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Die richtige Altersvorsorge für jedermann und -frau

Der demographische Wandel, die Überalterung der Gesellschaft und die damit drohende Altersarmut sorgen regelmäßig für Schlagzeilen. Es wird viel diskutiert und konzipiert, allein es mangelt an mutigen und vor allem nachhaltigen Lösungen. Einig ist man sich indes parteienübergreifend darin, dass ein "Lebensabend" in Wohlstand allein auf Basis der staatlichen Rente dauerhaft nicht mehr möglich sein wird.

Von Lisa Gatow für GMX

Wer seinen gewohnten Lebensstandard auch im Alter halten will, sollte daher rechtzeitig Vorsorge treffen und sich aktiv um die Finanzen nach dem Berufsausstieg kümmern. Wir stellen Ihnen im Folgenden einige Varianten der Absicherung vor.

Das Ziel

Eine Vorsorge für das Alter, sprich die Zeit nach der Berufstätigkeit, dient einerseits der Abwendung von existenzbedrohenden Risiken und andererseits einem sicheren und effektiven Vermögensaufbau. Je früher Sie mit dieser Vorsorge beginnen, desto erfolgreicher lassen sich die Ziele verwirklichen. Der Zeitfaktor ist bei den unterschiedlichsten Geldanlagen ein wichtiger Punkt, denn Zins und Zinseszins bilden über die Jahrzehnte einen beträchtlichen Teil des angesparten Kapitals. Beim Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung gilt: Je früher man einsteigt, desto niedriger sind die Beiträge.

Die Grundlagen

Die gesetzliche Rentenversicherung ist eine wichtige Basis der Versorgung im Alter, als alleinige Lebensbasis reicht sie jedoch kaum. Einen zusätzlichen Baustein für die Altersversorgung schaffen staatlich geförderte Renten, die meist eine Kombination aus Zulagen und Steuervorteilen beinhalten. Zu nennen wären vor allem die Riester-beziehungsweise Rürup-Rente, die betriebliche Altersvorsorge und die verschiedenen vermögenswirksamen Leistungen. Die richtige Auswahl zu treffen ist allerdings schwer. Meist lohnt es sich jedoch, die gebotenen Vergünstigungen mit der individuellen Lebenssituation abzugleichen. Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg schätzt die heutige Lage wie folgt ein: "Die Vielfalt und die hohe Komplexität der unterschiedlichsten bestehenden Subventionen für bestimmte Finanzprodukte machen es Verbrauchern zunehmend schwer, Entscheidungen zu treffen, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Und da Vertriebsinteressen die Anlage- und Finanzberatungen dominieren, ist es auch nicht verwunderlich, dass Verbraucher nicht bedarfsgerecht beraten werden, wie wir es seit vielen Jahren beobachten."

Erschwerend kommt hinzu: Auch wenn man eine gesetzliche Rente bezieht und ein staatlich gefördertes Modell nutzt, klafft noch immer eine beträchtliche finanzielle Lücke zwischen Nettolohn und Altersgeld. Als Faustregel gilt, dass im Durchschnitt 80 Prozent des letzten Gehalts auch im Alter verfügbar sein sollten. Wer diese "Rentenlücke" individuell berechnen will, kann auf verschiedene Angebote - Finanztests - im Internet zurückgreifen. Außerdem helfen Bedarfsrechner und Tarifvergleiche für Versicherungen, notwendige von überflüssigen Angeboten zu trennen und damit bares Geld zu sparen, was dann für die Altersvorsorge zur Verfügung steht.

Privatsache Altersvorsorge

Was die puren Finanzen angeht, hat man die Wahl zwischen relativ sichereren Anlageformen mit kleinerer Rendite und riskanteren Varianten, mit möglicherweise höherem Gewinn. Die Entscheidung ist wohl vorrangig eine Charakterfrage, sollte aber von der persönlichen Lebenssituation mit beeinflusst werden: Wer eine Familie zu versorgen hat und mit einem niedrigen Einkommen auskommen muss, ist mit einer sicheren Anlageform meist besser beraten. Menschen mit viel Kapital können dagegen riskantere Geschäfte eingehen und mit börsennotierten Anlagen arbeiten. Wichtig dabei: Mehr Rendite erfordert neben Risikolust auch mehr Flexibilität.

