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13.06.2012, 09:40 Uhr

Özil und Khedira: Von WM-Azubis zu EM-Antreibern

Charkow (dpa) - Bei der WM 2010 verblüfften sie als Turnierdebütanten. Kurz darauf wechselten Mesut Özil und Sami Khedira zu Real Madrid. Dort sind sie "sehr gewachsen", schwärmt Bundestrainer Löw. Aus Azubis sind EM-Antreiber geworden, die Deutschland mit zum Titel führen sollen.

Özil war es eher peinlich, als er nach dem Auftaktsieg gegen Portugal als "Spieler des Spiels" ausgezeichnet wurde. "Ich fühle mich geehrt", sagte der Fußball-Künstler höflich, als ihm der frühere Weltklassestürmer Allan Simonsen die Auszeichnung der eigentlich mit Fachleuten besetzten Technischen Kommission der UEFA überreichte. "Aber ganz ehrlich", fügte der 23 Jahre alte Nationalspieler hinzu, "ich habe schon bessere Spiele gemacht."

Die Offenheit und Selbstkritik nach seinem 34. Einsatz für Deutschland spricht für Özil, der zum EM-Star aufsteigen möchte und im Konzept von Joachim Löw der Schlüsselspieler der deutschen Offensive ist. "Mesut gehört zu den Besten der Welt", sagte Löw über den virtuosen Spielmacher, aber natürlich "muss man das immer wieder unter Beweis stellen bei den ganz großen Turnieren".

Mesut Özil

Madrid liegt Mesut Özil zu Füßen – ganz Fußball-Deutschland auch. >

Im Duell mit Erzrivale Niederlande wünschen sich Löw und die deutschen Fans wieder den Özil, der beim 3:0-Testspielsieg Ende 2011 groß auftrumpfe. In Hamburg hatte Özil so viel Spaß, dass er kurz vor Schluss den fluchenden holländischen Kapitän Mark van Bommel sogar noch tunnelte. Zuvor hatte er das 3:0 erzielt. "Bei Mesut gibt es keine Worte, wie man ihn beschreiben könnte. Er hat alles als Fußballer", schwärmte der weitgereiste Routinier Miroslav Klose.

Der Deutsch-Türke Özil ist der filigrane Teil des Real-Madrid-Duos, auf das Löw beim Unternehmen Titelgewinn setzt. Im Schatten des Zauberers besetzt der Deutsch-Tunesier Sami Khedira die Rolle des fleißigen und eher unscheinbaren Arbeiters im deutschen Mittelfeld. Bei der WM 2010 spülte ihn das Ballack-Aus ins Team, inzwischen ist er unumstritten: "Ich bin gereifter. Ich weiß jetzt noch besser, um was es bei einem Turnier geht", erklärte Khedira.

In der sportlichen Leitung genießt der 25-Jährige, der 28 Länderspiele aufweist, höchste Wertschätzung: "Sami übernimmt eine Führungsrolle eher auf eine ruhige Art und nicht durch hektische Aktionen und Gesten. Er hat ein klares Führen. Wir bauen auf ihn. Auch wenn es nicht immer so augenscheinlich ist, ist er wichtig für eine Mannschaft. Das hat Real-Trainer José Mourinho erkannt und das weiß auch Joachim Löw", verdeutlichte Teammanager Oliver Bierhoff.

Sami Khedira

Unauffällig, aber trotzdem überragend - das ist Sami Khedira. >

Der Bundestrainer spricht von einem Reifeprozess, den das Duo bei "einem der größten Vereine der Welt" durchlaufen habe. "Sie sind sehr gewachsen. Sie haben extrem von der WM 2010 profitiert und der Zeit in Madrid." Aus WM-Azubis 2010 sind EM-Antreiber 2012 geworden. Und die beiden Wahl-Spanier streben nur noch nach dem Höchsten: "Wir sind hier angetreten, um den Titel zu gewinnen", erklärte Özil forsch.

Zum EM-Start präsentierte er sich allerdings noch nicht in europameisterlicher Verfassung. "Ich weiß, dass ich viel besser spielen kann", gestand Özil. Ihm fehlte besonders der mitspielende Mittelstürmer. Mit Klose kann er besser kombinieren als mit dem reinen Abschluss-Spezialisten Mario Gomez. Hinzu kommt, dass Bastian Schweinsteiger, der eigentliche Chef des zentralen Mittelfeldtrios, noch sehr mit sich selbst und seiner Formfindung beschäftigt ist.

Özil und besonders Khedira müssen Schweinsteiger noch mitreißen, auch wenn Löw seinen Vizekapitän vor dem Holland-Spiel nicht im Ansatz infrage stellte. "Durchtragen muss man Bastian nicht", sagte der Bundestrainer. Auch Khedira hob die Bedeutung des Bayern-Profis hervor: "Basti in Topform kann jede Mannschaft der Welt zum Erfolg führen." Die Zusammenarbeit mit seinem Nebenmann funktioniert ohnehin reibungslos. "Ich weiß sehr gut, wie Basti spielt", so Khedira, "und er kann sich auf mich gut abstimmen."

