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04.09.2013, 20:22 Uhr

Samsung präsentiert Smartwatch Galaxy Gear

in Kooperation mit Spiegel Online

Samsung ist jetzt Uhrenmacher. Auf der Ifa in Berlin hat der Konzern die Smartwatch Galaxy Gear vorgestellt, eine Art Super-Chronographen, mit Farbbildschirm, Kamera und Apps. Allerdings ist die Uhr bei der Wahl der Partner äußerst selektiv.

Von Matthias Kremp

Die Überraschung war nicht überwältigend, als Samsung am Mittwochabend im Berliner Tempodrom seine Smartwatch Galaxy Gear vorstellte. Schon seit Jahresbeginn kursierten Gerüchte über die Computeruhr der Koreaner. Viele davon haben sich als Enten erwiesen, eine jedoch war richtig: Samsung wollte die neue Uhr unbedingt auf der Ifa in Berlin vorstellen. Und sei es nur, um dem Konkurrenten Apple und dessen angeblicher iWatch zuvor zu kommen.

Dabei hat sich das Unternehmen bei seiner Veranstaltung in Berlin viel Mühe gegeben, ein anderes Produkt in den Vordergrund zu stellen, das Stift-Smartphone Galaxy Note 3. Mit seinem 5,7-Zoll-Bildschirm ist es halb Handy, halb Tablet, lässt sich mit den Fingern auf dem Touchscreen oder mit dem mitgelieferten Stift bedienen. Und es zeigt, dass Samsung lernfähig ist: Die Rückseite ist kein blankes Plastik mehr. Stattdessen wurde der Deckel mit einem Lederimitat überzogen, das besser aussieht und sich besser anfühlt als Plastik.

Doch der Star des Abends war die Computeruhr Galaxy Gear. Anders als es sich mancher vorstellen mag, handelt es sich um kein eigenständig agierendes Gerät. Nur im Zusammenspiel mit einem Smartphone oder Tablet kann die Gear ihre Fähigkeiten ausspielen. Deshalb bezeichnet Samsung die Smartwatch als Companion Device, also als Begleitgerät. Insofern erinnert die Funktionsweise an die italienische I'm Watch, die nur im Zusammenspiel mit einem Smartphone smart ist.

Viele Apps, wenig Speicher

Im Gegensatz zur I'm Watch bietet die Galaxy Gear allerdings einiges mehr an Eigenintelligenz. So ist in das Armband eine Kamera eingebaut, mit dem man Fotos und Videos machen kann. Viel darf man davon aber nicht erwarten, die Auflösung beträgt magere 1,9 Megapixel, Videoaufzeichnungen sind auf zehn Sekunden begrenzt. Immerhin, das spart Speicher, von dem die Uhr nicht viel hat. Neben 512 MB Arbeitsspeicher stecken 4 GB nicht erweiterbarer Massenspeicher in der Uhr. Einen Teil davon wird man mit Apps füllen. Zum Start sind etwas mehr als 70 Apps verfügbar, die für die Uhr angepasst worden sind. Darunter populäre Anwendungen wie Tripit und Runtastic.

Im Zusammenspiel mit einem Samsung-Smartphone kann die Galaxy Gear auf ihrem Display anzeigen, wer gerade anruft oder dass gerade eine neue E-Mail oder SMS angekommen ist. Viel mehr tut sie in solchen Fällen aber nicht, denn tippt man eine solche Nachrichtenmeldung auf der Uhr an, wird die Nachricht auf dem Handy geöffnet. Zugegeben: Auf dem 1,6-Zoll kleinen Display würde es auch keinen Spaß machen, E-Mails zu lesen. In derselben Manier dient der Musikplayer auf der Uhr dazu, Musik auf dem Handy abzuspielen. Videos und Fotos hingegen kann man sich auf der Uhr selbst anschauen.

Uhren-Design per App

Die Bedienung der Galaxy Gear ist schnell gelernt: Ein Druck auf den Einschaltknopf lässt eine Zeitanzeige aufleuchten, die man per Konfigurations-App auf verschiedene Designs umschalten kann. Einfach auf die Uhr schauen geht also auch bei Samsungs Smartwatch nicht, jede Zeitabfrage muss per Knopfdruck eingeleitet werden. Ist das erledigt, wischt man sich nach links und rechts auf den Touchscreen durch die Menüs der Uhr. Einmal aufs Display tippen wählt eine App oder Funktion aus, ein Wisch nach unten lässt eine Menüebene oder einen Funktionsschritt zurückgehen.

Das größenverstellbare Kunststoffarmband fühlt sich am Arm angenehm an. Wir konnten allerdings noch nicht testen, ob und wie sich das Tragegefühl ändert, wenn man die Uhr mehrere Stunden am Stück trägt. Erfreulich ist jedenfalls, dass die Galaxy Gear vergleichsweise dünn wirkt, nicht sonderlich aufträgt.

Wer die Uhr will, braucht ein neues Handy

Was jetzt noch fehlt, ist das Datum der Veröffentlichung. Offenbar hat man sich bei Samsung sehr beeilt, um den Ifa-Termin zu halten und wenigstens Vorserienmodelle zeigen zu können. Auch mit genauen technischen Daten hat sich der Konzern noch zurückgehalten, verriet nicht viel mehr, als dass ein 800-MHz-Prozessor als Antrieb dient.

Aber auch wenn sie verfügbar ist, bleibt die Galaxy Gear vorerst ein Nischenprodukt für Early Adopter, denn sie lässt sich nicht mit jedem Smartphone koppeln, nicht einmal, wenn es ein Samsung ist. Vorerst können nur die Ifa-Neuvorstellungen Galaxy Note 3 und Galaxy Note 10.1 Kontakt zu Samsungs Smartwatch aufnehmen. Etwas später soll die Software dann auch für weitere Galaxy-Geräte angepasst werden. Einen konkreten Zeitplan dafür blieb Samsung aber noch schuldig.

© SPIEGEL ONLINE

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