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01.06.2012, 11:20 Uhr

Gomez bedrängt Klose - Löw: "werden beide benötigen"

Leipzig (dpa) - Mario Gomez eilte wortlos an den Reportern vorbei Richtung Mannschaftsbus. Im Stürmer-Duell mit Miroslav Klose hatte der Bayern-Torjäger den Führungstreffer beim 2:0-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Israel für sich sprechen lassen.

Platzhirsch Klose, der Gomez nach 67 Minuten im Angriffszentrum ablöste und trotz eines gefährlichen Kopfballs torlos blieb, warb mit Worten für sich. Er vergaß dabei nicht zu erwähnen, dass er wegen "ein bisschen Problemen mit dem Sprunggelenk" bei der EM-Generalprobe nur einen mit dem Bundestrainer abgesprochenen Kurzeinsatz hatte. "Jetzt habe ich noch ein paar Trainingstage. Da werde ich bestimmt den letzten Schritt machen", erklärte der Routinier gelassen.

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Joachim Löw setzt für den EM-Start gegen Portugal weiterhin auf den in vielen Turnieren bewährten Klose, der am Spieltag 9. Juni 34 Jahre alt wird. Aber der Bundestrainer ist froh, dass Gomez Druck macht. Und den Münchner wird freuen, was Löw nach dem Schlusspfiff sagte: "Eines kann ich jetzt schon sagen und versichern: Wir werden beide unbedingt benötigen, wenn wir bei der EM was erreichen wollen."

In der EM-Qualifikation hatte die Job-Teilung in den zehn Partien schon bestens geklappt: Beide kamen jeweils sechsmal zum Einsatz; Klose erzielte neun Tore, Gomez sechs. In Löws Spielsystem hat aber nur einer Platz.

Gomez begann gegen Israel verkrampft. Aber der 26-Jährige löste den Knoten mit dem wichtigen 1:0 in der 40. Minute, als er den Ball aus zehn Metern unter die Latte hämmerte. Es war sein 22. Tor im 52. Länderspiel, das achte bei seinen letzten zehn Einsätzen. "Die Quote hilft uns allen, sie hilft ihm. Denn es gab schon mal ein Jahr, da hat er hier ein bisschen unglücklich gespielt, wenig getroffen. Jetzt hat Mario häufig getroffen, wenn er gespielt hat. Das ist für eine Mannschaft sehr wichtig, wenn sie das Gefühl hat, ob Miro oder Mario spielt, beide sind in der Lage, aus Chancen Tore zu machen", erklärte Löw.

"Wichtig ist, dass der Trainer die Qual der Wahl hat", betonte Klose. Er lässt sich nicht verunsichern von der Diskussion um die Stürmer-Hierarchie: "Nummer 1? Nummer 2? So denke ich nicht. Aus dem Alter bin ich raus." 63 Treffer in 116 Länderspielen - auch Kloses Torquote im Nationaltrikot ist bemerkenswert.

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Vor dem kurzen Heimaturlaub stand für den gebürtigen Polen am Freitag mit einer DFB-Delegation der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau an. "Ich bin froh, dass ich da mitfahren und mir das anschauen kann. Das ist für mich unheimlich wichtig. Es wird sicherlich sehr emotional, aber ich habe es mir so gewünscht", erklärte Klose am Abend zuvor in Leipzig.

Am freien Wochenende wird der Wahl-Römer nicht nur die Beine hochlegen, sondern nach seiner langen Verletzungspause in der Rückrunde weiter an der EM-Fitness arbeiten. "Ich tue alles im Training, damit der Trainer mich aufstellt", kündigte Klose an. In Leipzig hieß es allerdings 1:0 für Gomez.

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