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11 Meinungen zu "Vom Azubi zur Schlüsselfigur"

  • bruchteil
    Freitag, 22.06.2012, 11:12 Uhr
    die aussage von löw, ist wohl eher ein lippenbekenntniss. wenn ein mittelmäßiger spieler wie özil zu den besten spielern der welt gehört, auf welchem planet spielen dann messi und co ? ösil wäre in der bl ein spieler von vielen, nicht mehr und nicht weniger.
  • Winterreise
    Donnerstag, 21.06.2012, 14:37 Uhr
    zum Thema Rassismus könnte man auch einfach mal etwas Substanzielles sagen, da reichts eben nicht, es als etwas Schlimmes zu bezeichnen und daß man's nicht nett findet! Rassisten kann man ganz einfach und mit logischen Argumenten widerlegen. Da braucht man nur die gesicherten Erkenntnisse der Anthropologie nehmen und klarmachen, daß wir eigentlich alle "Einwanderer" sind und das die Wiege der Menschheit, also der Ort, von wo aus sich die frühen Menschen dann über die ganze Erde verbreitet haben, der Osten Afrikas ist und nur durch Anpassung an verschiedene klimatische Gegebenheiten, sich dann vom Äußeren unterschiedliche Menschentypen entwickelt haben. Überhaupt von Rassen zu reden, ist also schon biologisch gesehen, Unsinn, da wir alle ganz extrem nah miteinander verwandt sind und uns nur unterschiedlich angepasst haben. So haben wir eben alle "Migrationshintergrund" und keiner ist der bessere Mensch, weil wir alle aus einem Pott kommen, fertig!
  • Winterreise
    Donnerstag, 21.06.2012, 13:14 Uhr
    Muß meinen eigenen Artikel noch mal kommentieren - abgesehen davon, daß man Empörung ohne h schreibt - ist es natürlich die Meinung eines hoffnungslosen Idealisten. Ich schaue mir alle Spiele an und freue mich eigentlich immer, wenn die Mannschaft gewinnt, die besser gespielt, die einen flotten, modernen Fußball gespielt hat. Welche Staatsangehörigkeit, Hautfarbe oder sexuelle Orientierung die Strategen da auf dem Platz haben, geht mir so am Arsch vorbei. Bin selber Sportler und weiß, wovon ich rede.
  • Winterreise
    Donnerstag, 21.06.2012, 12:56 Uhr
    Leider braucht man sich nicht zu wundern, wenn Nazi-Idioten und auch andere selbsternannte fans, die aber selber garnichts mit Sport zu tun haben, ihren widerlichen Dreck da ablassen. . . .dieses ganze überflüssige Brimborium, angefangen von Nationalhymnensingen und die unnötigen Projektionen auf die Spielbegegnungen, wobei neben dem dämlichen Rassismus auch immer wieder die alten Resentiments zwischen ehemals verfeindeten Ländern mitschwingen, sind genau der Nährboden für diese Leute. Würde man den Fußball endlich von diesen Dingen befreien und endlich mal ausschließlich betonen, daß es sich um ein Spiel handelt und darum, wer am Ball der Beste ist und daß es einzig darum geht, den Menschen Freude zu bringen, wäre schon viel gewonnen. Erst, wenn es egal ist, welche Hautfarbe ein Spieler hat, welcher Nation er angehört und ob er vielleicht schwul ist oder nicht, wird man diese Holigans und andere Idioten los sein, weil es sie dann nicht mehr locken wird. Übrig blieben die, die wirklich wegen des Sports kämen und sich einfach freuen, guten Fußball zu sehen und nicht ein Pfeifkonzert abgeben, wenn die "gegnerische" Mannschaft am Ball ist oder jemand mit einer anderen Hautfarbe. Die Frage ist, ob man die Stadien dann noch voll kriegte . . . alle die Empöhrung jetzt wieder, all die Krokodilstränen . . .kann dem nicht mehr glauben, bevor man nicht wirklich an die Ursache geht.
  • anso
    Donnerstag, 21.06.2012, 12:23 Uhr
    was en schwachsinn?! fällt euch eigentlich nicht auf das ihr genau so nen stuss erzählt wenn ihr özil als ausländer bezeichnet? wie kann man denn als in deutschland geborener und GERNE in deutschland lebender, ausländer sein? mein opa ist mit 2 aus schweden hierher gezogen, bin ich jetzt schwedin???
  • AnAII
    Donnerstag, 21.06.2012, 11:56 Uhr
    die deutsche nationalmannschaft ist das beste beispiel für eine funktionierende multikulturelle gemeinschaft. ich frage mich immer, wer denn bitte spielen soll, wenn alle spieler mit ausländischen namen abgezogen werden sollen... die dauer-betrunkenen nazi-vollpfosten? na die werden doch deutschland gaaaaanz bestimmt ehrenhaft vertreten...
  • chrissiele
    Donnerstag, 21.06.2012, 09:08 Uhr
    Ich finde es unerträglich dass Rassisten, wirklich dumme, hirngeschädigte Rassisten verbreiten,dass in der Nationalmannschaft nur noch Spieler mit deutsch klingenden Namen spielen sollen. Stirbt diese braune Brut denn nie aus. Ich hobe so einen Zorn auf solche Fans, die Deutschland mit ihren Äusserungen nur schaden. Auch diese "Sieg, Sieg"-Rufe sind mehr als peinlich. Auf solche "Deutsche" kann ich gut und gerne verzichten. Pfui Teufel kann ich da nur sagen. Fußball ist ein so toller Sport und begeistert die Nation, aber solche Dumpfbacken müssen immer wieder ihren Senf dazugeben. Mit sind Menschen, die sich mit einer Kultur identifizieren können und sich wohl fühlen in einem Land, sich zugehörig fühlen, viel lieber, als Deutsche, die hiergeboren sind und nur braun angehauchte Kacke verbreiten.

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