck angegeben, oder? Üblicherweise behalten die meisten Unternehmer 90% der Einnahmen für sich und geben 10% für gute Zwecke aus, wenn überhaupt. 10% behalten und 90% weitergeben klingt da doch richtig gut, finde ich. Und was die Behauptung angeht, die Partnershops würden die Spendenaufschläge an die Kunden weitergeben: Also ich habe in den letzten drei Jahren nix davon gemerkt, dass die Produkte bei Amazon und Co. teurer geworden wären. Jedenfalls nicht mehr als alle anderen auch. Die Aufschläge wären auch überhaupt nicht spürbar! Wieder ein Beispiel: Amazon hat über Schulengel seit 2009 knapp 273.000 Euro gespendet - bei einem Umsatz in Deutschland von über 2 Milliarden Euro pro Jahr. Das sind nicht einmal 0,001%! Und nun noch zur These, man könne nicht kontrollieren, ob das Geld tatsächlich ankommt: Doch, man kann. Indem man sich einfach eine Einrichtung aussucht, die man kennt. Oder bei der Einrichtung, die man sich ausgesucht hat, mal nachfragt. Kostet einen Anruf oder eine E-Mail. Ich z.B. sammle über Schulengel für eine Schule. Und die hat die bisher gesammelten Spenden sehr wohl erhalten. Also, bitte: Bevor ihr eine gute Idee mit aller Gewalt kaputt redet, denkt mal drüber nach, ob es nicht vielleicht, ganz vielleicht, tatsächlich etwas Gutes ist, was ihr schlecht macht! -
132leorobi
Montag, 03.09.2012, 07:59 Uhr ich kann nur meine welt versuchen zu retten?? denn meine betriebsblindheit ist fast normal??? -
OdinMB
Samstag, 01.09.2012, 11:10 Uhr http://www.clicks4charity.net Seit 2007 online. -
Harry1972
Donnerstag, 30.08.2012, 09:45 Uhr Ja, gemeinnützige Vereine werden kontrolliert. Ich habe auch schon in gemeinnützigen Vereinen mitgearbeitet und war entsetzt, wie dort mit dem Geld umgegangen wird und mit welcher Selbstverständlichkeit man sich davon neben jeder Menge Spesen auch noch gute Gehälter zahlt. Viele solcher Vereine sollten "gemein und eigennützig" heissen, nicht gemeinnützig. -
mecki2000
Donnerstag, 30.08.2012, 08:41 Uhr Da wollen scheinbar wieder zwei überdrehte Studenden an das große Geld kommen, wer sagt denn, dass diese Firmen das Geld auch spenden, und wenn schon, dann wird es doch vorher schon auf die Produkte draufgeschlagen, und wer garantiert denn eigentlich dass diese Beiden das Geld auch weitergeben und es nicht in die eigenen Taschen stecken, also ich mach da nicht mit!!!!!!!!!!!!! -
IstDasWerbungNeinMeinNickname
Mittwoch, 29.08.2012, 15:33 Uhr Wenn ich Spenden möchte, will ich auch wissen, wohin mein Geld geht und was damit genau gemacht wird. Wenn ich für Menschen spenden möchte, dann zahle ich einfach auf ein Spendekonto vom Deutschen rotem Kreut, Unicef oder Kinderschutzbung (das waren jetzt nur Beispiele) ein. Da weiß man schon, was mit dem Geld gemacht wird und man "muss" weder etwas kaufen, noch ein Abo abschließen (das machen ja gerne mal die Leute die auf der Straße stehen und eine einfach mal von der Seite ansprechen), noch sonst etwas machen. Für Spenden brauche ich nur ein Spendenkonto und keine ungewöhnliche Idee, Abo's oder sonstige Einfälle.
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