Eine gute Variante für Angestellte mit regelmäßigem Einkommen ist beispielsweise eine kapitalbildende Rentenversicherung, die nach dem Abschluss gewissermaßen im Selbstlauf funktioniert und gewisse Leistungen garantiert. Ein vorzeitiger Ausstieg ist allerdings nicht empfehlenswert, weil dann empfindliche Verluste drohen. Mit Bundesanleihen, Renten- und Aktienfonds sind Sie gut beraten.

Immobilien

Auch Immobilien sind eine Variante der Vorsorge. Ein Haus ist ein stabiler, inflationsunabhängiger Vermögenswert, der Wertsteigerung verspricht. Mietfreiheit im Alter ist ebenso wenig zu unterschätzen wie mögliche Zusatzeinnahmen durch Vermietung. Wenn die Finanzierung der Immobilie vorab stimmt und die Tilgung des Kredits gesichert ist, haben Sie hier eine gute Geldanlage, die sowohl für Besserverdiener als auch für den Mittelstand gerade mit Familie günstig ist.

Während sich der spätere Wert der Immobilie, also auch der zu erwartende Erlös aus Verkauf oder Vermietung nur schwer vorausberechnen lässt, können bei einer geplanten Eigennutzung viele Faktoren schon Jahrzehnte vor dem Alter mit bedacht werden. Dazu zählen die Möglichkeiten zum altersgerechten Umbau ebenso wie die leichte Erreichbarkeit ärztlicher Dienstleistungen. Auch eine Teilung der Wohnfläche ist im Alter oft ein Thema, da die Kinder aus dem Haus sind und leerstehende Räume eher eine Belastung als einen Gewinn an Lebensqualität mit sich bringen.

Arbeitslos, und nun?

Auch Empfänger von Arbeitslosengeld 1 und 2 verfügen über Freibeträge, die nicht als Vermögen gelten und zur Altersvorsorge verwendet werden können. Derzeit erlaubt ist die Ansparung von 250 Euro je Lebensjahr, zumindest wenn das Kapital in einem anerkannten Altersvorsorgeprodukt wie einer Lebens- oder Rentenversicherung angelegt wird.

In unbegrenzter Höhe nicht angerechnet wird das mögliche Anspar-Guthaben einer Riester-Rente. Hinzu kommt gegebenenfalls die jährliche Grundförderung von 154 Euro sowie von 185 Euro (300 Euro für Kinder, die nach 2008 geboren wurden) pro Jahr und Kind. Die notwendigen Einzahlungsbeträge sind vergleichsweise niedrig. Arbeitslosengeld-2-Empfänger müssen den Mindestbeitrag von 60 Euro im Jahr, also umgerechnet fünf Euro pro Monat aufbringen.

Altersvorsorge ist zunehmend Privatsache

Der Finanzanalytiker Volker Looman unterstreicht, dass Wohlstand im Alter auch mit Sparsamkeit in der Zeit davor zusammenhängt. Er rät zu einer Rücklage in kleinen Schritten - jeden Monat zehn Prozent vom Netto - egal, wie hoch oder niedrig das Einkommen ist. In seinen Augen bleibt ein Wohlstand allein aus Zinsen angesichts von Inflation und Abgeltungssteuer für die Banken eher fraglich, gerade wenn die Summen überschaubar sind. Nur die regelmäßige Anhäufung von Kapital im Laufe des Arbeitslebens sichere ein gutes, zufriedenes Alter. Das gilt für Alleinstehende ebenso wie für Familien und für Angestellte ebenso wie für Selbständige und Freiberufler. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will Selbständige und Freiberufler in Zukunft sogar zu einer selbstgewählten privaten Altersvorsorge verpflichten.

Für Alleinstehende ist neben dem einem möglichst breitgefächerten Fondssparplan auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu empfehlen, für Familien die Risiko-Lebensversicherung.

Alle News vom: 4. Dezember 2012 Zur Übersicht: Finanzen
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