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28.06.2012, 14:57 Uhr

"Nicht fair": Ronaldos turbulente EM ist vorbei

Donezk (dpa) - Im ersten Moment nach dem bitteren EM-Aus wäre Cristiano Ronaldo am liebsten allein gewesen mit sich und seiner Enttäuschung.

Der Superstar der Portugiesen stand mitten in einem brodelnden, vollen Stadion neben lauter genauso am Boden zerstörten Kollegen, aber sein Blick ging an allen vorbei ins Leere. Ronaldo schien nicht einmal zuzuhören, als nacheinander sein Mitspieler Custodio, sein Trainer Paulo Bento und Portugals Fußball-Idol Joao Pinto kamen, um ihn zu trösten. Nach einem kurzen Winken Richtung Fans verschwanden er und Fabio Coentrao als erste in der Kabine.

Der große Spielplan der Europameisterschaft 2012. >

"Ich zeige in solchen Momenten immer meine Gefühle", sagte der 27-Jährige nach dem 2:4 im Elfmeterschießen des EM-Halbfinals gegen Spanien. "Das ist nicht fair und immer frustrierend, auf so eine Weise zu verlieren. Elfmeterschießen ist wie eine Lotterie."

Der teuerste Spieler der Welt war zu diesem Turnier gereist, um auch der beste Spieler der EM zu werden und endlich den ersten Titel mit der Nationalelf zu gewinnen. Von daher war Portugals Scheitern in Donezk auch Ronaldos Scheitern. Nichts brachte das besser zum Ausdruck als die bittere Pointe auf seine turbulente EM, dass der vermeintlich wichtigste Schütze in diesem Elfmeterschießen gar nicht mehr zum Zug kam. Hilflos musste der Torjäger von Real Madrid mit ansehen, wie erst Bruno Alves verschoss und dann Cesc Fabregas alles klarmachte für Spanien. "Ich war als fünfter Schütze vorgesehen. Die Entscheidung fiel leider schon vorher. Das ist Schicksal", sagte er.

Dass aber sowohl Portugals als auch Ronaldos EM-Mission nicht als große Enttäuschung in die Fußball-Geschichte eingehen werden, zeigen allein die Reaktionen in der Heimat. Die Sportzeitung "A Bola" druckte auf der Titelseite ein riesiges Foto von der Mannschaft, das sie beim Mitfiebern während des Elfmeterschießens zeigt. "Orgulho de Portugal" steht in dicken Lettern darunter - "Portugals Stolz".

Auch Ronaldo brauchte nur eine Dusche, einige emotionale Worte von Trainer Bento ("Wir verlassen den Platz mit erhobenem Haupt") und eine knappe Stunde Abstand, um dieses Halbfinal-Aus zu verdauen. Als er mitten in der Nacht auf dem Weg zum Mannschaftsbus an den wartenden Journalisten vorbeikam, wirkte er schon wieder deutlich aufgeräumter und selbstbewusster als nach dem letzten Elfmeter.

"Ich denke, dass wir stolz auf uns sein können", sagte auch er. "Ich hatte zwar auf etwas mehr gehofft bei diesem Turnier. Aber dazu fehlte uns nur das Glück. Ich bin sehr glücklich darüber, wie die Mannschaft, der Trainer und sein Team hier zusammengearbeitet haben."

Sätze wie diese, sein gesamtes Auftreten und auch die Reaktionen darauf zeigen, dass Ronaldo in Polen und der Ukraine zwar keinen Titel, dafür aber eine Menge Anerkennung gewonnen hat.

Der Superstar ist gerade dabei, sich ein wenig von der Diva in Richtung Teamplayer zu entwickeln, und so haben bei dieser EM sowohl er als auch die gesamte "Seleccao" alle Vorurteile widerlegt, die über sie im Umlauf waren. Wer die Portugiesen gegen Spanien fighten und diszipliniert verteidigen sah, wird nicht mehr ernsthaft behaupten können, dass es sich bei ihnen nur um einen zerstrittenen Haufen aus einem isolierten Star und ein paar restlichen Statisten handelt. Ronaldo selbst hat dazu noch die beißende Kritik nach seinen Auftritten gegen Deutschland und Dänemark weggesteckt - und Portugal danach fast im Alleingang in dieses Halbfinale geschossen.

