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30.01.2012, 15:14 Uhr

Zwangsversteigerung: Schloss Gymnich kommt unter den Hammer

Der frühere Wohnsitz der Kelly Family ist doch nicht wie geplant bei einem Zwangsversteigerungstermin unter den Hammer gekommen. Das einzige Gebot für Schloss Gymnich war nicht hoch genug.

Von Jeannette Mayer für GMX

Als Einziger Interessent hatte Joey Kelly ein Gebot von 1,7 Millionen Euro abgegeben. Festgelegt war aber, dass der Zuschlag erst ab einem Betrag von rund 2,6 Millionen Euro gegeben werden darf.

Der Verkehrswert von Wasserschloss und Grundstück beläuft sich dabei auf 5,3 Millionen Euro. Geld, das dringend benötigt wird, denn die Kelly Family ist angeblich hoch verschuldet. Mittlerweile soll die musikalische Großfamilie aus Irland bei der Bank mit über 1,5 Millionen Euro in der Kreide stehen. Ein Betrag, den die Kellys Mitte der 1990er Jahre - auf dem Höhepunkt ihrer Karriere - noch locker aus dem Ärmel geschüttelt hätten.

The Kelly Family - Vom Karrierehoch ins Schuldentief?

Schon von Kindesbeinen an wird der Nachwuchs von Vater Dan und Mutter Barbara mit Gesangs- und Ballettunterricht für die harte Welt des Showbusiness gedrillt. Und die Anfänge sind durchaus kein Zuckerschlecken: Die bettelarme Großfamilie tritt regelmäßig auf Festen und in Fußgängerzonen in Spanien auf. Mit einem alten englischen Doppeldeckerbus tingeln die Kellys bald durch ganz Europa.

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Tool

Ende der 1970er Jahre wird eine Plattenfirma auf die singende Sippe aufmerksam und nimmt mit ihr die Singles "Danny Boy" und "Who'll Come With Me" auf, die die Kellys einem größeren Publikum bekannt machen. Bis zum endgültigen Durchbruch sollen aber noch einige Jahre vergehen.

Der kommt erst 1994: Das Album "Over the Hump" verkauft sich über zwei Millionen Mal, 110 Wochen führt es die deutschen Long-Play-Charts an. Singles wie "An Angel" und "I Can't Help Myself" landen regelmäßig in den Top Ten und spülen ordentlich Geld in die Kasse. Das Hausboot, auf dem die Familie zwischenzeitlich sesshaft geworden ist, wird gegen ein herrschaftliches Anwesen eingetauscht. Für einen Kaufpreis von über 13 Millionen D-Mark erwerben die Kellys Schloss Gymnich in Brühl bei Köln. Doch allmählich ziehen auch dunkle Wolken am Horizont auf ...

Gerüchte, der Vater tyrannisiere seine Kinder, machen die Runde. Dazu kommen Streitereien mit dem Jugendamt wegen der Schulpflicht, der der Kelly-Nachwuchs angeblich nicht nachkommt. Auch die musikalische Karriere gerät ins Stocken. Zwar folgen mit "Almost Heaven" und "Growin' Up" noch zwei weitere Alben, die in den deutschen Charts Platz eins erreichen, doch an den weltweiten Erfolg von "Over the Hump" kann die singende Familie letztlich nicht mehr anknüpfen.

Zank und Zoff um Erbschaft

Die Kelly-Sprösslinge gehen immer mehr ihre eigenen Wege. 2002 stirbt das Familienoberhaupt. Erbschaftsstreitigkeiten entzweien den zuvor eingeschworenen Clan zunehmend. Vor allem das denkmalgeschützte Wasserschloss bei Köln, das zwischenzeitlich an einen Gastronomiebetrieb verpachtet wurde, nun aber seit Jahren leer steht, ist nach dem Tod des Vaters Mittelpunkt vieler Diskussionen. Die zwölf Geschwister können sich einfach nicht darüber einig werden, was mit Schloss Gymnich passieren soll. "Bei so vielen Miteigentümern ist ein Verkauf fast unmöglich, weil immer jemand anderer Meinung ist", erklärte Joey Kelly der Nachrichtenagentur dpa. Neben den neun Geschwistern hätten nämlich noch drei weitere Halbgeschwister ihren Anteil am Erbe eingefordert.

Derweil laufen die Betriebskosten für das über 650 Jahre alte Schloss, die mit über 100.000 Euro jährlich zu Buche schlagen, weiter und haben angeblich schon einen Schuldenberg von rund 1,5 Millionen Euro bei den Banken angehäuft. Deshalb drängte Joey Kelly nun auch auf die Versteigerung. Verkehrswert der imposanten Immobilie: 5,3 Millionen Euro (zum Vergleich: Die Kellys hatten das Schloss 1998 für umgerechnet rund 6,7 Millionen Euro erworben).

Ginge es nach der Stadt Erftstadt, soll Schloss Gymnich mit der 20 Hektar großen Parkanlage bald wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Bislang habe sich allerdings noch kein Investor gefunden. "Ein Problem ist, dass das Objekt unter Denkmalschutz steht", erklärte Stadt-Sprecherin Margret Leder der Nachrichtenagentur dpa. "Deshalb sind keine Neubauten auf dem Gelände erlaubt. Das macht eine kommerzielle Nutzung schwierig."

