Zur mobilen Ansicht wechseln

09.06.2012, 12:12 Uhr

Fußball aus dem Internet klappt nur zu Hause gut

Hannover (dpa/tmn) - Wer keinen Fernseher in Reichweite hat, kann die Spiele der Fußball-Europameisterschaft auch im Netz verfolgen. Wirklich sinnvoll ist das aber nur vom heimischen Rechner aus. Smartphones und Tablet-Computer eignen sich kaum dafür.

ARD und ZDF bieten alle Spiele der EM als Stream auf ihren Webseiten an. Die Übertragung funktioniert auch ohne Highspeed-Internetanschluss, wie Thorsten Neuhetzki vom Telekommunikationsportal "Teltarif.de" sagt: "DSL 2000 reicht dafür in der Regel aus." Einen Zusammenbruch der Server müssen Fans auch bei Spielen der deutschen Mannschaft eher nicht befürchten, glaubt der Experte: "Bei der Weltmeisterschaft 2010 ist das nur bei einem Spiel passiert, das während der Arbeitszeit ausgetragen wurde." Bei der EM in Polen und der Ukraine finden die Spiele erst ab 18 Uhr statt.

Auch Tablets und Smartphones können die Spiele theoretisch live und als Bewegtbild empfangen. Möglich ist das zum Beispiel über die Mediatheken- und Sportschau-Apps der öffentlich-rechtlichen Sender. Allerdings dürfte sich der Spaß beim Zuschauen in Grenzen halten, sagt Neuhetzki: "Auf einem kleinen Smartphone sehen Sie vermutlich nicht einmal den Ball, selbst mit einem guten Display." Hinzu kommt das Problem der Datenübertragung: Eine stabile UMTS-Verbindung ist für Live-Bilder Pflicht, die gibt es aber nicht überall. Und selbst mit gutem Empfang geht die Übertragungsrate in die Knie, wenn mehrere Fans am selben Ort gleichzeitig darauf zugreifen.

Außerdem sollten Fußballgucker am Handy darauf achten, dass sie mit der Fernsehübertragung nicht ihren Volumentarif sprengen. Neuhetzki empfiehlt Live-TV daher, wenn überhaupt, nur Nutzern mit einer großen Flatrate. Eine gute Alternative zum Fernsehen unterwegs ist das Radio, am besten über einen eingebauten UKW-Empfänger. "Den haben aber nur wenige moderne Mobiltelefone", sagt der Experte. Es gibt aber zahlreiche Apps zum Empfang von Internetradio. Weil dabei deutlich kleinere Datenmengen als beim Fernsehen übertragen werden, ist diese Methode auch für Besitzer einer kleinen Flatrate sinnvoll.

Ganz ohne Ton und Bild kommen Liveticker aus. Smartphone-Besitzer können diesen entweder direkt über den mobilen Browser oder über verschiedene Apps abrufen. "Bei Apps ist der Vorteil oft, dass sie sich automatisch aktualisieren können", sagt Neuhetzki. Im Browser müssen Fans dagegen meistens selbst dafür sorgen, dass sie immer auf dem neuesten Stand sind.

Alle News vom: 9. Juni 2012 Zur Übersicht: Digitale Welt

1 Meinungen zu "Web-Fußball nur zu Hause gut"

  • notting
    Samstag, 09.06.2012, 13:01 Uhr
    Im Prinzip könnte man viel Traffic sparen bzw. die Netze entlasten, wenn man Multicast für Streams verwenden würde (jeder Stream geht nur 1x beim Server raus und die Router auf dem Weg duplizieren ggf. die Pakete auf dem Weg, sodass die Pakete nur da landen, wo auch User sind, aber auch alle User im selben Subnetz exakt die selben Pakete empfängen, um unnötigen Datenverkehr zu verwenden). Naja, vielleicht wird's ja mit der kommenden IPv6-Einführung was... notting

Einer der ersten Apple-Computer bringt bei Auktion Rekordpreis. >

18jährige erfindet Akku, der sich in 30 Sekunden auflädt

Er lädt sich in 30 Sekunden auf, hat aber noch weitere Vorteile. >

An der Tastatur

Cyber-Attacken nehmen zu - vor allem gegen Energiekonzerne. >


Internet Made in GermanyIhr GMX-Postfach ist grünGMX unterstützt Unicef

Sie lesen gerade: Web-Fußball nur zu Hause gut. Die EM-Übertragung kann auf Handys und Tablets nicht überzeugen.