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24.05.2012, 17:01 Uhr

Teurer Schutz mit Tücken - Welche Versicherungen unnötig sind

Berlin (dpa/tmn) - Alle kosten Geld, manche sind unnötig: Versicherungen. Doch was unterscheidet sinnvolle und weniger sinnvolle Policen? Sterbegeld- oder Brillenversicherung und ein paar mehr setzen Verbraucherschützer auf die Hitliste unsinniger Policen.

Am liebsten möchte der Mensch sich gegen alles und jedes versichern. Doch das wird teuer. Und weil das Geld meist endlich ist, will der Abschluss eines Vertrags gut überlegt sein. Verbraucher sollten sich Fragen "Was brauche ich zur Existenzabsicherung?" und "Würde ein Schaden mich finanziell ruinieren?" Das hilft, den passenden Schutz auszuwählen. Eine Hitliste unsinniger Policen gibt es im Internet.

Krankenversicherung und Haftpflicht ordnet der Chefredakteur der Zeitschrift "Finanztest" Hermann-Josef Tenhagen in die Rubrik existenziell ein. Anderes für Haus und Heim wie Hausrat und Rechtsschutz stellt er zunächst hintenan. Junge Menschen, "die mit Obstkisten und Opas Stereoanlage unterwegs sind" könnten auf eine Hausratpolice verzichten.

Rechtsschutz hält er für begrenzt hilfreich: Die Assekuranz springt nur in nicht absehbaren Fällen in die Bresche. War jemand schon vor Abschluss eines Vertrags in der später geltend gemachten Sache beim Anwalt, greift der Schutz grundsätzlich nicht.

Als entbehrlich stufen Fachleute eine Glasbruchversicherung ein, weil der Ersatz kaputter Scheiben oft in anderen Policen enthalten ist. In Frage kommen die Hausrat- und Gebäudeversicherung - etwa dann, wenn bei Sturm ein Ast das Fenster zerdeppert. Fliegt der Fußball versehentlich durch die geschlossene Balkontür des Nachbarn, reguliert meist die Privathaftpflicht des Verursachers den Schaden. Eine Ausnahme lassen die Experten gelten: Bei einem großen, verglasten Wintergarten kann sich Schutz gegen Glasbruch lohnen.

Rund um die Gesundheit existieren zahlreiche mehr oder minder sinnvolle Angebote. Zum Beispiel die Brillenversicherung. Sie ist Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) in Hamburg ein Dorn im Auge. "Es sind so viele Voraussetzung an eine Erstattung geknüpft, dass es sich nicht lohnt", urteilt Boss. Einen Zuschuss gibt es demnach häufig erst, wenn sich die Dioptrien um einen bestimmten Wert verändern oder nach zwei Jahren. Meist darf eine neue Sehhilfe nur aus dem Standardsortiment des Optikers gekauft werden, bei dem der Versicherungsvertrag besteht.

Die Sterbegeldversicherung führt die BdV-Hitliste der überflüssigsten Versicherungen an. "Sterbegeld spielt mit den Ängsten der Menschen", sagt Bianca Boss. Bei den Verträgen handle es sich um eine verkappte Kapitallebensversicherung. Deren Beiträge seien wegen des generell hohen Eintrittsalters und des wohl nicht mehr ganz so fernen Todes sehr teuer. Und für die Familie, die aus dem Topf die Beerdigung bezahlen soll, gehe die Rechnung nicht auf. "Die Leute zahlen mehr ein, als die Hinterbliebenen herausbekommen."

Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat seit Jahren ein Auge auf Policen für das liebe Vieh. Ihr Fazit: Tierkrankenversicherungen sind oft für die Katz'. "Die Beiträge sind hoch, und es gilt eine Karenzzeit", argumentiert die Juristin aus Düsseldorf. Die Beiträge bemessen sich laut Elke Weidenbach nach Größe und Gewicht: je größer und schwerer, desto kostspieliger für Frauchen und Herrchen. Für einen Deutschen Schäferhund kommen so an die 500 Euro im Jahr zusammen.

Handy-, Fahrrad- und Reisegepäckversicherung sind aus Sicht der Verbraucherschützer ebenfalls überflüssig. Entweder, weil geklaute Räder und Mobiltelefone durch andere Verträge abgedeckt werden oder weil die Bedingungen es Kunden schwer machen, den Schaden reguliert zu bekommen. Der Diebstahl von Gepäck muss normalerweise am Schadensort angezeigt werden, so Bianca Boss. Doch wer verpasst deshalb schon gerne den Rückflug?