© Leadsatz

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151 Meinungen zu "Kelly-Schloss unterm Hammer"

  • quichotte
    Mittwoch, 01.02.2012, 15:19 Uhr
    snoopy: das ist korrekt. Wird kein Mindestgebot festgelegt (!), dann kann es sogar für 1,- den Besitzer und per Grundbucheintrag den Eigentümer wechseln. Wenn die Kellys keine andere Sicherheit haben, dann kann es sein, daß man das Mindestgebot auf 1,5 Mio legt (damit die Schulden beglichen sind). Dafür geht es dann über den Tresen und der neue Eigentümer wird es dann in einer weiteren Auktion für mdst. 5,6 Mio verscherbeln.
  • Neonfarben
    Mittwoch, 01.02.2012, 13:33 Uhr
    Sorry Leute, Wenn Menschen die einmal Millionen verdient haben plötzlich soviel Schulden haben dann sind sie meistens selber schuld. Man kann nicht immer davon ausgehen, das jedes jahr weiter die Millionen aufs Konto wandern. Gerade Erfolg lässt meistens auch wieder nach. Man sollte eben nicht auf zu grossem Fuss Leben. Wozu ein Schloss? Ein eigenes Haus reicht auch? Warum 8 Sportwagen und nicht nur 2? (Weiss nun nicht ob das bei denen der Fall war) Ansonsten braucht man wohl noch einen guten Anlageberater damit man keine Fehlinvestitionen tätigt. Der Bericht lässt offen ob durch falsche Beratung Geld verloren ging. Die Schleckers sind auch am Jammern. Sie sind nun keine Millardäre mehr sondern nur noch Millionäre. Frage mich warum die auf dem Arbeitsamt nicht aufstockend Harz 4 beantragen.
  • flashtu
    Mittwoch, 01.02.2012, 13:29 Uhr
    Also die Leute die hier schreiben das man das Ganze um des Platzes willen für neue Wohnungen abbreissen solle, sowas kann ich nicht verstehen. Der schiefe Turm von Pisa...ist doch eh baufällig und voll schief und alt los weg damit für neue sozialbunker...und die Pyramiden alles marode weg damit....noch nie was von kulturgut oder denkmalschutz gehört?! Besser wäre ein Kelly museum draus zu machen es gibt doch genug bekloppte Fans die mördermässig Kohle raushaun würden um das zu sehen oder gar eine Nacht in einem der Zimer zu verbringen. Bisschen einfallsreichtum zeigen und nicht gleich abreissen ist die devise.
  • Internetrambo
    Mittwoch, 01.02.2012, 12:19 Uhr
    Nun will keiner das Drum haben den alten Feudalen Dreck .Reißt ab den Schmutz und baut bezahlbare Wohnungen für normale Menschen .Könnt ja die Steine wieder verwenden wenn sie ordentlich abgekloppft sind spaart das schon wieder Pulver und es giebt genug arbeitslose Bauarbeiter die das können und die Arbeit brauchen .Da das Land groß ist da können noch ein paar Häuslebauer was erwerben aber nicht so teuer gemacht weil da die Kellys drauf rumgelatscht sind .Das geht schon weg das Gelände ohne zu Zucken .Aber das beste ist das wieder son Scheiß Arrestokraten und Feudalgerümpel verschwindet .
  • snoopy1974
    Mittwoch, 01.02.2012, 11:47 Uhr
    Ich kann die kellys auch nicht leiden, aber was soll diese neiddebatte? das verwandte oder bekannte das hoch verschuldete haus selber günstiger zurück kaufen ist nicht unüblich, habe ich selbst schon mehrfach erlebt, dass ein haus noch mit über 350k€ belastet ist und die familie kauft es für 200k€ zurück...
  • snoopy1974
    Mittwoch, 01.02.2012, 11:41 Uhr
    die meisten hier waren scheinbar noch nie auf einer auktion, wenn ich das so lese... wenn die bank bzw. die gläubiger mitspielen, kann der zuschlag auch bei einem geringerem gebot erteilt werden. wenn die bank davon ausgeht, dass im nächsten termin (dann gibt es evtl. gar keine grenzen mehr) noch weniger geboten wird, dann macht sie das auch meist... ich frage mich allerdings tatsächlich, wo er das geld her hat...
  • quichotte
    Mittwoch, 01.02.2012, 11:28 Uhr
    Otmar: "Insbesondere ist es wirklich schäbig, Leuten noch Häme hinterherzuwerfen, wenn der Misserfolg sich eingestellt hat." Ich kann die Häme nicht erkennen, wenn wir uns dazu austauschen, daß es bedenklich ist, wenn sie bei den Einnahmen der 90er Jahre offenbahr nicht mehr imstande sind, das Schloss zu finanzieren. Ebenso ist es keine Häme festzustellen, daß je größer die Familie ist, desto größer sind die Erbschaftsstreitigkeiten. Das ist normal.
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