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08.06.2012, 16:16 Uhr

Eurozone rutscht immer mehr in Wirtschaftskrise

Berlin/Frankfurt/Main (dpa) - Die Schuldenkrise würgt die Konjunktur in der Eurozone zunehmend ab. Die Wirtschaft im Euroraum steuert immer mehr in eine Rezession. Deutschland steht bislang zwar robust da. Allerdings sind die Exporte in die Eurozone deutlich zurückgegangen.

Im April blieben die Ausfuhren der deutschen Unternehmen in die Länder der Eurozone weit unter dem Niveau des Vorjahres. Der Exportwert sank um 3,6 Prozent auf 33,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Die Importe aus der Eurozone gingen im selben Zeitraum um 0,6 Prozent auf 32,8 Milliarden Euro zurück.

Vor allen wegen der Bremsspuren im Außenhandel mit dem Euroraum sanken die deutschen Exporte im April kalender- und saisonbereinigt insgesamt um 1,7 Prozent. Die Einfuhren gingen um 4,8 Prozent zurück. Angesichts der robusten globalen Nachfrage dürften die Exporte in den kommenden Monaten aber wieder zulegen. Sein Exportplus verdankt Deutschland derzeit ausschließlich den Ländern außerhalb der Europäischen Union, wie etwa China.

Die Bundesbank verbreitete dennoch Zuversicht. Aus ihrer Sicht wird die Schuldenkrise den Aufschwung in Deutschland nicht stoppen. "Ich gehe davon aus, dass die expansiven Kräfte die Oberhand behalten", sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann bei der Präsentation der jüngsten Konjunkturprognose der Bundesbank. Allerdings dürfe die Staatsschuldenkrise nicht eskalieren. Die Notenbank hob ihre deutsche Wachstumsprognose für das laufende Jahr deutlich von 0,6 Prozent auf 1,0 Prozent an. 2013 werde die deutsche Wirtschaftsleitung um 1,6 Prozent zulegen statt wie zuletzt prognostiziert um 1,8 Prozent.

Im Gegensatz zu Deutschland aber stecken viele große Länder der Eurozone in einer schweren Krise - etwa Spanien. Die viertgrößte Volkswirtschaft des Euroraums ist von einer massiven Bankenkrise gebeutelt und kämpft mit einem zu hohen Staatsdefizit, die Konjunktur ist eingebrochen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird Spanien voraussichtlich noch an diesem Samstag beim Euro-Rettungfsonds EFSF einen Antrag auf Hilfe für seine kriselnden Banken stellen.

Auch die Konjunkturaussichten Frankreichs, der zweitgrößten Volkswirtschaft des Euroraums, verschlechtern sich weiter. Die Banque de France revidierte am Freitag ihre Prognosen fürs zweite Quartal nach unten, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Erwartete sie bisher eine Stagnation, so geht sie jetzt von einer um 0,1 Prozent schrumpfenden Wirtschaftsleistung aus. Im ersten Quartal hatte Frankreichs Wirtschaft Null-Wachstum verzeichnet.

Die Europäischen Zentralbank hatte zuletzt eine leichte Rezession für die Eurozone vorhergesagt. Eine dramatische Verschlechterung sehen die Währungshüter trotz der wiederaufgeflammten Schuldenkrise aber nicht, wie EZB-Präsident Mario Draghi am Mittwoch deutlich gemacht hatte. Die EZB erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone im laufenden Jahr um 0,1 Prozent sinken wird. Im Jahresverlauf dürfte sich die Wirtschaft im Euroraum allmählich wieder erholen.

Im ersten Quartal 2012 war die Wirtschaft in den Euroländern auf der Stelle getreten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) blieb im Vergleich zum Schlussquartal 2011 unverändert, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Brüssel mitgeteilt hatte. Im Schlussquartal war das BIP um 0,3 Prozent gesunken.

US-Notenbankchef Ben Bernanke warnte vor den Gefahren der europäischen Schuldenkrise für die US-Wirtschaft. Die Lage in Europa stelle ein "signifikantes" Risiko für das Finanzsystem und die Wirtschaft der USA dar, sagte Bernanke am Donnerstag zum Auftakt einer Kongressanhörung.

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71 Meinungen zu "Rezession in der Eurozone?"