Allein deshalb war die EM für ihn kein Fiasko. Der 27-Jährige war immer auch mit dem Ziel angereist, weitere Argumente für die ersehnte Wahl zum Weltfußballer des Jahres zu sammeln. Und seine drei Tore sowie das knappe Scheitern am Welt- und Europameister haben diese Aussichten nicht verschlechtert.

"Cristiano Ronaldo ist ein außergewöhnlicher Profi. Meiner Meinung nach wird er den Goldenen Ball in diesem Jahr gewinnen", sagte der frühere Nationaltrainer und heutige Verbandsfunktionär Humberto Coelho am Donnerstag nach der Rückkehr der Portugiesen nach Lissabon. "Niemand trainier härter als er, er ist ein Leader auf dem Platz und außerhalb des Platzes." Und was meint der Superstar selbst dazu? "Ich bin zufrieden mit der letzten Saison", sagte Ronaldo, bevor er in den Mannschaftsbus stieg. Und bei aller Enttäuschung über den bitteren Verlauf des Halbfinals war dabei sogar schon wieder ein Augenzwinkern bei ihm zu sehen.

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13 Meinungen zu "Ronaldos EM-Traum geplatzt"

  • Ganhador
    Samstag, 30.06.2012, 16:50 Uhr
    An diese Mannschaft und an dieses Land " Portugal "könnte man sich hier in Deutschland ein guten Beispiel nehmmen. Auch Portugal hat es verdient im Endspiel zu stehen. Leider gehöhrt auch Glück dazu. Sie sehen das aber nicht wie eine Demütigung oder einer Katastrophe im halbfinnal auszuscheiden, das ist eben Fussball und hat mit gerechtigkeit nichts am Hut. Ich hätte es ihnen diesen Titel gegönnt, sie hätten es verdient.
  • MrEbay
    Donnerstag, 28.06.2012, 16:46 Uhr
    ...alle die hier sagen das er arrogant is solln mir das mal beweisen... seine freistöße??für die schusstechnik brauch man so viel anlauf^^schiesse-und treffe-bei uns selber so. schon mal interviews gehört???nich eine spur von arroganz... und zu der chance in der 90...tja.wenn der pass auf den fuß und nich in rücken kommen würde,könnte man wenigstens gezielt abschließen-hier war es schon klasse den ball überhaupt verwerten zu können... p.s. ich denke eher das die spanier die arroganten sind.ramos nah dem spiel"wir waren die ganze zeit heiß auf das spiel und wussten das wir diesen gegner besiegen werden"
  • Spacebo
    Donnerstag, 28.06.2012, 16:33 Uhr
    ich finde als Kapitän muss man den ersten Elfer schiessen. ich denke mal CR wollte den letzten schiessen um sich dann feiern zu lassen, dazu kam es leider nicht. ich hätte den Portugiesen auch den Finaleinzug gegönnt.
  • rose77
    Donnerstag, 28.06.2012, 16:27 Uhr
    Ronaldo hätte geschossen als 5. Nur dazu kam er leider nicht mehr. Ich hätte es den Portugiesen gegönnt ins Finale zu kommen.
  • MrJingles01
    Donnerstag, 28.06.2012, 16:16 Uhr
    Ich hab meine Meinung über Ronaldo während dieser EM zumindest teilweise geändert. Hervorragender Fußballspieler ohne wirklich nennenswerten Fehler (klar, Abschlüsse könnten besser sein, aber welcher Stürmer schließt bei dieser EM überhaupt noch jede Chance ab?). Ich hätte Portugal das Finale gegönnt. Spanien scheint mir irgendwie müde bzw. satt...
  • Cinrella
    Donnerstag, 28.06.2012, 16:00 Uhr
    @FANtastisch06 Man merkt du hast das ganze Spiel sehr aufmerksam gesehen.... Den wen du das gemacht hättest wäre dir aufgefallen, dass Ronalde den 5. Straftsoß hätte schießen sollen. Bloß leider hat Portugal da schon verloren.... @Nikioko Weil aber unsere deutschen Kaptäen immer als erstes schießen und auf dme letzten liegt oftmals die größte Verantwortung

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