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11.05.2012, 16:42 Uhr

The Avengers: Was kostet New York City?

(mgb/mac) - Einstürzende Hochhäuser, zerstörte Wahrzeichen und umherfliegende Weltallmonster in New York: Willkommen in der letzten halben Stunde von "The Avengers", der wohl erfolgreichsten Comic-Verfilmung aller Zeiten. Doch was wäre, wenn aus dieser Hollywood-Fantasie plötzlich Realität würde? Dieser Frage hat sich die "Kinetic Analysis Corporation" angenommen, ein führendes US-Unternehmen für die Kostenvorhersage von Katastrophen.

Wenn Halbgott Loki und seine Alien-Invasionsarmee am Ende von "The Avengers" New York in Schutt und Asche legen, dürften bei den Mitarbeitern von "Kinetic Analysis Corporation" die Taschenrechner heiß gelaufen sein. Im Auftrag der Web-Seite "hollywoodreporter.com" schätzten die Experten der Firma, die sonst für Versicherungen die Kosten nach Katastrophen bewerten, den auf der Leinwand entstandenen Sachschaden.

Das Ergebnis: Iron Man, The Hulk und Co. verursachen Schäden in Höhe der Gesamtsumme von 160 Milliarden US-Dollar (umgerechnet ca. 123 Milliarden Euro). Dabei entfallen 70 Milliarden US-Dollar (umgerechnet ca. 54 Milliarden Euro) auf den reinen Sachschaden, der in New York, dem Schauplatz des Blockbusters, durch die Filmschlacht entstünde. Wirtschaftliche Verluste als Folgeerscheinungen sowie Aufräumkosten würden laut den Experten mit 90 Milliarden US-Dollar (umgerechnet ca. 69 Milliarden Euro) zu Buche schlagen.

Insgesamt waren die Experten allerdings von der geringen Höhe der Schadenssumme überrascht, vor allem wenn man "The Avengers" anderen Filmen gegenüberstellt: "Verglichen mit den Aliens in 'Independence Day', sind diese Jungs reine Amateure", findet Chuck Watson, Leiter der Studie "Kinetic Analysis Corporation". In dem Film von Roland Emmerich äschern Außerirdische mit ihrem Raumschiff das komplette New York ein. Allerdings sieht Watson auch einen Grund für die "Zurückhaltung" der Avengers-Invasoren: "Die Chitauri-Loki-Allianz (die Bösewichte des Films, Anm. d. Red.) sind natürlich mehr an Eroberung und Beherrschung interessiert, demgegenüber waren die Independence-Day-Aliens vermutlich nur auf einen schnellen Snack aus."

Doch nicht nur in "The Avengers" geht es in Sachen Schaden ordentlich zur Sache: In Episode IV der Star Wars Saga zerstört der Todesstern des Imperiums den ganzen Planeten Alderan. Da sich der Verlust einer ganzen Welt nur schwer in einer Versicherungssumme festmachen lässt, haben sich Studenten mit einem anderen Problem der Sci-Fi-Saga beschäftigt: Wie hoch wären eigentlich die Baukosten des Todessterns?

Studenten der Lehigh University in Pennsylvania haben errechnet, dass die Kampfstation in Originalgröße aus rund einer Billiarde Tonnen Stahl bestehen müsste. Es würde damit rund 833.000 Jahre dauern, um diese Menge herzustellen und die Kosten für das Material würden sich auf geschätzte 852 Billiarden US-Dollar belaufen. Allerdings würden in diese Berechnung noch die Kosten für die notwendige Arbeitskraft einfließen – ein Todesstern wäre damit in der aktuellen und wohl auch künftigen Wirtschaftslage kaum zu realisieren, da sich alleine die Materialkosten auf das ungefähr Dreizehntausendfache des Bruttoinlandsprodukts aller Staaten der Welt belaufen. Zum Vergleich: Die Kosten für das Apollo-Mondprogramm der USA beliefen sich auf 25 Milliarden US-Dollar, das entspricht inflationsbereinigt einer Summe von heute rund 120 Milliarden.

Solche Probleme haben die Menschen des Star-Trek-Universums nicht. Denn zur Zeit von Captain Kirk hat die Menschheit Geld bereits abgeschafft. Sehr realistisch ist dagegen der Preis, den ein korrekter Nachbau der berühmten Original-Enterprise in der Downtown von Las Vegas gekostet hätte: 1992 errechneten interessierte Investoren den Preis von 150 Millionen US-Dollar Baukosten für das Gebäude.

Die Zement-Enterprise wäre natürlich flugunfähig gewesen, hätte aber in ihrer Größe exakt der original NCC 1701 entsprochen. Damit hätte sie aufgestellt ungefähr die Höhe des Empire State Buildings in New York erreicht. Schließlich verhinderten die Paramount-Studios, denen die Rechte an Star Trek gehören, den Bau des Raumschiff-Hotels aus Lizenzgründen.

Es werden also nicht alle Studioträume wahr. Und wenn man sich den Schaden, die "The Avengers" in der Realität verursacht hätten, vor Augen führt, ist es auch gut, dass die Kino-Realität nur auf der Leinwand Wirklichkeit wird.

Alle News vom: 11. Mai 2012 Zur Übersicht: Finanzen

38 Meinungen zu "Wenn Hollywood Realität würde"

  • GiYuRei
    Sonntag, 13.05.2012, 16:17 Uhr
    Der Mensch verursacht den gröten Schaden. Er zerstört nämlich den Planeten durch Waldabholzung (Regenwald) , Ölverschmutzung und verseuchung durch radioaktive Strahlen.
  • duplexagon
    Sonntag, 13.05.2012, 16:06 Uhr
    >>Schließlich verhinderten die Paramount-Studios, denen die Rechte an Star Trek gehören, den Bau des Raumschiff-Hotels aus Lizenzgründen.<< Der Gründer der Firma Paramount (Adolph Zukor), wollte damals nix von Lizenzen wissen, er hat das Urheberrecht mit Füßen getreten. Zwar lebt der nicht mehr, aber Paramount wurde auf dem Grundstein von Urheberechtsspuckern aufgebaut. Es hat schon den Hauch von Heuchelei, wenn man sowas liest - aus Lizenzgründen wurde der Bau des Raumschiffes nicht genehmigt...
  • Hamburguesa
    Sonntag, 13.05.2012, 15:42 Uhr
    @FleischIstSuper Oder MacGyver ... Kugelschreiberminen und Gummibänder kosten nicht viel. :-))
  • seistelweg
    Sonntag, 13.05.2012, 15:22 Uhr
    meine Güte,....die Menschen müssen ja Zeit haben, so einen Käse auszurechnen......nix besseres zu tun ?????
  • Harzer47
    Sonntag, 13.05.2012, 14:07 Uhr
    Wenn Tollywood Realität würde, könnten wir uns alle die Kugel geben...
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