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21.06.2012, 16:40 Uhr

Die Kanzlerin zwischen Euro-Krise und EURO-Kick

Berlin (dpa) - Bundestrainer und Bundesregierung sind sich einig. Trotz aller politischen Brisanz sei das EM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Griechenland "ein ganz normales Spiel", versichert Joachim Löw.

"Die Politik ist außen vor." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird während der Partie zwar auf der Tribüne sitzen, aber um Politik soll es bestenfalls am Rande gehen. "Das ist der Tag des Sports", betont auch Vize-Regierungssprecher Georg Streiter in Berlin.

Doch wenn mitten in der Euro-Krise ausgerechnet der vermeintliche Musterschüler und das größte Sorgenkind gegeneinander kicken, lässt sich die politische Dimension nicht ganz ausblenden - zumal es am Spielort Danzig zum Aufeinandertreffen von Merkel und Griechenlands gerade gekürtem Regierungschef Antonis Samaras kommen könnte. "Ich würde mich von meiner Seite aus freuen, wenn er auch nach Danzig käme", sagte Merkel - eine deutliche Einladung an den neuen Mann in Athen.

Der große Spielplan der Europameisterschaft 2012. >

Zwei Tage zuvor war in Berlin noch keine Rede davon, dass die Bundeskanzlerin zum Griechenland-Spiel nach Polen reisen würde. "Dann müsste sie sich schon hinbeamen", sagte ihr Sprecher und verwies auf Terminprobleme. Nur wenige Stunden vor dem Anpfiff sollte Merkel nämlich eigentlich nach Rom kommen, um sich dort mit Italiens Regierungschef Mario Monti, dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy und Frankreichs Präsidenten François Hollande zu treffen.

Doch weil Merkel um eine Verlegung gebeten hatte, wurde das Treffen um zwei Stunden vorgezogen. Ob das auch passiert wäre, wenn es tatsächlich nur um Fußball ginge? Mit einem gemeinsamen Auftritt in Danzig könnten Merkel und Samaras die zuletzt gereizte Stimmung zwischen beiden Ländern zumindest ein wenig beruhigen. Wegen des harten Sparkurses der Kanzlerin waren vielen Griechen in den vergangenen Monaten ziemlich schlecht auf Deutschland zu sprechen.

Einige griechische Medien haben die Stimmung zuletzt sogar noch weiter angeheizt, indem sie die Bundesrepublik in die Nähe von Nazi-Deutschland rückten. Der Kellner einer Athener Bar hält nach dem Abpfiff sogar Übergriffe für möglich: "Wenn die Griechen gewinnen und zum zentralen Omonia-Platz ziehen (...), dann würde ich mich dort nicht unbedingt als Deutscher outen - da sind viele Idioten unterwegs."

Gutes Omen: Die deutsche Elf hat noch nie gegen Griechenland verloren. >

Die meisten Deutschen in Griechenland werden das Spiel ohnehin vor dem heimischen Fernsehgerät verfolgen. "Man bleibt eher unter sich", sagt Christina von Pabrutzki aus Speyer, die seit Februar in Athen wohnt. Die Angst vor antideutschen Übergriffen halte sie aber für übertrieben. Thomas Papadopoulos, der in einer Bar in der Zeitung blättert, gibt sich ebenfalls gelassen. "Einige Leute haben hier nichts zu essen, denen ist das Fußballspiel egal", sagt er. Ob Merkel nun in Danzig sei oder nicht, bedeute ihm nicht viel. "Politik ist nicht Fußball, und Fußball ist nicht Politik."

Ähnlich sieht das auch der griechische Nationalspieler Georgios Samaras. Der Namensvetter des neuen Athener Regierungschefs weist sämtliche Spekulationen über eine politische Dimension der Partie zurück: "Das ist ein Spiel - nichts anderes."

