Die Revolution des Druckens
Der 3-D-Drucker als ein scheinbar technisches Wunderwerk funktioniert denkbar einfach. Er baut dreidimensionale Objekte zusammen, indem er vielen kleinen Schichten übereinanderdruckt. Nach und nach entsteht dadurch der gewünschte Gegenstand. Jede Schicht ist normalerweise 100 Mikrometer dick. Bei weiter entwickelten 3-D-Printern, die für den industriellen Gebrauch gebaut wurden, können die Schichten sogar nur 16 Mikrometer dick sein. Für die Erstellung dieser Schichten gibt es unterschiedliche Methoden, die sich aber im Grundsatz gleichen.
Auf der Online-Tauschbörse The Pirate Bay kann der User die 3-D-Modelle für diese "Wunder-Drucker" tauschen. Wer einen 3-D-Printer sein Eigen nennt, kann mit Hilfe dieser Daten ganze Gegenstände ausdrucken. "Physibles" nennt The Pirate Bay diese Dateien. Derzeit gibt es in der Tauschbörse zum Beispiel ein Piratenschiff, Dartpfeile und ein Magazin für ein halbautomatisches Gewehr der Marke AR-15 im Angebot.
Bisher können nur Elemente wie Glas, Stahl, Plastik und eine Zement-ähnliche Masse von 3-D-Druckern verwendet werden, um relativ simple Objekte zu erstellen. Sollte der Markt von den Konsumenten angenommen werden, steht dem Einfallsreichtum bezüglich der möglichen Gegenstände nichts mehr im Wege. Die Zukunft dieser Technik wirkt rosig und wenn man davon ausgeht, dass die Menschen in naher Zukunft etwa ihre Ersatzteile für das Auto am heimischen 3-D-Drucker selbst erstellen könnten. Des Weiteren wird sogar prognostiziert, dass in 20 Jahren jeder seine Schuhe aus dem Internet herunterladen und daheim "ausdrucken" kann. Um sich Lebensmittel zu generieren, ist es noch ein weiter Weg, trotzdem besteht theoretisch die Möglichkeit.
Es gibt auch kritische Stimmen, die diese Zukunftsvisionen als Utopie bezeichnen. Gegenüber Technewsworld.com spricht Charles King, Chef-Analyst bei der Firma Pund IT, The Pirate Bay jegliche Vernunft ab. Seiner Meinung nach wären die Kosten für die Ausstattung und das Material nur in einem industriellen Maßstab zu bewältigen und damit für den Otto Normalverbraucher zu hoch. Dagegen spricht der 3-D-Drucker "MakerBot Replicator", den man im Moment ab 1.750 US-Dollar käuflich erwerben kann.
King weißt außerdem auf die Copyright-Problematik hin. Somit kann es dazu kommen, dass nicht nur die Musik-, Buch- und Filmindustrien mit den illegalen Downloads aus dem Internet zu kämpfen haben, sondern sich der Kreis deutlich erweitern kann. Oder was meinen Sie, wie die Unternehmen reagieren werden, wenn Sie sich ihre Nike-Schuhe, den neuen Callaway-Golfschläger und einen Ikea-Stuhl daheim am 3-D-Printer ausdrucken? Bisher gibt es nämlich noch kein Urheberrecht auf Nutzgegenstände. Bleibt zu hoffen, dass unter den ganzen zu erwarteten juristischen Streitereien nicht vergessen wird, welch einen immensen Wohlfahrtsgewinn diese technische Innovation für unsere Gesellschaft mit sich bringen kann.
16 Meinungen zu "Die Revolution des Druckens"
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secal
Mittwoch, 01.02.2012, 08:15 Uhr Neue Technologie? Stahl oder Glas drucken? Komplexe Mechanik oder Verbundwerkstoffe drucken? Selten so gelacht. Sorry, werte Redaktion, aber dieser Artikel ist leider falsch und unvollständig. Die Argumente wurden bereits in einigen vorherigen Beiträgen schon dargelegt, daher werde ich es dabei belassen. -
Harka
Freitag, 27.01.2012, 07:54 Uhr @Berliner Wir haben noch mehr gemeinsam, jedoch nicht den Maßstab. -
lanarkon
Donnerstag, 26.01.2012, 14:39 Uhr Welche Qualität haben die duplizierten Gegenstände? Wie funktionsfähig sind technische Gebilde? Bis zu welchen Dimensionen können die Objekte "ausgedruckt" werden? Wie lange dauert die Kopie von z.B. einem Wasserglas mit einem Volumen von 1 Liter? All diese Fragen werden im Bericht nicht erwähnt. Sollten die Antworten zufriedenstellend ausfallen ist diese Technologie faszinierend. Gruß Lanarkon -
Berliner1975
Donnerstag, 26.01.2012, 10:58 Uhr @ Harka Da haben wir anscheinend gleiche Interessen. Haste meinen "Laden" dort schon mal gesehen? http://www.shapeways.com/shops/steffenszbahnshop -
Phillly
Donnerstag, 26.01.2012, 09:52 Uhr ISt genau so interessant wie wenn man schreiben würde....man hat das RAD erfunden....uralt..... -
JohnQPublic
Donnerstag, 26.01.2012, 09:38 Uhr Diese Technologie gibt es schon seit den achtziger Jahren, nennt sich „Rapid Prototyping“ (also: Schnelles Herstellen von Prototypen). Allerdings lassen sich damit lediglich wenige verschiedene Materialien verarbeiten. Glas und Stahl – wie in dem Artikel suggeriert – werden (zumindest für den Hausgebrauch) definitiv nicht dazu gehören, schon allein wegen der hohen Temperaturen/Energien, die für deren Formgebung notwendig sind und ganz abgesehen davon, dass Stahl und Glas je nach Anwendungsfall mit den unterschiedlichsten Zusatzstoffen (aus welcher „Druckerpatrone“ sollen die denn kommen?!) und Technologien hergestellt werden müssen. Und dass man gar (makroskopische) gebrauchsfähige Gegenstände „3D-drucken“ könnte, kann nur der kenntnisfreien Phantasie eines GMX-Unterhaltungsredakteurs entspringen. Für zuhause wäre solch ein Drucker bestenfalls ein schönes Spielzeug, um ein paar mehr oder weniger nutzlose Sachen herzustellen, wenn das iPhone, die Playstation und das Dschungel-DSDS-Werbe-Fernsehen grad mal langweilig werden, viel mehr nicht. Revolution ist was anderes. -
bubbi99
Donnerstag, 26.01.2012, 08:21 Uhr Schuhe drucken? Interessant, aber nicht wirklich sinnvoll, zumindest nicht nach bisherigem Stand. Die Drucker können derzeit überwiegend nur 1 Material verarbeiten, somit fallen komplexe Teile aus verschiedenen Materialkombinationen und Funktionselemente wie Kupllunge, Schaniere etc. erstmal raus. Zudem liegen die Profidrucker bei rund 10 Tsd. EUR, da lohnt sich die Schuhproduktion also wirkklich nur bei sehr kaufwütigen Ehefrauen ;-)
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