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08.02.2012, 11:24 Uhr

Schulkantinen unter Beschuss

(jv/ak) - Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung ist besonders im Kindesalter wichtig. Nicht nur die Eltern sind dafür zuständig, sondern auch in den Schulen muss auf ein ausgewogenes Angebot in den Kantinen geachtet werden. Was selbstverständlich klingt, wird leider in den seltensten Fällen praktiziert.

Dabei könnte es so einfach sein: viel frisches Gemüse und Fisch und hin und wieder Fleisch sollte jungen Schülern mittags serviert werden. Besonders durch die ständige Zunahme der Ganztagsschulen wird eine vernünftige Ernährung in den Kantinen immer wichtiger.

Ernährungswissenschaftler Volker Peinelt hat nun Kriterien für eine gesunde Schulküche herausgearbeitet und in ganz Deutschland in Schulen ermittelt, ob dort den Schützlingen etwas Anständiges zu Essen vorgesetzt wird. Das erschreckende Ergebnis stellt er bei der "Tagesschau" vor: 90 Prozent aller Bildungsanstalten erfüllen seine Kriterien nicht. "Das gesamte Angebot ist so schlecht, dass es vom Schüler ungern oder gar nicht angenommen wird", sagt Peinelt in einem Interview der ARD-Sendung. Dadurch sei die Erhaltung der Leistungsfähigkeit von Kindern nicht gewährleistet.

Häufig müsse das fertige Essen auch weite Wege zwischen Hersteller und Kantine zurücklegen. Bis zu sechs Stunden wird dabei das Essen heiß gehalten, wodurch es ungenießbar wird und zudem sämtliche Vitamine und Nährstoffe verliert. Durch ehrenamtliche Mitarbeiter und knappe finanzielle Mittel bleiben häufig auch Hygiene und ein Standardwissen über Nahrungsmittel auf der Strecke. Die Angestellten haben meist keine Ahnung. Der Wissenschaftler fordert hier sofortige Nachbesserung.

Verstärkung bekommt er dabei von prominenter Seite. Sternekoch Johann Lafer versucht das Problem selbst in die Hand zu nehmen Er will im "Gymnasium am Römerkastell" in Bad Kreuznach eine neue Mensa errichten, die er auch selbst betreuen wird, berichtet er dem ZDF. Das Projekt will er selbst mitfinanzieren und gemeinsam mit einem geschulten Personal und Schülern einen Ernährungsplan aufstellen."Wir werden auf die Wünsche der Kinder sehr stark eingehen", erzählt er im Interview mit dem Sender.

Der britische Fernseh-Koch Jamie Oliver ging 2006 bereits mit gutem Beispiel voran und bemühte sich mit leckeren und vitaminreichen Gerichten in den Schulkantinen im Königreich für Besserung zu sorgen. Trotz des inzwischen enormen Erfolges seines Programmes stieß er auch auf Widerstand. Die Kinder wollten die neue, gesunde Kost nicht essen und Eltern beschwerten sich, dass ihre Kinder hungern müssten. Die Jugendlichen hatten sich einfach schon zu sehr an die Versorgung mit dem Schul-Fast-Food gewöhnt, um diese widerstandslos aufzugeben. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Schülern will Lafer dieses Problem umgehen.

Auch in der Politik sorgt das Thema für Stirnrunzeln. Der zuständige Bundestagsausschuss berät derzeit darüber, wie man in Ganztagsschulen für ein besseres Essverhalten sorgen kann.

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12 Meinungen zu "Schulkantinen unter Beschuss"