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13 Meinungen zu "Merkel: Politik bleibt außen vor"

  • Rheinkultur
    Freitag, 22.06.2012, 14:10 Uhr
    @goodness FDP-Politiker Chatzimarkakis warnt Merkel vor "Triumphgehabe" Nach seiner Plagiatsaffäre vor wenigen Monaten wäre "Dr." Chatzimarkakis gut beraten, den Ball schön flach zu halten. Es fehlt nur noch, der deutschen Elf die moralische Berechtigung auf einen Sieg heute Abend abzusprechen. Ob ein EM-Viertelfinale gegen Griechenland angesichts der zahllosen Hasstiraden und verbalen Entgleisungen gegen Deutschland in den vergangenen Monaten und Jahren wirklich ein ganz normales Spiel werden kann, darf bezweifelt werden. Sport und Politik lassen sich wohl nur so trennen: Erst raus mit Griechenland bei der EM, dann mittelfristig raus mit Griechenland aus dem Euro...!
  • Eric01
    Freitag, 22.06.2012, 13:25 Uhr
    @goodness: kukuschinsky hat schon auf meinen Hinweis zu Danzig nicht reagiert. Wahrscheinlich ist es ihm bewusst (und hoffentlich peinlich?), dass sein Sarkasmus bei den Geographie-Kenntnissen fehl am Platze ist. Aber leider fehlen dann wohl die Eier, es zuzugeben ;-)
  • goodness
    Freitag, 22.06.2012, 13:19 Uhr
    FDP-Politiker Chatzimarkakis warnt Merkel vor "Triumphgehabe" Berlin - Der griechischstämmige FDP-Europaabgeordnete Jorge Chatzimarkakis hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vor lautstarkem Jubel beim EM-Länderspiel gegen Griechenland am Freitag gewarnt. Also nun hört es aber auf! Ein jeder Bundesbürger weiß, dass die Kanzlerin ein großer Fan unserer NM ist und das war Sie bereits bei der WM 2006, WM 2010 und zuvor bei der EM 2008. Wenn unsere NM gewinnen sollte und somit auch Tore fallen, dann hat auch die Kanzlerin ein RECHT darauf ihren gefühlen freien Lauf zu lassen sprich zu jubeln! Da will der FDP-Europaabgeordnete Jorge Chatzimarkakis der Kanzlerin das JUBELN untersagen! Der hat vielleicht zuviel Ouzo bei dieser Aussage zuvor konsumiert! was erlaubt sich der Mann? Es geht um die EM 2012 und somit um Fussball und NICHTS anderes, denn schließlich können ja auch die Griechen gewinnen! In diesem Turnier ist ALLES möglich! Was macht der Kerl wohl, wenn seine Griechen unsere NM besiegen sollten? Lächerlich! An den Hinterwäldler: "Deutschland gegen Griechenland findet in Polen statt und nicht in der Ukraine! Erdkunde nicht aufgepasst! Das Spiel finder in Danzig statt - Danzig ist eine Hafen- und ehemalige Hansestadt in Polen. Alles klar@kukuschinsky! Viel Spaß beim Spiel und lass doch die Ironie! EM 2012 zählt HEUTE!
  • User0815
    Freitag, 22.06.2012, 12:44 Uhr
    Vielleicht sollten wir uns noch entschuldigen, wenn wir gewinnen? Vielleicht sollten wir noch unsere Deutschlandfahnen verbrennen? Evtl. noch auf dem Personalausweis die Abstammung fachmännisch fälschen lassen? Einige Menschen sind sehr, sehr weit von der Realität entfernt. Es geht hier um Sport und um nichts Anderes. Machen wir es doch anders herum: Wenn Griechenland gewinnt stellen wir die Zahlungen ein...
  • Eric01
    Freitag, 22.06.2012, 12:13 Uhr
    kukuschinsky: Danzig = Polen ;-)
  • hellas4ever
    Freitag, 22.06.2012, 12:11 Uhr
    weisst du wirklich nicht wer bezahlt??? na du naturlich,ist doch klar und ich hoffe sehr das die griechen es richtig ausnutzen werden!!!!!!! eins ist klar griechenland gewinnt mit 2:0 !!!!! MUUUUUUUHHHHHHHAAAAAAAAAAAHHHHHHAaaaaa
  • kukuschinsky
    Freitag, 22.06.2012, 12:08 Uhr
    Verflixt, da habe ich Penner ja augenscheinlich wieder etwas nicht gerafft: hieß es nicht salbungsvoll und vollmundig, daß die guten, guten Westpolitiker nicht zur EM in die böse, böse Ukraine reisen sollten/wollten??? Wer klärt mich Hinterwäldler auf?

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