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28.06.2012, 17:18 Uhr

Ruslana: "EM hat die Ukraine verändert"

Kiew (dpa) - "Die EM hat mehr Europa in die Ukraine gebracht", sagt eine der prominentesten Sängerinnen des Co-Gastgeberlands: Ruslana.

Wenige Monate nach ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest 2004 wurde sie an der Seite der Politikerin Julia Timoschenko eine Symbolfigur der prowestlichen Orangenen Revolution. Bei der EM trat die 39-Jährige im Rahmenprogramm in Stadien und Fanzonen auf. Das Turnier sei ein Glücksfall für die Ex-Sowjetrepublik, sagt Ruslana im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Kiew. "Viele Ukrainer hatten erstmals das Gefühl, wirklich ein Teil Europas zu sein."

Kann ein vierwöchiges Fußballturnier die vielen drängenden Probleme im zweitgrößten Flächenstaat Europas tatsächlich lösen helfen?

Ruslana: "Die Fußball-Europameisterschaft hat die Ukraine bereits verändert! Dank der EM hatten viele Ukrainer erstmals das Gefühl, wirklich ein Teil Europas zu sein. Für euch EU-Bürger ist das Alltag - aber für unser nationales Selbstbewusstsein ist dieses Gefühl, zur großen europäischen Familie zu gehören, extrem wichtig. Das ist europäische Integration in Reinkultur."

War die EM demnach auch ein Glücksfall für die Ukraine?

Ruslana: "Insgesamt ja. Die Kritik an der Ukraine war wegen vieler Fehler bei der Vorbereitung absolut berechtigt. Aber die EM hat ein Stück mehr Europa in die Ukraine gebracht. Für unser noch junges Land sind dabei nicht so sehr neue Straßen und Stadien wichtig, sondern die psychologischen Folgen des Turniers und der vielen Besucher."

Westliche Politiker haben wegen des Umgangs mit der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko die EM-Spiele in der Ukraine boykottiert. War das richtig?

Ruslana: "Ich verstehe die Motive dahinter. Aber ich denke nicht, dass ein Boykott etwas verbessert. Man sollte eine Frage beantworten: Hilft das den Menschen in der Ukraine? Aus meiner Sicht: Nein. Falls man Druck auf die Regierung in Kiew ausüben will, gibt es andere Wege. Die EM war eine große Chance für den Westen, uns zu signalisieren, dass wir Ukrainer nicht allein sind. Dass wir in Europa willkommen und ein Teil davon sind. Wer den Boykott wählt, vergisst, dass die EM dem Volk gehört - und nicht den Politikern."

Alle News vom: 28. Juni 2012 Zur Übersicht: EM 2012

1 Meinungen zu "EM hat die Ukraine verändert"

  • schieber1
    Freitag, 29.06.2012, 09:29 Uhr
    Schön wenn die Ruslana das so sieht, jetzt muß sie das Ganze nur noch ihrem kommunistischen Führer beibringen. Das dürfte ja bei ihrem Aussehen kein Problem sein eine Audienz zu bekommen.

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