  • Winterwinds16
    Dienstag, 12.06.2012, 09:23 Uhr
    Sehr viele Informationen zum ESM hier: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?topic=13005.0 Dass der Euro einzig Wirtschaftsschädigend für Europa wirkt und den Frieden und Zusammenhalt in Europa beschädigt, bspw. hier: Zweite Berliner Erklärung der Stiftung Familienunternehmen http://www.presseportal.de/pm/61687/2267275/stiftung_familienunternehmen?search=zweite+berliner+erkl%E4rung Zitat: "Die Politik will den Euro um jeden Preis retten. Und wenn der Preis Europa ist? Der Bundestag darf dem dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM nicht zustimmen. Die Legende vom Euro-Profit: Eine Klarstellung Sind die immensen Kosten und unabsehbaren Risiken der Preis, den deutsche Unternehmen für das zweifelhafte Projekt der Euro-Rettung zahlen müssen? Viele deutsche und europäische Politiker versuchen einen Mythos zu erschaffen, wonach Europa nur als dauerhafte Transfer-Union überlebensfähig sei. Für die großen deutschen Familienunternehmen bildet Europa seit jeher ihren Heimatmarkt, und das nicht erst seit der Euro-Einführung. Den besten Beweis dafür liefert die amtliche Statistik. Der Anteil deutscher Exporte in den Euro-Raum ist seit 2001 von 45 auf 41 Prozent (2011) gesunken. Nicht die Einheits-Währung hat also den weltweiten Exporterfolg ermöglicht, sondern harte Arbeit mit international wettbewerbsfähigen Produkten, niedrigen Lohnstückkosten und hoher Produktivität. Doch eines beunruhigt die Familienunternehmen besonders: Europa war einmal das eindrucksvollste Friedensprojekt auf dem Kontinent. Aber der Euro stiftet zunehmend Unfrieden. Die Tumulte in Griechenland und die Zeltstädte in Madrid zeigen, dass sich der Euro entgegen aller politischen Schönfärberei mehr und mehr zur treibenden Kraft für Streit, Neid und Hass in Europa entwickelt. Die Zwänge und Konsequenzen der gemeinsamen Währung beginnen die europäischen Völker dauerhaft zu spalten." Einzig die Banken und Politiker sind für den Euro, das ist mittlerweile mehr als deutlich geworden.
  • benutzer
    Montag, 11.06.2012, 11:58 Uhr
    @winterwinds ja, weiß ich ... auf was zielst deine frage ab?
  • Rennsemmel1
    Sonntag, 10.06.2012, 17:11 Uhr
    Rezession deshalb, weil man mit der Währungsumstellung nur bei Löhnen und Gehältern umgerechnet hat, statt auch bei den Waren umzurechnen !
  • Winterwinds16
    Sonntag, 10.06.2012, 16:57 Uhr
    Griechenland - nur Schafskäse? ich würde mich mal in diese Seite vertiefen, http://www.simablog.eu/2011/06/18/erd%C3%B6l-und-erdgas-geht-s-ins-griechenland-um-etwas-ganz-anderes/ da ist recht gründlich beschrieben, welche vielfältigen Interessen dahinter stehen, dass Deutschland nicht starke Binnenmacht in Europa sein darf, dass sie im Gegenteil sich besser heute wie morgen auflösen sollten zum Wohle Russlands, Amiland, China, und dafür ist ja auch diese ganz Verschulderei bestens geeignet. Dürfen wir nur niemals vergessen, dass die etablierten Bundestagsparteien diesen Kurs einvernehmlich fahren, und dass ESM in den nächsten Tagen zur Abstimmung steht. http://verfassungsbeschwerde.eu/home.html http://www.abgeordneten-check.de/karte.html?c=69
  • Winterwinds16
    Sonntag, 10.06.2012, 16:52 Uhr
    benutzer du weißt, was ESM ist, ja?
  • benutzer
    Sonntag, 10.06.2012, 16:48 Uhr
    hochkonjunktur zumindest für die weltuntergangspropheten. das mag für griechenland gelten, aber nicht für die BRD. die ewig unzufriedenen haben immer noch nicht begriffen, dass sie im stabilsten staat europas leben und sich auch als arbeitsloser der solidarität der arbeitenden sicher sein können - schon mal in die östl. republiken geschaut und nachgesehen, wie es den leuten dort geht? nix hartzIV, keine umschulungen, kein ALG, null chance auf einen ersten, zweiten oder dritten arbeitsmarkt, weil es den in überhaupt keiner abstufung gibt. wenn es der regierung irgendwann mal gelingen sollte, die banker in die schranken zu weisen und gleichzeitig die vergemeinschaftung der europ. schulden zu vermeiden, wird es auch weiterhin sehr gut gehen hier. leider hängen die regierenden immer noch an dieser völlig idiotischen gemeinschaftsidee europa, die solange nicht funktionieren kann, solange pleitegeier wie griechenland mit einer so starken währung niemals auf die beine kommen kann. solche länder auf sicht durchzufüttern und parallel dazu auch noch über eurobonds die eigene finanzstabilität zu unterminieren kann sich allerdings auch nicht der wirtschaftsriese deutschland leisten.
  • Peter188
    Sonntag, 10.06.2012, 16:30 Uhr
    Schon wieder Lust am Untergang? Kaptain Merkel ist viel zu lange auf den Eisberg zugefahren. Ob sie noch die Kurve kriegt? Wenn nicht dann schnell ein Rettungsboot kapern. Vielleicht müssen wir dann auf China-Währung umstellen. Die Bankers investieren ja schon heftig wieder in Südamerika.
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