Literatur:

Private Kranken- und Pflegezusatzversicherungen. Hrsg. von der Verbraucherzentrale NRW, 3. Auflage 2009, 4,90 Euro, ISBN-13: 978-3-93-8174-71-5. Zu beziehen über den Versandservice der Verbraucherzentralen, Himmelgeister Straße 70, 40225 Düsseldorf oder im Internet.

Alle News vom: 24. Mai 2012 Zur Übersicht: Finanzen

34 Meinungen zu "Versicherung: Welche sich lohnt"

  • sintram
    Donnerstag, 30.08.2012, 13:22 Uhr
    oh ja versicherungen..... hier wird die hausratversicherung als nötig angepriesen. hatte ich, incl schutz gg blitz-überspannungs-schäden. und dann war ein gewitter, ein heftiges ... und mein fernseher mochte den blitz-überspannungs-schaden gar nicht leiden. ich meldete am nächsten tag sofort den schaden der versicherung. was geschah? mir wurde schriftlich !!! mitgeteilt, dass es zu der angegebenen zeit über dieser stadt gar kein gewitter gehabt habe!! also holte ich mir ein blitzschutz-gutachten vom see-wetteramt hamburg. hier wurde genau bescheinigt, dass es sehr wohl ein gewitter mit blitzeinschlag gegeben habe!! nach 10 monaten !!! des hin- und herschreibens ( mit klage-androhung ) wurde der schaden bezahlt. woraufhin ich dann selbstverständlich auch noch die € 80 für das gutachten haben wollte - dauerte nochmals 1 monat. ich kenne bislang nur eine einzige wirklich gute versicherung, die nicht mit ausreden und finten daher kommt: die öffentliche vers braunschweig. vor allem von der R*V: = hände bzw abschluß weg!!
  • Fatima
    Freitag, 15.06.2012, 09:04 Uhr
    Unser Rentensystem mit Punktekonto ist der schlimmste Anrechnungsbetrug einer VErsicherungsleistung. Ein mathematischer Punkt kann so viele unendliche Fraktale bilden, das die suggerierte Masse dahinter glatt verchwindet,somit Rente,die sich über 45 Jahre als Zahlenwert akkumuliert, von Zuständen aus der Versicherungsbranche geplagt werden, die laut Vertragslage für den Versicherungsnehmer noch gar nicht eingetroffen waren, da die Akkumulation von Rente erst mit Abschluss endet. Der Topf wird schon vorher geschröpft mit Werteverfall von 15%belegt, de dann greift, wenn Auszahlung ansteht. Fazit:Ihr habt einen Rententopf aus Punkten mit fraktalen Anhängsel geschaffen, die bei der Vertragsentstehung noch nicht vorhanden waren und die fraktalen Anhängsel mindern das Punktesystem der Rente um 15% bei Auszahlung ,nach Ende der Laufzeit. Ihr betrügt euer Volk und jeden Bürger, in dem ihr 15% aus den Punkten schon vorher abrechnet und dem Bürger weiß machen wollt, es sei rechtens, weil es eine Versicherung ist - weit gefehlt! Ein mathematischer Punkt muss über die Laufzeit eines Vertrages ein Punkt bleiben, ohne fraktale Anhängsel, die die Lebensarbeitszeit schmälern, denn der Mensch hat real gearbeitet in Echtzeit mit Gott und diese Zeit kann niemand schmälern, sie liegt in Gottes Hand, alle iMinderungen durch Wucherzugriff und Machtspielchen des Geldes für die Rente sind verfassungswidrig und Vertragsbruch der Versicherungswirtschaft zu den ursprünglichen Absichten der Rentenauszahlung.
  • kommenundgehen
    Freitag, 25.05.2012, 13:14 Uhr
    Bei Vertragsabschlüssen mit Versicherung ist immer Vorsicht und Misstrauen angebracht. 2/3 aller "Versicherungsberater" sind keine Berater sondern ganz gewöhnliche Keiler und Provisionsjäger. Also: Schau-trau-wem.
  • Schnute
    Freitag, 25.05.2012, 10:10 Uhr
    oh ich erkannte immer den Bergler sofort ;-)
  • Schnute
    Freitag, 25.05.2012, 10:05 Uhr
    huch DAS war der legendaere MANNI ^^
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