  • mucki99
    Donnerstag, 09.02.2012, 14:01 Uhr
    motzen tun sowieso nur die, die nicht kochen können und zu viel geld haben.
  • dersmut
    Donnerstag, 09.02.2012, 13:15 Uhr
    Da eigene Kantinen zu teuer sind werden die Aufträge an Caterer vergeben,zu einem Durchschnittspreis von 2,90 € sollen diese Firmen dann das geforderte Essen liefern,und auch noch mit 19% Mehrwertsteuern beim FA abrechnen.Dazu kommen Energiekosten,Löhne,Beiträge zur Berufsgenossenschaft und IHK,mal ganz abgesehen von den restlichen Steuern lohnt sich dieser Aufwand für einen Caterer erst ab ca. 1500 Essen täglich.Da wird auch ein Herr Lafer scheitern.
  • Iceman008
    Mittwoch, 08.02.2012, 15:51 Uhr
    da meckern die alle rum, weil die noten der zukünftigen generation immer schlechter werden und schaffens nicht einmal ne ordentliche gesunde mahlzeit auf den tisch zu bringen... dabei wäre das bei vielen kindern die einzige gesunde mahlzeit des tages, denn schließlich kriegen die zu hause ja meist nur fertigfraß... keiner kocht mehr, alles geht nur noch schnell schnell und möglichst viele kalorien um lange satt zu bleiben weil es ja viel zu viel stress wäre während der angeblich ach so vielen arbeit noch was zu kochen...
  • Curly2vok
    Mittwoch, 08.02.2012, 15:28 Uhr
    Kenne die Problematik zur Genüge. Es fehlt das Geld ordentliche Mensen einzurichten mit richtigen Köchen. Also lässt man liefern. Die halten das Ganze warm. Problem des Aufwärmens ist ja schon genannt worden. Da fiel der Satz: Ich wäre bereit mehr zu zahlen für ein anständiges Essen. Leider kann das nicht jeder. Hier an der Schule kostet das Essen 4 Euro und man kann das Hauptgericht wählen oder vom Büffet essen. Das Hauptgericht ist für die Kinder, die es vorbestellt haben. Beim Büffet gibt es immer ein gutes Salatangebot, Nudeln, Reis, 2-3 Soßen, Auflauf, eine Fleischbeilage. Egal ob Büffet oder Hauptgericht: Man bekommt immer einen kleinen Nachtisch dazu (Zur Auswahl stehen immer Obst, Quarkspeise, Pudding (oft extrem süß und künstlich)). Was passiert? Die Kinder essen vielfach nichts bzw nur Nudeln. Als Nachtisch wird äußerst selten ein Stück Obst genommen. Begründung: Das andere mag ich nicht, oder noch besser: Das esse ich nicht. Das ist zu gesund. Das Angebot ist also da, es wird von den Kindern nicht aufgenommen. Was den Geschmack angeht: Der ist sehr wechselhaft. Mal ist es absolut in Ordnung, mal hat man keine Ahnung was man da zu essen bekommt weil es absolut ekelhaft schmeckt und einfach nur noch Brei ist. Zu fettig oder mit definitiv zu vielen Geschmacks und Konservierungsstoffen versetzt. Ich will also sagen: Auch wenn das Essen absolut spitze wäre: Viele Kinder würden trotzdem nur das "Kids Menü" nehmen. Von anderen Schulen weiß ich das die Kinder ein Gericht bestellen und der Teller dann fertig verteilt wird. Es hat sich herausgestellt das wenn es erstmal auf dem Teller ist, wird es probiert und oft dann einfach mitgegessen. So landet auch mal Gemüse und gesundes im Bauch.
  • Lightcruiser
    Mittwoch, 08.02.2012, 15:28 Uhr
    Es ist schon traurig, dass es an vielen Schulen so aussieht. Ich selbst habe früher immer gerne in unserer Schulkantine gegessen. Die Schule die ich besuchte hat einen Vetrag mit der ansässigen Lebenshilfe. Diese hat eine großküche die unter anderem auch einen erfolgreichen Catering Service unterhält. Das Essen wird jede Mittag frisch gekocht und in unter einer halben Stunde zur Schule gebracht. Die Mitarbeiter der Kantine sind alle Schützlinge der Lebenshilfe unter anleitung von geschultem Personal. Neulich habe ich der Mensa einen besuch abgestattet und musste positiv feststellen, dass sie inzwischen auch das Gemüse in der Mensa selbst kochen. Dennoch ist der Preis Stabil. Ein Mittagessen kosten zwischen 2,50 und 3,50. Und man kann so viel Nachschlag haben wie man möchte (oder so viel da ist)! Das zeigt, dass es nicht immer Profiköche sein müssen. Ein Arrangement mit Küchen wie der der Lebenshilf ein meiner Stadt wird sicher auch in einderen Städten möglich sein. Man muss nur mal suchen"
  • sirfritte
    Mittwoch, 08.02.2012, 15:15 Uhr
    Das Problem ist vielschichtig! 1. Beim Bau der Schulmensen wird oft mit Förderungen (Landesmittel) gearbeitet. Im Zuge von Maßnahmen zur Reduzierung der Ausgaben von Steuergeldern wird eher selten eine vollwertige Küche gebaut - somit kann man mit Summe x einfach mehr Mensen finanziell unterstützen. 2. Die laufenden Kosten (u.a. Personal!) bleiben dann allerdings beim Schulträger! Entweder eine Kommune oder ein Landkreis - beide sind strukturell bedingt zum Sparen aufgefordert und sollen die laufenden Haushaltsmittel sparsam verwenden - mehrheitlich bedeutet das, dass keine Köche und Hauswirtschaftskräfte eingestellt werden, sondern eventuell angelernte Kräfte. 3.Die Hygienevorschriften sind klar definiert und vorgegeben - hier gibt es keinen Spielraum. Zumindest nicht mehr, als wie in jedem anderen Betrieb (mit gelernten Fachkräften^^) 4. Die Auswahl des Essens beruht je nach Betreiber der Mensa auch unter wirtschaftlichen Faktoren: Wenn der Betreiber eigenständig arbeitet, dann ist er an Umsatz interessiert und hier stellt sich halt die Fage, was bestellen die Kinder oder die Eltern für ihre Kinder? Leckerer Salat oder Pommes? Die Antwort kann sich jeder selber geben ;-) Ob das gesund ist, ist dahingehend erstmal zweitrangig! 5. Solange die Kinder das Geld (von ihren Eltern!!!) für eine Alternative haben, solange werden sie auch nicht die Mensa benutzen... bei uns im Landkreis gibt es an diversen Mensen das gleiche Problem (und zwar völlig unabhängig von der Qualität des Mensaessens): Es gehen viele Schüler in der Mittagspause zu den Pommes und Dönerbuden und schieben sich dort das Essen rein...
  • mercedes55
    Mittwoch, 08.02.2012, 15:05 Uhr
    Ich weiß nicht was ihr nur immer zu nörgeln habt. Frau von der Laien hat nun versprochen, jedes Kind ein warmes Mittagessen, die Betonung lag dabei auf "warm" und jetzt verlangt ihr auch noch, das es gesund, nährwertig und genießbar ist, na das ist doch nun wahrlich zuviel verlangt.
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